Qualität von Badegewässern

In deutschen Badegewässern lässt es sich gut baden. Seit dem Jahr 2001 stuft die Europäische Union die Qualität von mehr als 90 Prozent dieser Gewässer durchgehend als gut oder sehr gut ein. Im Jahr 2018 erreichten 92,7 Prozent aller Badegewässer eine ausgezeichnete und 4,1 weitere Prozent eine gute Qualität. Lediglich 0,3 Prozent aller Badegewässer wurden als mangelhaft eingestuft.

Inhaltsverzeichnis

 

Qualität der Badegewässer von 1992 bis 2018

Im Jahr 2018 wurden 2.289 Badegewässer in Deutschland nach der EG-Badegewässerrichtlinie 2006/7/EG überwacht. 366 davon lagen an der Nord- und Ostseeküste, 33 an Flüssen und 1.890 an Seen. Die hygienischen Daten dieser Badestellen wurden der Europäischen Union (EU) gemeldet, die daraus für jede Badestelle mit den Daten der vorhergehenden drei Jahre eine Qualitätseinstufung vornahm.

Die Ergebnisse der Qualitätsbewertung zeigen, dass die Qualität der deutschen Badegewässer insgesamt sehr gut ist (siehe Abb. „Badegewässerqualität an den Küsten Deutschlands“ und Abb. „Badegewässerqualität an den Binnengewässern Deutschlands“). Im Jahr 2018 erfüllten rund 98 % der beurteilten Badegewässer die Qualitätsanforderungen der EU. 92,7 % der Badegewässer erreichten sogar eine ausgezeichnete und weitere 4,1 % eine gute Qualität.

Mangelhaft war in der Saison 2018 die hygienische Qualität von nur 6 Badegewässern (0,3 % aller Badegewässer). In der Saison 2018 waren 74 Badegewässer zeitweise oder ganz geschlossen. Die Gründe für die Schließungen waren in 47 Fällen Probleme mit Cyanobakterien (Blaualgen) und in 7 Fällen eine schlechte Badegewässerqualität. Längerfristige Schließungen gab es hauptsächlich aufgrund von Sanierungsarbeiten oder wegen fehlender bzw. wechselnder Betreiber. Lediglich ein Badegewässer blieb gemäß den Vorgaben der EG-Badegewässerrichtlinie geschlossen, weil es in der Saison 2017 eine mangelhafte Qualität aufwies und keine Maßnahmen zur Verbesserung der Situation ergriffen wurden.

Rückblickend verbesserte sich die Qualität der Badegewässer zwischen 1992 und 2001 stark. Seit 2001 ist die Qualität der Badegewässer auf hohem Niveau konstant. Im Durchschnitt erfüllten in den letzten vier Jahren 98,0 % der Badegewässer an Seen und Flüssen die mikrobiologischen Anforderungen der Richtlinie, 93,2 % erreichten sogar eine ausgezeichnete Wasserqualität. Bei Küstenbadegewässern waren es 97,3 % beziehungsweise 81,2 %.

Informationen zur aktuellen Badegewässerqualität in den einzelnen Bundesländern erhalten Sie über die Deutschlandkarte auf der UBA-Themenseite "Wasserqualität in Badegewässern".

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Erkrankungsrisiko beim Baden

Baden kann mit Risiken für die Gesundheit verbunden sein. Badegewässer an der Küste oder an Seen und Flüssen sind nicht nur zum Baden da. Sie sind wie alle Gewässer vielfältigen Einflüssen und Nutzungen und damit auch Verschmutzungsrisiken ausgesetzt. Wegen des Vorkommens bestimmter Krankheitserreger sind beim Baden in freien Gewässern Erkrankungen, die mit Fieber, Durchfall und Erbrechen einhergehen, nicht auszuschließen. Eine solche Gefahr entsteht hauptsächlich nach Starkregen durch Mischwasserüberläufe aus Kläranlagen oder durch Abschwemmungen aus landwirtschaftlich genutzten Flächen. Ein weiteres Problem resultiert aus der überhöhten Einleitung von Nährstoffen (wie Phosphor- und Stickstoffverbindungen), die zu einer Massenentwicklung von Cyanobakterien führen können. Diese auch Blaualgen genannten Bakterien bilden Algentoxine und Allergene, die akute Gesundheitsstörungen wie Bindehautentzündung und Hautausschlag auslösen oder die Leber schädigen können.

