Auch das Umweltbundesamt arbeitet mit Szenarien für Deutschland und Europa, beispielsweise um EU Gesetzgebungen zu bewerten, die Treibhausgasentwicklung zu projizieren und Zielpfadoptionen zu entwerfen.
In dem Projekt „GHG-neutral EU2050“ wurde in der Veröffentlichung „Low Carbon Europe“ verschiedene bestehende EU Szenarien auf unterschiedliche Fragestellungen bezüglich der Sektoren, Maßnahmen und Ziel Pfade untersucht und verglichen. Neben diesen allgemeinen Fragestellungen wurde zudem eine Dekompositionsanalyse durchgeführt, um die Haupttreiber für Emissionsveränderungen in den Szenarien zu identifizieren. Dabei wurde festgestellt, dass zu der Zeit ein Mangel an Szenarien mit einer vollständigen Dekarbonisierung bis 2050 in der EU vorlag. Zudem war es bei einem Großteil der untersuchten Szenarien nicht sicher, ob die Temperatur Ziele des Übereinkommens von Paris eingehalten werden konnten.
Mit der Veröffentlichung des Abschlussbericht des Projekts „GHG-neutral EU2050“ wurde ein mit dem Übereinkommen von Paris konformer Ziel-Pfad für die EU gestaltet. Dieser Ziel-Pfad bzw. Szenario zeigt, wie die EU bis 2050 Treibhausgasneutralität, unter der Berücksichtigung weiterer Nachhaltigkeitskriterien, erfüllen kann. Es wird gezeigt, dass ein Treibhausgasneutrales Europa bis 2050 auch ohne unterirdische Speicherung von Kohlestoffdioxid und mit nur einem begrenzten Einsatz von Bioenergie erreichbar ist.
Die Szenarien Arbeit des UBA’s ermöglicht es auch, der EU, Empfehlungen für beispielsweise ambitioniertere Klimaziele zu stellen. So wurde im Rahmen des neu ausgehandelten EU Klimaschutzgesetzes im European Green Deal vom Umweltbundesamt ein ambitionierteres Emissionsreduktionsziel für 2030 vorgeschlagen. Dabei schlug das UBA der Kommission ein um 5% Punkte ambitionierteres Emissionsreduktionziel von -60% anstelle -55% in 2030 vor.
Derzeit läuft eine weitere vom UBA beauftragte EU-weite Studie. In dem Projekt “Pathways to an EU in 2050 with net-zero GHG-emissions” werden drei Szenarien erstellt, welche u.a. die Auswirkungen der energetischen Neuausrichtung der EU durch den Ukrainekrieg wiederspiegeln. Im ambitioniertesten der drei Szenarien wird das „GreenSupreme Szenario“ der RESCUE Studie für Deutschland, auf die gesamte EU angewendet. Dabei wird unter anderem ein großer Fokus auf Effizienz und Suffizienz gelegt. Im Vergleich zu einem Referenzszenario, dass die derzeit beschlossenen Politiken abbildet, wird so ein Spektrum zu möglichen Entwicklungen aufgezeigt. Die Ergebnisse werden Ende 2024 erwartet und bilden die Grundlage weiterer UBA-Empfehlungen für eine ambitionierte EU-Klima- und Energiepolitik.