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Junge Menschen stehen im Kreis und halten gemeinsam einen Ball, der die Weltkugel symbolisiert
Quelle: Michail Dovidowitsch / stock.adobe.com

Jugendengagement für Nachhaltigkeit stärken

Inhaltsverzeichnis

Wie lassen sich junge Menschen, die sich bislang nicht für Nachhaltigkeitsthemen interessieren und engagieren, besser erreichen und beteiligen? Wie müssen Beteiligungsformate gestaltet werden? Welche Chancen bieten Kooperationen zwischen offener Jugendarbeit und zivilgesellschaftlichen Jugendorganisationen aus verschiedenen Bereichen?

Projekthintergrund und -ziele

Umweltverschmutzung und Klimawandel sind zwei der größten Sorgen der jungen Generation. Dennoch nimmt das Engagement junger Menschen, etwa in Vereinen und Verbänden, derzeit ab – und das nicht nur bei den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz, wie eine Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMUV) und des Umweltbundesamtes (UBA) zeigt.

Vor diesem Hintergrund untersucht das UBA im Forschungsprojekt JuNast, wie junge Menschen im Alter zwischen 14 und 27 Jahren, die sich bisher nicht oder kaum im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich engagieren, für entsprechende Themen und Engagementformen besser erreicht und beteiligt werden können.

Ein besonderer Fokus des Projekts liegt darauf, Multiplikator*innen aus offener Jugendarbeit sowie aus zivilgesellschaftlichen Jugendorganisationen unterschiedlicher Engagementfelder (wie Sport, Soziales, Bildung, Katastrophenschutz, Kultur, Migration, Religion, Umwelt) in Austausch zu bringen. Ziel der Dialog- und Kooperationsformate ist es, geeignete Kommunikations- und Beteiligungsangebote für bislang im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich nicht engagierte Jugendliche zu diskutieren und Handlungsempfehlungen auf Basis der gelebten Praxis abzuleiten.

Alle Informationen zu JuNast finden Sie im Projektflyer.

Methodische Herangehensweise

Das Projekt ist stark dialogisch und akteursorientiert ausgerichtet und umfasst einen Mix aus verschiedenen empirischen Forschungs- sowie Beteiligungs- und Dialogformaten. 

In Arbeitspaket 1 erfolgt eine Akteursfeld- und Zielgruppenanalyse, um ein umfassendes Verständnis über die Lebenswelten, Einstellungen, Kommunikations- und Verhaltensweisen von bislang im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich nicht engagierten Jugendlichen zu gewinnen. Dies erfolgt mittels Desktop-, Literatur- und Sekundärdatenanalysen sowie Expert*innen-Interviews. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Gruppe der im Nachhaltigkeitsbereich bislang nicht-engagierten Jugendlichen in vielen Belangen grundlegend von den bereits engagierten Jugendlichen unterscheidet (vgl. erster Teilbericht).
Eine Sekundärdatenanalyse ausgewählter Daten der Jugendstudie „Zukunft? Jugend fragen! 2023“ im Vergleich entsprechender Befragungsergebnisse der Studie aus 2021 offenbart auch, dass der Anteil der im Nachhaltigkeitsbereich bislang nicht-engagierten jungen Menschen im Vergleichszeitraum spürbar gestiegen ist. Zudem deutet der Vergleich der Daten darauf hin, dass diese Gruppe junger Menschen tendenziell noch schwieriger für Umwelt-, Klimaschutz- und ökologische Nachhaltigkeitsthemen zu erreichen ist als zuvor. Die anschließenden qualitativen Interviews mit der Zielgruppe liefern tiefergehende Einblicke in die Denk- und Lebenswelt sowie die Heterogenität dieser Gruppe und zeigen, dass unterschiedliche Kommunikations- und Beteiligungsstrategien nötig sind, um diese jungen Menschen bedarfsorientiert für Umwelt-, Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsfragen anzusprechen (vgl. zweiter Teilbericht).

In Arbeitspaket 2 kommen Multiplikator*innen aus Jugendverbänden und der offenen Jugendarbeit im Rahmen von Dialogformaten über ihre Praxiserfahrungen zur Arbeit mit Jugendlichen ins Gespräch, lernen voneinander und diskutieren Ansätze für Ansprache und Beteiligung junger Menschen in punkto Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen.

Diese Ansätze werden anschließend im Arbeitspaket 3 in drei konkreten Modellprojekten in Kooperationen zwischen unterschiedlichen Jugendverbänden und der offenen Jugendarbeit erprobt, unter Beteiligung der jugendlichen Zielgruppe. Die Kooperationspartner*innen sollen von ihren jeweiligen Erfahrungen in der spezifischen Ansprache und Beteiligung junger Menschen profitieren und im Sinne von Peer-Learning gegenseitig voneinander lernen.

Die Modellprojekte werden zusätzlich evaluiert (in Arbeitspaket 4) und ein Beirat begleitet und berät das Projekt mit seinem Fachwissen über die gesamte Laufzeit.

Ergebnisse

Die Erkenntnisse des Forschungsvorhabens sind in einem praxisorientierten Handbuch zu finden: Junge Menschen erreichen – Nachhaltigkeit gemeinsam gestalten | Umweltbundesamt

Neben zentralen Zahlen, Daten und Fakten zur Zielgruppe der nicht bzw. wenig im Nachhaltigkeitsbereich engagierten jungen Menschen enthält das Handbuch Empfehlungen und Impulse für Praktiker*innen aus zivilgesellschaftlichen Jugendorganisationen und Einrichtungen offener Jugendarbeit sowie für weitere Interessierte zu Fragen wie:

  • „Wie erreiche ich junge Menschen zu Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsthemen jenseits der ‚üblichen Verdächtigen‘?“
  • „Wie kann ich diese Themen einbringen als Jugendverein oder -Einrichtung, der/die bisher damit wenig Berührungspunkte hatte?“
  • „Welche Methoden eignen sich und wo finde ich weitere Impulse?“
  • „Wie können Kooperationen zu Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsthemen zwischen unterschiedlichen Akteurinnen*Akteuren der Jugendarbeit gelingen?“
  • „Wie unterstützen wir eine langfristige Wirkung und Verstetigung von Projekten und Kooperationen in diesen Bereichen?“

Das Handbuch sowie die Ergebnisse und Erfahrungen des Forschungsvorhabens wurden im Februar 2026 im Engagementforum 2026 mit rund 100 Teilnehmenden diskutiert.
 

Vollständiger Projekttitel: „Jugendengagement für Nachhaltigkeit stärken durch Dialog und transformatives Lernen“ (kurz JuNast)

Projektlaufzeit: Mai 2023 bis August 2026

Forschungsnummer: FKZ 3722 16 102 0 (ReFoPlan)

Auftragnehmer: IKU_Die Dialoggestalter GmbH (Projektleitung), ConPolicy GmbH, Unabhängiges Institut für Umweltfragen e.V., Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz gGmbH sowie Kirsch Kürmann Design und zweiband

Kontakt:
Julia Barth, Projektleitung (IKU_Die Dialoggestalter), E-Mail: barth@dialoggestalter.de 
Dorothee Arenhövel (Umweltbundesamt), E-Mail: dorothee.arenhoevel@uba.de


Kurzlink: https://www.uba.de/n115291de