Wasser bewirtschaften

Als lebenswichtiges öffentliches Gut unterliegt Wasser umfassenden Regelungen zur Bewirtschaftung. Dabei sind Wassermengen- ebenso wie Wasserqualitätsaspekte zu berücksichtigen. Umfassende Vorgaben zur Wasserbewirtschaftung leiten sich aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie ab, die die Erstellung von Maßnahmenprogrammen und Bewirtschaftungsplänen und deren regelmäßige Aktualisierung vorschreibt.

Mit Blick auf die Wassermenge ist Deutschland in einer vergleichsweise komfortablen Situation: Von dem verfügbaren Wasserdargebot werden nur 13,3 % genutzt. Es gibt ausreichend Wasser, um die Trinkwasserversorgung überall sicherzustellen.
Trotzdem empfiehlt sich ein sorgsamer Umgang mit der Ressource Wasser. Neben den Wasserentnahmen in Deutschland wird auch im Ausland Wasser für von uns eingeführte Produkte und Güter genutzt. Diese indirekte Wassernutzung im Ausland (auch Wasserfußabdruck oder virtuelles Wasser genannt) von gegenwärtig täglich mehr als 3.900 Litern pro Einwohnerin und Einwohner übersteigt unsere direkte Wassernutzung (gegenwärtig 121 Liter am Tag) bei weitem.   

In Ländern mit Wasserstress und Wasserknappheit sind Wassersparmaßnahmen und alternative Wasserressourcen von deutlich höherer Relevanz als in Deutschland. Die Nutzung von aufbereitetem Abwasser (sogenannte Wasserwiederverwendung, englisch „Water Reuse“) für die landwirtschaftliche Bewässerung kann dabei eine hilfreiche Maßnahme darstellen, bedarf jedoch anspruchsvoller Anforderungen, um den Umwelt- und Gesundheitsschutz sicherzustellen. Denn auch behandeltes Abwasser enthält noch chemische Schadstoffe und Krankheitserreger. Mikroverunreinigungen wie zum Beispiel Arzneimittel-, Pestizid- oder Chemikalienrückstände können über das behandelte Abwasser in die Umwelt, insbesondere in Boden und Gewässer, eingetragen werden. Gegenwärtig sind viele dieser Stoffe noch nicht geregelt. Vorsorgende Maßnahmen, strategische Ansätze und angepasste Regelungen sind nötig, um den Eintrag von Mikroverunreinigungen in die Gewässer zu vermeiden und reduzieren.

Neben dem Ordnungsrecht spielen ökonomische Instrumente (Preise, Gebühren, Abgaben) bei der Wasserbewirtschaftung eine wesentliche Rolle. Zusätzlich bedarf es Nachhaltigkeitskonzepte für die langfristige Sicherung der Ressource Wasser.
Auch die deutsche Wasserwirtschaft steht vor neuen Herausforderungen, wie dem Klimawandel, demografischen Entwicklungen und technologischen Neuerungen, die umfassende Veränderungen mit sich bringen. Diese und weitere zukunftsorientierte Fragestellungen werden im Nationalen Wasserdialog adressiert.

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Schlagworte:
 Nachhaltige Wasserwirtschaft