Insektizide

Sprühdose gegen Fliegenzum Vergrößern anklicken
Ist der Griff zum Insektengift aus der Sprühdose notwendig?
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In jedem Haushalt können Schädlinge vorkommen. Sie können Materialien oder Vorräte zerstören (z.B. Motten), ein hygienisches Problem darstellen (z.B. Schaben) oder einfach, wie im Falle der Silberfischchen, nur lästig sein. Schnell stellt sich die Frage, ob man das Problem selbst in den Griff bekommen kann oder ob professionelle Hilfe nötig ist. Oft helfen einfache Maßnahmen und giftfreie Mittel.

Schädlinge versus Lästlinge

Für die Bekämpfung von Gliederfüßern (Arthropoden), zu denen Insekten, Tausendfüßer, Krebstiere und Spinnentiere zählen, können Biozidprodukte der Produktart 18 - Insektizide, Akarizide und Mittel zur Kontrolle anderer Arthropoden - angewendet werden. Die Zielorganismen sind unter anderem Gesundheits- und Hygieneschädlinge wie zum Beispiel Schaben, Wanzen, Flöhe, Fliegen und Mücken. Auch Vorrats- und Materialschädlinge wie Dörrobst- und Kleidermotten und sogenannte Lästlinge wie Ameisen und Silberfischchen, von denen keine unmittelbare Gesundheitsgefahr für den Menschen ausgeht, werden mit Insektiziden bekämpft. Eine Anwendung der entsprechenden Biozidprodukte kann in verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel im Innen- und Außenbereich von Tierhaltungen sowie in bewohnten und unbewohnten Gebäuden notwendig sein.

Sprühdose oder Fliegenklatsche?

Auf Grund ihrer Zweckbestimmung, Organismen zu töten, ist die Anwendung dieser Schädlingsbekämpfungsmittel nicht unbedenklich und kann trotz Zulassung ein Risiko für Mensch und Umwelt darstellen. Im häuslichen Umfeld sollte deshalb soweit wie möglich auf die Anwendung dieser Mittel verzichtet werden. Falls sich eine Bekämpfung jedoch als notwendig herausstellt, ist für den Erfolg der Maßnahme oft ein hohes Maß an Erfahrung und Fachwissen erforderlich. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, dass Betroffene einen professionellen Schädlingsbekämpfer konsultieren, um den Schadorganismus genau zu bestimmen, die Ursachen zu finden und den Befall fachgerecht zu beseitigen.

Die Umweltrisiken, die von der Verwendung von Insektiziden ausgehen können, hängen wesentlich von den Eigenschaften der eingesetzten Wirkstoffe und deren konkreten Anwendungsbedingungen ab. Produkte, die in Innenräumen angewendet werden, gelangen vorwiegend mit dem Putzwasser in das Abwasser und anschließend über kommunale Kläranlagen in die Oberflächengewässer. Durch eine Anwendung im Außenbereich können auch Nichtzielorganismen, unter ihnen viele Nützlinge und geschützte Arten, direkt beeinträchtigt werden.

Der Einsatz von Bekämpfungsmitteln lässt sich oft durch vorbeugende Maßnahmen, wie der Einhaltung von einfachen Hygienegrundsätzen im Haushalt (zum Beispiel rasches Entfernen von Müll und Nahrungsmittelresten und Aufbewahrung von Lebensmitteln in verschlossenen Behältern), vermeiden.
Weitere Möglichkeiten, Schädlinge ohne Gift wirksam zu bekämpfen beziehungsweise ein Schädlingsbefall generell zu vermeiden, bieten diverse biozidfreie Produkte, an die das Umweltzeichen Blauer Engel („Abwehr und Bekämpfung von Schädlingen in Innenräumen ohne giftige Wirkung“, RAL UZ-34) vergeben wurde.

Darüber hinaus finden Sie im Biozid-Portal des UBA ausführliche Informationen zum Thema Insekten und andere Gliedertiere (siehe Schädlingsratgeber) sowie Informationen zu Insektiziden und alternativen Bekämpfungsmaßnahmen. Die in Deutschland bereits zugelassenen Insektizide, deren Umwelt- und Gesundheitsrisiken überprüft wurden, sind in der Biozid-Produktdatenbank der Zulassungsstelle (BAuA) in der Produktart 18 gelistet.