Informationen zum Eichenprozessionsspinner

Raupen an einem Zweigzum Vergrößern anklicken
Raupen des Eichenprozessionspinners
Quelle: fotofreakdgy / Fotolia.com

FAQ

  • Was ist bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners nach dem Biozidrecht zu beachten?

    Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner an Waldrändern in Siedlungsnähe, auf öffentlichen Flächen wie Parks, Spielplätzen oder Kindergärten oder in Alleen erfolgen zum Schutz der menschlichen  Gesundheit und unterliegen damit dem Biozidrecht. Chemische oder biologische Bekämpfungsmaßnahmen in Waldgebieten, fernab von Siedlungen, zum Zwecke des Gesundheitsschutzes sind nach Ansicht… weiterlesen

  • Wann ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden gegen Eichenprozessionsspinner angemessen?

    Erst wenn sich die oben genannten alternativen Maßnahmen nicht durchführen lassen,  oder sich als nicht ausreichend erweisen, sollen biologische (d.h. mittels Bacillus thuringiensis kurstaki) oder chemische  Bekämpfungsmaßnahmen in Erwägung gezogen werden. Hierfür stehen derzeit verschiedene Produkte, zum Teil für die Anwendung unter Pflanzenschutzrecht, zum Teil für die Anwendung unter Biozidrech… weiterlesen

  • Was ist beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden zur Bekämpfung des EPS zu beachten?

    Chemische und biologische Bekämpfungsmittel töten nicht nur Schadinsekten, sondern können auch andere zum Teil geschützte Tierarten schädigen. Deshalb ist es wichtig,  ihren Einsatz auf das notwendige Mindestmaß zu beschränken.Vor dem Einsatz chemischer oder biologischer Schädlingsbekämpfungsmittel sollte daher immer geprüft werden, ob es Alternativen gibt. Ist eine Anwendung mit chemischen oder b… weiterlesen

  • Was ist bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners nach dem Pflanzenschutzrecht zu beachten?

    Bekämpfungsmaßnahmen im Wald dienen dazu, den Baumbestand zu schützen und fallen somit unter die Regelungen des Pflanzenschutzrechts.Wie der Name sagt, befallen Eichenprozessionsspinner überwiegend die verschiedenen Eichenarten. Die betroffenen Bäume sollten nur dann mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden, wenn durch den Kahlfraß der Raupen ein Absterben  ganzer Waldbestände droht. Ob Bäume wi… weiterlesen

  • Warum sind die Raupen ein Problem?

    Die Raupen des Eichenprozessionsspinners können sowohl im Hinblick auf mögliche Gesundheitsgefährdungen für Menschen als auch aus forstwirtschaftlicher Sicht problematisch sein: Mit Beginn des dritten von insgesamt sechs Larvenstadien, d.h. in der Regel im Zeitraum ab April/Mai, beginnen die Raupen dauerhaft Brennhaare auszubilden, die ein Nesselgift enthalten. Diese Brennhaare können beim Mensche… weiterlesen

  • Was können die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners beim Menschen auslösen?

    Häufig kommt es nach einem Kontakt mit den Brennhaaren zu Symptomen an der Haut, die mit Rötungen und einem teils starken, mehrere Tage andauernden Juckreiz einhergehen (Raupendermatitis). Seltener kommt es zu Reizungen der Schleimhäute der Atemwege (Husten, Bronchitis, Asthma) und Augen (Rötung, Juckreiz, Bindehautentzündung). In sehr seltenen Fällen können auch Allgemeinsymptome wie Fieber sowie… weiterlesen

  • Gibt es Alternativen zur chemischen oder biologischen Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners?

    Im Vordergrund der Bekämpfungsmaßnahmen steht vor allem der Schutz der Menschen vor den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners. Wenn es sich um einen verhältnismäßig schwachen Befall handelt und/oder die betroffenen Gebiete von Menschen kaum genutzt werden, sollten Insektizide zur Bekämpfung nicht eingesetzt werden.  In Waldgebieten, in denen Eichenprozessionsspinner auftreten, können für die b… weiterlesen

  • Was ist der Eichenprozessionsspinner?

