Prüflabor Gesundheitsschädlinge

zwei Rattenzum Vergrößern anklicken
Ratten zählen zu den Gesundheitsschädlingen.
Quelle: Heiko Kiera / Fotolia.com

FAQ

  • Können Bettwanzen Krankheiten übertragen?

     Bis heute ist gibt es keinen Nachweis, dass Bettwanzen Infektionserkrankungen übertragen können. Allerdings können die Bisse von Bettwanzen bei manchen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen, die Krankheitswert haben können. weiterlesen

  • Worauf muss man beim Einsatz von Fallen zur Nagetierbekämpfung achten?

    Fallen für Mäuse und Ratten sollten bevorzugt auf den Laufwegen der Nagetiere aufgestellt werden, z. B. an Wänden und unter Möbeln oder Regalen. Als Köder eignen sich Erdnussbutter, Nougatcreme, aber auch Käse oder Speckstückchen. Idealerweise sollten die Fallen, insbesondere wenn sie gegen Ratten eingesetzt werden, zunächst ein paar Tage nicht gespannt, aber bereits mit Köder versehen aufgestellt… weiterlesen

  • Was ist unter einer befallsunabhängigen Dauerbeköderung mit Antikoagulanzien zu verstehen?

    Ausführliche Informationen zur befallsunabhängigen Dauerbeköderung mit antikoagulanten Rodentiziden finden Sie hier. weiterlesen

  • Worauf muss man beim Einsatz von Rodentiziden mit Antikoagulanzien achten?

    Um antikoagulante Rodentizide rechtskonform, sicher und wirksam anzuwenden, müssen die in der „Guten fachlichen Anwendung von Fraßködern bei der Nagetierbekämpfung mit Antikoagulanzien“ (GfA) enthaltenen Anwendungsbestimmungen befolgt werden. Dazu gehört unter anderem, vor der Verwendung von Rodentiziden den Einsatz nicht-chemischerBekämpfungsmethoden, wie zum Beispiel Fallen, zu prüfen. Diese eig… weiterlesen

  • Dürfen Köder mit Antikoagulanzien ohne Köderstationen ausgebracht werden?

    Eine offene Auslegung von Fraßködern mit Antikoagulanzien zur Bekämpfung von Nagetieren ohne Köderstationen ist grundsätzlich untersagt. Nur geschulten berufsmäßigen Verwendern wie zum Beispiel ausgebildeten Schädlingsbekämpfer/innen ist eine Köderausbringung ohne Köderstationen in geschützten Bereichen, zu denen Nicht-Zieltiere keinen Zugang haben, weiterhin gestattet. Hierzu zählen unter anderem… weiterlesen

  • Dürfen Rodentizide mit Antikoagulanzien auch ohne festgestellten Befall ausgebracht werden?

    Die Verwendung von Rodentiziden mit Antikoagulanzien ohne einen festgestellten Nagetierbefall ist gemäß der „Guten fachlichen Anwendung von Fraßködern bei der Nagetierbekämpfung mit Antikoagulanzien“ grundsätzlich verboten. In bestimmten Ausnahmefällen kann die Einrichtung einer strategischen befallsunabhängigen Dauerbeköderung an Eindring- und Einniststellen in und um Gebäude zulässig sein. Die D… weiterlesen

  • Was sind Risikominderungsmaßnahmen (RMM)?

    Werden im Rahmen der EU-weiten Bewertung für Biozid-Wirkstoffe oder bei der Zulassung von Biozidprodukten Risiken für unannehmbare Wirkungen auf Menschen, Tiere und/oder die Umwelt ermittelt, so darf dieser Wirkstoff bzw. das Produkt nur eingesetzt werden, wenn diese Risiken mit geeigneten Maßnahmen (Risikominderungsmaßnahmen, RMM) ausreichend reduziert werden können. Dies geschieht zum Beispiel d… weiterlesen

  • Was sind PBT/vPvB-Stoffe?

    Das sind Chemikalien, die persistent (P), bioakkumulierend (B) und toxisch (T) oder sehr persistent (vP) und sehr bioakkumulierend (vB) sind. Das heißt, sie werden nur sehr schlecht in der Umwelt abgebaut (=persistent), reichern sich in Organismen und damit in der Nahrungskette an (=bioakkumulierend) und sind giftig (=toxisch) für Menschen oder Organismen in der Umwelt. Grundsätzlich ist der Eintr… weiterlesen

  • Sind Klebefallen bei der Nagetierbekämpfung tierschutzgerecht?

