Gelebte Nachaltigkeit: von der Nische in den Mainstream

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Nachhaltiges Handeln ist immer mehr gefragt
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Viele Bürgerinnen und Bürger zeigen, wie Nachhaltigkeit gelebt werden kann. Sie sind Vorbilder und regen andere zur Nachahmung an. In mehreren Forschungsvorhaben untersucht das UBA, wie nachhaltige Praktiken ihren Weg aus der Nische in den Mainstream finden können.

Inhaltsverzeichnis

 

Worum geht es?

Ob gemeinschaftliche Nachbarschaftsinitiativen, solidarische Landwirtschaftsprojekte, Repaircafés, Energiegenossenschaften oder der konsequente Einkauf von Bio-Produkten oder der Geldanlage in nachhaltige Finanzprodukte – gute Beispiele von einzelnen Bürgerinnen und Bürgern für nachhaltiges Handeln gibt es viele. Schaut man auf die Gesellschaft als Ganzes nehmen diese Formen des Engagements jedoch oft nur eine marginale Stellung ein. So konnten etwa Bio-Lebensmittel in den vergangenen Jahren zwar die ökonomische Nische verlassen, ihr Anteil an den in Deutschland umgesetzten Lebensmitteln verharrt jedoch im unteren einstelligen Prozentbereich. Ähnliches gilt für den Bezug von Ökostrom.

 

Forschung zu Nischen und deren Mainstreaming

In der Theorie zu gesellschaftlichem Wandel sind Nischen „Labore“, in denen alternative nachhaltige Praktiken (Lebens- und Produktionsweisen, Mobilitätsmuster etc.) entwickelt und erprobt werden, die sich dann im Zuge eines erfolgreichen Transformationsprozesses ausbreiten. Dadurch können diese Nischen auch etablierte nicht-nachhaltige Strukturen (Regimes) unter Druck setzen, wenn nicht gar ersetzen. Nischen stehen häufig am Anfang von Transformationsprozessen und sind daher für diese von grundlegender Bedeutung. Das UBA beschäftigt sich in diversen Forschungsvorhaben damit, Nischen und ihre Potenziale für Nachhaltigkeitstransformationen zu untersuchen und daraus Handlungsempfehlungen für die Politik abzuleiten.

 

Bisherige Projekte

Konzeptstudie: Von der Nische in den Mainstream (Laufzeit 2013 bis 2015)

Ziel der Konzeptstudie war es, das Themenfeld „Von der Nische in den Mainstream“ in seiner gesamten Breite zu erschließen, zu systematisieren und zu vertiefen und schließlich darauf basierend ein schlüssiges Forschungskonzept zu entwickeln. Das Vorhaben gliederte sich entlang folgender Leitfragen

  • Was sind „gute“ Beispiele für nachhaltiges Handeln?
  • Wie könnte eine Ordnungsstruktur aussehen, um die gesamte Bandbreite für nachhaltiger Verhaltensweisen und Praktiken zu erfassen?
  • Wie verbreiten sich bestimmte Verhaltensweisen und Praktiken in der Gesellschaft?
  • Welche Motive und persönlichen Voraussetzungen müssen vorhanden sein, um Nachhaltiges Handeln zu beginnen (oder gar eine Nachhaltigkeitsinitiative zu starten) und Nachhaltiges Handeln dauerhaft beizubehalten.


Von der Nische in den Mainstream II (Laufzeit 2014 bis 2017)

Im Rahmen dieses Folgevorhabens sollen einige offene Forschungsfragen aus der Konzeptstudie weiter vertieft werden. Das Vorhaben gliedert sich in drei Arbeitspakete:
AP 1. Was ist Transformationsforschung? – Definitionen, Ansätze, Methoden 
AP 2. Was ist der Mehrwert von Nachhaltigkeitsinitiativen und sozialen Innovationen für eine sozial-ökologische Transformation? – Entwicklung eines Bewertungsverfahrens
AP 3. Skizzierung verschiedener Anwendungskontexte für das Bewertungsverfahren  z.B. Bundespolitik, Kommunen, Wissenschaft und Initiativen