    Der Eichenprozessionsspinner ist eine in Deutschland heimische Schmetterlingsart. Diese hat sich in manchen Bundesländern in den letzten Jahren massenhaft vermehrt. Hiervon besonders betroffen sind der Nordosten und der Südwesten Deutschlands sowie Teile Nordrhein-Westfalens. Die Massenvermehrung des Eichenprozessionsspinners ist Ausdruck einer natürlichen Populationsdynamik. Derzeit mehren sich s… weiterlesen

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Der Eichenprozessionsspinner kann die menschliche Gesundheit, aber auch die Vitalität von Eichen schädigen. Ob eine Bekämpfung erforderlich ist, sollte anhand der Stärke des Befalls und der Wahrscheinlichkeit und dem Ausmaß einer Schädigung entschieden werden. Biologische oder chemische Bekämpfungsmittel sollten erst nach Abwägung aller Alternativen in Betracht gezogen werden.

Der Eichenprozessionsspinner ist eine in Deutschland heimische Schmetterlingsart. Die Art hat in den vergangenen Jahren durch Massenvermehrungen Aufmerksamkeit erregt, da die Raupen des Eichenprozessionsspinners unter bestimmten Umständen sowohl aus gesundheitlicher als auch aus forstlicher Sicht ein Problem darstellen können. Die Raupen tragen Brennhaare, die ein Nesselgift enthalten und beim Kontakt mit Menschen Hautausschläge verursachen können. In seltenen Fällen können auch Reizungen/Entzündungen der Augen oder der Bronchien auftreten. Da sich die Raupen von Eichenblättern ernähren, können außerdem Bäume kahlgefressen und damit Schäden am Baumbestand in forstwirtschaftlich genutzten Gebieten verursacht werden. 

Ein massenhaftes Auftreten der Raupen kann daher die lokale Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners erforderlich machen. Bei einem geringen Befall sollten zunächst mechanische Bekämpfungsmaßnahmen (zum Beispiel Absaugen von Raupen und Gespinsten durch professionelle Schädlingsbekämpfer) oder temporäre Sperrungen von betroffenen Gebieten in Betracht gezogen werden. Erst wenn diese Maßnahmen nicht mehr ausreichend sind, stehen verschiedene biologische oder chemische Bekämpfungsmittel zur Verfügung. Bei deren Anwendung ist jedoch darauf zu achten, welchem Schutzgut die Bekämpfungsmaßnahmen dienen: Steht der Schutz der menschlichen Gesundheit oder der Schutz der befallenen Bäume vor Kahlfraß im Vordergrund der Bekämpfungsmaßnahme? Werden Bekämpfungsmaßnahmen zum Schutz der menschlichen Gesundheit durchgeführt, erfolgt dies immer auf Grundlage des Biozidrechts und den damit verbundenen Anwendungsbestimmungen und –auflagen. Erfolgen Bekämpfungsmaßnahmen um Bäume vor Kahlfraß zu schützen, sind hier die Anwendungsbestimmungen und –auflagen nach Pflanzenschutzrecht zu beachten. Die Wirkstoffe und die verwendeten Produkte können in beiden Fällen die gleichen sein, sie unterscheiden sich aber durch ihr Einsatzgebiet und ihre Auflagen beziehungsweise ihre Anwendungsbestimmungen zum Schutz des Naturhaushaltes.

Prinzipiell gilt es jedoch, biologische oder chemische Bekämpfungsmaßnahmen auf das notwendige Mindestmaß zu beschränken, da diese Bekämpfungsmittel nicht nur den Eichenprozessionsspinner töten, sondern auch andere zum Teil geschützte Tierarten schädigen.
Aus diesem Anlass hat das Umweltbundesamt häufig gestellte Fragen und deren Antworten zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners zusammengestellt. Diese werden in der oben auf dieser Webseite dargestellten „FAQ Box“ angezeigt und stehen außerdem als pdf-Version zum Download  bereit.
Weiterführende Informationen zum Eichenprozessionsspinner sind im Biozid-Portal des UBA zu finden.

Downloads: Fachgespräch EPS

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Schlagworte:
 Eichenprozessionsspinner  Biozide  Anwendungsvorschrift  Gesundheitsschutz