    Nein. Der Einsatz von Klebefallen gegen Schadnager als Wirbeltiere ist aus Tierschutzgründen höchst bedenklich und - selbst bei täglichen oder noch häufigeren Kontrollen der Klebeflächen - keinesfalls eine Alternative. Klebefallen sollten deshalb nicht verwendet werden. Ausführliche Informationen dazu finden Sie hier. weiterlesen

  • Welche Risikominderungsmaßnahmen gelten für Antikoagulanzien der 1. Generation?

    Rodentizide mit Antikoagulanzien der 1. Generation (FGAR), d. h. Produkte mit den Wirkstoffen Warfarin, Coumatetralyl oder Chlorophacinon, werden auch weiterhin zur Verwendung durch die breite Öffentlichkeit zugelassen. Dies gilt allerdings nicht für Produkte, die als reproduktionstoxisch eingestuft sind. Die Anwendung von Rodentiziden mit Antikoagulanzien der 1. Generation durch die breite Öffent… weiterlesen

  • Welche Risikominderungsmaßnahmen gelten für Antikoagulanzien der 2. Generation?

    Rodentizide mit Antikoagulanzien der 2. Generation (SGAR) dürfen nur von geschulten berufsmäßigen Verwendern eingesetzt werden. Für diese Verwender ist der Anwendungsbereich nicht eingeschränkt. Die Bekämpfung kann sowohl im Innen- als auch im Außenbereich erfolgen. Bei der Anwendung ist die „Gute fachliche Anwendung von Fraßködern bei der Nagetierbekämpfung mit Antikoagulanzien durch geschulte be… weiterlesen

  • Welche Nagetiere dürfen bekämpft werden?

    Laut Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) werden grundsätzlich alle Säugetiere unter besonderen Schutz gestellt. Folgende Mäuse- und Rattenarten sind nach Anlage 1 BArtSchV hiervon ausgenommen und dürfen somit bekämpft werden: Hausmaus (Mus musculus), Wanderratte (Rattus norvegicus), Hausratte (Rattus rattus), Schermaus (Arvicola terrestris), Rötelmaus (Myodes glareolus), Erdmaus (Microtus agres… weiterlesen

  • Gibt es Alternativen zu Repellents?

    Wer sich geeignet anzieht, hat schon viel zur Stichprophylaxe getan: langärmelige, helle Kleidung sowie lange Hosen schützen vor Stichen. Die Kleidung sollte nicht zu eng am Körper anliegen. Fenster und Türen sollten mit Fliegengitter versehen sein. Darüber hinaus kann man die Brutstätten für Mücken in Garten und Terrasse entfernen, zum Beispiel durch Entleeren oder Abdecken von Wasserbehältern (R… weiterlesen

  • Wirken Ultraschallgeräte gegen Mücken?

    Hierfür gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis. weiterlesen

  • Darf man Repellents während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden?

    Grundsätzlich ja. Aber hierfür sind nur wenige Mittel geeignet. Schwangere und stillende Mütter, die in ein Risikogebiet reisen, sollten sich auf einer reisemedizinischen Beratungsstelle beraten lassen. In jedem Fall vor der Anwendung genau die Herstellerangaben lesen und befolgen. weiterlesen

  • Darf man Repellents zusammen mit Sonnencreme verwenden?

    Grundsätzlich ja. Aber die Sonnencreme sollte zuerst aufgetragen werden, und erst 20 Minuten später das Repellent. weiterlesen

  • Darf man Repellents im Gesicht verwenden?

    Ja, aber nicht in der Nähe von Augen, Lippen, Nasenöffnungen oder auf Schleimhäuten. Bei jüngeren Kindern sollte man auf eine Anwendung im Gesicht verzichten. weiterlesen

  • Darf man Repellents bei Sonnenbrand verwenden?

    Nein. Repellents sollten nie auf Schleimhäuten, Wunden oder Sonnenbrand aufgebracht werden. weiterlesen

  • Wie kann ich mein Haus oder mein Wohnung vor Mücken schützen?

    Man kann eine Menge tun, um einer Mückenplage zuhause vorzubeugen. Hierzu gehören zum Beispiel Fliegenschutztüren und die Ausstattung der Fenster mit Fliegengaze, die man zu Beginn der Saison auf Löcher untersuchen sollte. Auch das Entfernen von Brutstätten im Garten sowie auf Terrassen und Balkonen dient der Vorbeugung. Brutstätten können zum Beispiel Regentonnen, Dachrinnen, offene Wasserbehälte… weiterlesen

  • Wie kann ich Kinder vor Mücken schützen ohne Repellents zu benutzen?

