Metalle

Metalle und Selen kommen in der Umwelt in verschiedenen Verbindungen vor. Die geogenen Konzentrationen (Hintergrundkonzentrationen) sind unterschiedlich hoch. Einige Metalle und Selen sind für Lebewesen in geringen Konzentrationen lebensnotwendig.

Die Bewertung der Metalle erfolgt anhand der gelösten Konzentrationen (Blei, Cadmium, Nickel, Quecksilber, Selen, Silber, Thallium), der Konzentrationen in Schwebstoff (Arsen, Chrom, Kupfer, Zink) sowie in Biota (Quecksilber). EU-weit Umweltqualitätsnormen für die Einstufung des chemischen Zustandes liegen für Blei (gelöst: 1,2 µg/l), Cadmium (gelöst: 0,08 µg/l (Härteklasse 1)) und Nickel (gelöst: 4 µg/l) sowie Quecksilber (Fisch: 20 µg/kg Nassgewicht) vor. Nationale Umweltqualitätsnormen für die Einstufung des ökologischen Zustandes wurden für das Metalloid Arsen (40 mg/kg), für Chrom (640 mg/kg), für Kupfer (160 mg/kg) und für Zink (800 mg/kg) für die Schwebstoffphase und Selen (3 µg/l), Silber (0,02 µg/l) und Thallium (0,2 µg/l) für die gelöste Phase festgelegt.

Während für die Bewertung von Schwebstoff- und gelösten Konzentrationen an einer größeren Anzahl LAWA-Messstellen Daten vorliegen, wurden die Untersuchung von Quecksilber in Fischen erst in den letzten Jahren an ausgewählten Messstellen etabliert. Die Belastung mit Quecksilber hat in den letzten Jahrzehnten schon erheblich abgenommen, dies zeigen beispielhaft auch die Schwebstoffkonzentrationen an der Messstelle Schnackenburg an der Elbe und Kleve-Bimmen am Rhein (Abbildungen) und die Messungen der Umweltprobenbank. Die Belastung in der Elbe liegt mittlerweile im Bereich der Belastung des Rheins Anfang der 1990er.

Die Messungen der Bundesländer zeigen, dass die Umweltqualitätsnorm für Quecksilber von 20 µg/kg, die für den Schutz fischfressender Wildtiere wie zum Beispiel Fischotter und Fischadler abgeleitet wurde, immer noch in Fischen nahezu aller beprobten Gewässer überschritten wird. Es wird vermutet, dass neben Ferntransport historisch bedingte Quecksilberdepots in den Gewässersedimenten, z.B. in Stillwasserbereichen, die wesentliche Ursache dafür sind.

Bei Zink, Kupfer und Arsen treten 2014-2016 Überschreitungen der Umweltqualitätsnorm im Schwebstoff auf. Die Umweltqualitätsnormen für gelöste Konzentrationen werden ebenfalls an einigen Messstellen bei Nickel, Silber, Cadmium und Blei überschritten (Abbildung). Bei Nickel wurde die gelöste Konzentration zur Bewertung herangezogen. Werden die Nickel-Konzentrationen auf den bioverfügbaren Anteil bezogen, wird sich die Anzahl der Messstellen mit Überschreitung der Jahresdurchschnitt-Umweltqualitätsnorm (JD-UQN) wahrscheinlich verringern.

Während die Probleme mit Arsen und Cadmium an Messstellen mit Stollen des Altbergbaus im Einzugsgebiet (z.B. Mulde) auftreten, werden die Überschreitungen der Umweltqualitätsnorm bei Kupfer vorwiegend unterhalb von Ballungsräumen (z.B. Mündung der Spree) festgestellt. Bei Zink liegen im Einzugsgebiet der belasteten Messstellen Großstädte oder Altbergbaustollen. Belastungsschwerpunkte sind bei Nickel und Silber nicht erkennbar.

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