Zum Thema antibiotikaresistente Bakterien in Badegewässern hat das UBA wichtige Fragen und Antworten auf einer Übersichtsseite zusammengestellt.

 

Europäische Union regelt Qualität der Badegewässer

Damit Menschen ungetrübt ihre Badefreuden in natürlichen Gewässern genießen können, hat die Europäische Union (EU) mit der EG-Richtlinie über die Qualität der Badegewässer (2006/7/EG) einzuhaltende Werte für ausgezeichnete, gute und ausreichende hygienische Qualität für Badegewässer festgelegt. Diese Richtlinie gilt in den Mitgliedstaaten seit dem 24. März 2008 und ersetzt die Richtlinie 76/160/EWG aus dem Jahre 1975.

 

Zwei Bakterien zeigen, wie sauber es ist

In Deutschland wird die hygienische Qualität von Badegewässern seit 2008 nach den Vorgaben der neuen Badegewässerrichtlinie überwacht. Danach werden zum Schutz der Badenden vor Infektionskrankheiten zwei mikrobiologische Parameter als Indikatoren für Krankheitserreger regelmäßig untersucht: zum einen Bakterien der Art „Escherichia coli“ (E. coli) und zum anderen die Gruppe der „Intestinalen Enterokokken“. Diese Bakterien gelangen mit fäkalbelasteten Abwässern in die Gewässer und zeigen dort an, dass diese hygienisch belastet sind. Badegewässer dürfen für eine ausreichende Qualität eine Maximalkonzentration dieser Bakterien nicht überschreiten.

 

Badegewässerprofile zeigen, wo die Verschmutzung herkommt

Die zuständigen Länderbehörden erstellen für jedes Badegewässer zudem regelmäßig ein Badegewässerprofil. Es nennt alle Verschmutzungsquellen, die die Qualität des Wassers beeinflussen könnten, und zeigt mögliche Probleme mit Cyanobakterien (Blaualgen) an. Damit können Gesundheitsgefahren bereits im Vorfeld erkannt und rechtzeitig Abhilfemaßnahmen eingeleitet werden. Die Öffentlichkeit wird über diese Profile auf den Internetseiten der Bundesländer zu den Badegewässern informiert.

 

Neue Maßnahmen zur Überwachung und Verbesserung der Wasserqualität in Badegewässern

Die Überwachung der Qualität der Badegewässer wird in Deutschland durch Verordnungen der Länder geregelt. Die Europäische Union (EU) hat mit der EG-Badegewässerrichtlinie von 2006 viele positive Neuerungen eingeführt:

  • Die Überwachungsparameter wurden auf die hygienisch relevanten Indikatoren begrenzt.
  • Die Nachweisverfahren wurden EU-weit vereinheitlicht.
  • Die zuständigen Länderbehörden müssen Badegewässerprofile, die u.a. alle Verschmutzungsquellen aufzeigen, erstellen und bei Bedarf Abhilfemaßnahmen ergreifen.
  • Eine Verschärfung der Grenzwerte für Küstengewässer erhöht den Schutz der dort Badenden.

Außerdem fordert die neue Richtlinie, die Öffentlichkeit umfassend zu informieren. Der Öffentlichkeit muss die Möglichkeit gegeben werden, Vorschläge, Bemerkungen und Beschwerden, insbesondere bei der Aktualisierung der „Badegewässerlisten“, vorzubringen. Das sind Listen mit allen aktuellen Badegewässern, die die Länder am Anfang jeder Badesaison an die EU melden und auf ihren Internetseiten veröffentlichen.