    Kinder sollten geeignete Kleidung tragen, wenn sie sich draußen aufhalten (hell, fester Stoff, lange Hosen und Ärmel). Kinderwagen kann man mit einem Moskitonetz schützen. Auch sollten Sie Brutplätze von Mückenlarven in Garten und Spielplätzen abdecken oder entleeren. weiterlesen

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Zahlreiche Tiere können Krankheitserreger übertragen und so die Gesundheit von Mensch und Tier beeinträchtigen oder gar gefährden. Zu diesen so genannten Vektoren zählen manche Insekten, Milben und Zecken, aber auch Wirbeltiere wie Ratten oder Mäuse.

Das Umweltbundesamt prüft Mittel und Verfahren, bevor Biozide bei behördlich angeordneten Maßnahmen gegen Gesundheitsschädlinge und Vektoren (Überträger) verwendet werden. Die Prüfungen umfassen die Wirksamkeit nach dem Tilgungsprinzip sowie die Umweltverträglichkeit bei sachgerechter Ausbringung. Zur Bekämpfung geeignete Mittel und Verfahren werden in einer Liste bekanntgegeben. So ist sichergestellt, dass Gesundheitsschädlinge im Bedarfsfall schnell, wirksam und angemessen bekämpft werden können. Rechtsgrundlage für die Prüfung durch das Umweltbundesamt ist das Infektionsschutzgesetz, Paragraf 17 und 18.

Was wird getestet?

Das Prüflabor Gesundheitsschädlinge im UBA führt Kontakt- und Ködermittelprüfungen mit verschiedenen Schädlingen durch. Es ist seit dem 10.04.2012 von der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH für “Wirksamkeitsprüfungen von Schädlingsbekämpfungsmitteln und Schädlingsbekämpfungsgeräten“ akkreditiert. Eine Liste der Schädlinge ist in der Akkreditierungsurkunde aufgeführt. Auch bestimmte Verfahren, zum Bespiel der Einsatz von Köderboxen können getestet werden. Das Prüflabor kann nur (auf Antrag) Untersuchungen für andere Bundesinstitute durchführen.; Tests für private Firmen sind, auch in Ausnahmefällen, nicht möglich.

Läusemittel auf dem Prüfstand

Das Prüflabor testet auch Mittel zur Bekämpfung von Kopfläusen und Kleiderläusen, denn hier ist höchste Wirksamkeit besonders notwendig. Diese Produkte sind entweder zulassungspflichtige Arzneimittel oder Medizinprodukte (BfArM). Auch für diesen Bereich werden die wirksamen Mittel in der o.g. Liste bekanntgegeben.

Vektoren ohne Grenzen – internationale Arbeit

Krankheitserreger und ihre Vektoren reisen bequem und ohne Visum. Denn sie kennen keine Grenzen. Darum ist die Arbeit in überregionalen Gremien so wichtig. Internationale Richt- und Leitlinien für Maßnahmen gegen Gesundheitsschädlinge müssen erarbeitet und abgestimmt, ein gemeinsames Vorgehen beraten und beschlossen werden.

Forschung für die Zukunft

Klimaveränderungen können vielfältige Auswirkungen auf die Umwelt haben – auch auf das Vorkommen von Krankheitsüberträgern. Besonders die Verbreitungsgebiete mancher (blutsaugender) Insekten und Zecken, aber auch von Nagetieren (z.B. Ratten, Mäuse) können sich aufgrund von Klimaveränderungen ändern. So könnten sich zum Beispiel die Populationen wärmeliebender Arten ausbreiten. Aber auch manche Krankheitserreger kommen in Insekten in wärmeren Gegenden häufiger vor und können so das Infektionsrisiko beeinflussen. Auf diesen Gebieten muss in den nächsten Jahren viel geforscht werden. Das UBA leistet hierzu einen Beitrag.

Kommission Gesundheitsschädlinge

In wichtigen Bereichen lässt sich das Umweltbundesamt durch Experten beraten. Diese Gremienarbeit ermöglicht eine Diskussion aktueller Fragen mit Sachverständigen von Landesbehörden und Universitäten. So kann das Umweltbundesamt ein ausgewogenes Urteil zu aktuellen Fragen erarbeiten. Das Prüflabor Gesundheitsschädlinge ist Sitz der „Kommission zur Bewertung der gemäß Paragraf 18 IfSG geprüften Entwesungsmittel und -verfahren sowie der Wirksamkeit von Mitteln und verfahren gegen Gesundheitsschädlinge“.