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Wasser bewirtschaften

Als lebenswichtiges öffentliches Gut unterliegt Wasser umfassenden Regelungen zur Bewirtschaftung. Dabei sind Wassermengen- ebenso wie Wasserqualitätsaspekte zu berücksichtigen. Umfassende Vorgaben zur Gewässerbewirtschaftung leiten sich aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie ab, die die Erstellung von Maßnahmenprogrammen und Bewirtschaftungsplänen und deren regelmäßige Aktualisierung vorschreibt.

Mit Blick auf die Wassermenge gibt es in Deutschland bislang keinen flächendeckenden Wasserstress: Von dem verfügbaren Wasserdargebot wird nur etwa ein Zehntel genutzt. Es gibt ausreichend Wasser, um die Trinkwasserversorgung überall sicherzustellen. Entscheidend ist aber das Wasserdargebot vor Ort. Hier gibt es deutliche regionale Unterschiede in der Wasserverfügbarkeit. Dies hat sich auch in den trockenen Jahren seit 2018 gezeigt und wird durch den Klimawandel verschärft. Aufeinander folgende trockene Sommer, vor allem im Zusammenspiel mit wenig Niederschlag im Winter, haben negative Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit. Die Landwirtschaft, die öffentliche Wasserversorgung, die Wasserführung in den Oberflächengewässern, die Grundwasserstände und die von ihnen abhängigen Ökosysteme wie Feuchtgebiete und Wälder und auch weitere wasserbezogene Nutzungen wie die Schifffahrt können betroffen sein. Darauf müssen sich alle Wassernutzer*inneneinstellen. Daher empfiehlt sich ein sorgsamer, also sparsamer, effizienter und qualitätsschonender, Umgang mit der Ressource Wasser. 

In Ländern mit Wasserstress und Wasserknappheit sind Wassersparmaßnahmen und die Nutzung verschiedener, auch alternativer Wasserressourcen, schon lange gängige Praxis. Nun wächst die Relevanz auch in Deutschland. Die Nutzung von aufbereitetem Abwasser (sogenannte Wasserwiederverwendung, englisch „Water Reuse“) für die landwirtschaftliche (oder urbane) Bewässerung kann eine hilfreiche Maßnahme darstellen, bedarf jedoch anspruchsvoller Anforderungen und zusätzlicher Aufbereitung, um den Umwelt- und Gesundheitsschutz sicherzustellen. Denn auch behandeltes Abwasser enthält noch chemische Schadstoffe und Krankheitserreger.  Bei der Regenwasserbewirtschaftung im urbanen Raum gilt es den Wasserkreislauf dem des unbebauten Zustands anzugleichen, Stoffeinträge in die Gewässer zu reduzieren und positive Effekte der Stadtklimatisierung zu erzielen.

Spurenstoffe (auch Mikroverunreinigungen genannt) wie zum Beispiel Arzneimittel-, Pestizid- oder Chemikalienrückstände können über behandeltes Abwasser und je nach Anwendungsbereich auch über Regenwasser, aus der Landwirtschaft oder der Industrie in die Umwelt, insbesondere in Böden und Gewässer, eingetragen werden. Gegenwärtig sind viele Spurenstoffe noch nicht geregelt. Vorsorgende Maßnahmen, strategische Ansätze und angepasste Regelungen sind nötig, um den Eintrag von Spurenstoffen in die Gewässer zu vermeiden und reduzieren.

Der bis 2038 geplante Braunkohleausstieg wirft komplexe Fragenstellungen bei der Gestaltung des Transformationsprozesses für die Kohlereviere auf. Die Wiederherstellung eines sich weitgehend selbstregulierenden Wasserhaushalts in den betroffenen Flusseinzugsgebieten ist eine der anspruchsvollsten Herausforderungen im Transformationsprozess. Auch wenn es sich dabei um Managementaufgaben handelt, die in die Vollzugshoheit der Länder gehören, hat das UBA wegen der länderübergreifenden Fragestellungen zum Wassermanagement beim Kohleausstieg in der Lausitz eine Studie vergeben.

Neben den Wasserentnahmen in Deutschland wird auch im Ausland Wasser für von uns eingeführte Produkte und Güter genutzt. Diese indirekte Wassernutzung im Ausland (auch Wasserfußabdruck oder virtuelles Wasser genannt) übersteigt unsere direkte Wassernutzung bei weitem.   

Neben dem Ordnungsrecht spielen ökonomische Instrumente (Preise, Gebühren, Abgaben) bei der Wasserbewirtschaftung eine wesentliche Rolle.  

Die deutsche Wasserwirtschaft steht somit vor zahlreichen Herausforderungen, wie dem Klimawandel, demografischen Entwicklungen und technologischen Neuerungen, die umfassende Veränderungen mit sich bringen. Diese und weitere zukunftsorientierte Fragestellungen wurden im Nationalen Wasserdialog adressiert und mündeten 2023 in der Verabschiedung der nationalen Wasserstrategie, die seither von allen deutschen Regierungen mitgetragen wird und deren 78 Aktionen bis 2030 umgesetzt werden sollen.

 

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