Übersicht

Im Anhang "Ausbreitungsrechnung" der TA Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft) werden für die Ausbreitungsrechnung ein Lagrangesches Partikelmodell nach Richtlinie VDI 3945 Blatt 3 und weitere Anforderungen festgelegt. Das Rechenprogramm AUSTAL bzw. AUSTAL2000 ist eine beispielhafte Umsetzung der Vorgaben dieses Anhangs.

Übersicht

Das Rechenprogramm AUSTAL (beginnend mit Version 3) bezieht sich auf die ⁠TA Luft⁠ 2021 und ist der Nachfolger des Rechenprogramms AUSTAL2000 (endend mit Version 2), das sich auf die TA Luft 2002 bezieht.

Die Ausführungen des Anhangs "Ausbreitungsrechnung" für sich alleine ermöglichen bereits eine programmtechnische Umsetzung des Rechenverfahrens. Mit AUSTAL bzw. AUSTAL2000 wird vom Umweltbundesamt eine öffentliche Referenzlösung zur Verfügung gestellt. Sie kann sowohl für praktische Anwendungen eingesetzt werden als auch für eine Überprüfung anderer Programme, denen die Eigenschaft zugesprochen wird, das Rechenverfahren nach dem Anhang "Ausbreitungsrechnung" der TA Luft umzusetzen.

Aktuelle Programmversionen:

  • AUSTAL 3.1.2 (09.08.2021)
  • AUSTAL2000 2.6.11 (02.09.2014)
  • AUSTAL2000N 2.6.11 (02.09.2014)

Benutzer-Hotline (bei technischen Fragen oder Problemen):

  • Siehe Kontakt rechts

 Zuletzt geändert:

  • Programmpakete AUSTAL 3.1.2 (09.08.2021)
  • Problem 2021-08-05 (05.08.2021)
  • Programmpakete AUSTAL 3.1.1 (05.07.2021)

 

Hintergrund

 

Zur Einführung von AUSTAL im Jahr 2021

Das Ausbreitungsprogramm AUSTAL (beginnend mit Version 3) ist die Referenzimplementierung zum Anhang 2 der ⁠TA Luft⁠ 2021. Das Programm ist der Nachfolger von AUSTAL2000 (endend mit Version 2), der Referenzimplementierung zum Anhang 3 der TA Luft 2002. AUSTAL und AUSTAL2000 wurden vom Ingenieurbüro Janicke im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt (UFOPLAN-Vorhaben 3714 43 204 0 und 200 43 256).

Zur Einführung von AUSTAL2000 am 1. Oktober 2002

Die TA Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft) wurde aufgrund des fortentwickelten Standes der Technik und europarechtlicher Vorgaben novelliert. Die neue TA Luft wurde am 30. Juli 2002 im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlicht und tritt damit zum 1. Oktober dieses Jahres in Kraft.

Im Anhang 3 der neuen TA Luft wird für die Ausbreitungsrechnung ein Lagrangesches Partikelmodell nach der Richtlinie VDI 3945 Blatt 3 festgelegt (Beispiel für eine Implementierung: IBJparticle). Im Zusammenhang mit der Neubearbeitung des Anhang 3 wurde das Rechenprogramm AUSTAL2000 als beispielhafte Umsetzung des Anhang 3 zusammen mit einer Dokumentation zu seinem Aufbau und Einsatz für die neue TA Luft erstellt (UFOPLAN-Vorhaben 200 43 256 „Entwicklung eines modellgestützten Beurteilungssystems für den anlagenbezogenen Immissionsschutz", Ing.-Büro Janicke im Auftrag des Umweltbundesamtes).

Das Programmpaket AUSTAL2000 zur Durchführung des Rechenverfahrens nach Anhang 3 der neuen TA Luft wurde bereits in seiner Entwurfsphase vom Umweltbundesamt der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Dies ist als eine Dienstleistung zu verstehen, mit der eine qualitätssichernde und harmonisierende Wirkung im Zusammenhang mit der Ausbreitungsrechnung von Anfang an entfaltet werden sollte. Die Ausführungen des Anhang 3 für sich allein ermöglichen bereits eine programmtechnische Umsetzung des Rechenverfahrens. Mit AUSTAL2000 wird eine Referenzlösung zur Verfügung gestellt, an der andere Programme überprüft werden können, denen die Eigenschaft zugesprochen wird, das Rechenverfahren des Anhang 3 umzusetzen.

30. September 2002, Umweltbundesamt

Die Geschichte von AUSTAL2000 begann vor ziemlich genau 21 Jahren. Auf der NATO-CCMS-Konferenz in San Francisco Ende August 1981 hatte ich gerade meinen Ansatz zur Lagrange-Modellierung bei inhomogener Turbulenz vorgestellt, zeitgleich mit den entsprechenden Arbeiten von Wilson und Legg & Raupach, und damit ein Versprechen eingelöst, das ich Hanna auf der Vorjahreskonferenz in Amsterdam gegeben hatte. Die Vorbereitungen zur TA Luft 1983 liefen noch, doch die Beteiligten stellten bereits Überlegungen an, wie es mit der TA Luft mittel- und langfristig weitergehen sollte.

So setzten wir uns denn im Anschluß an die Konferenz in dem kleinen Ort Kirkwood, in den Bergen östlich von Jackson, zusammen, um in einem Workshop (im Rahmen des ⁠UBA⁠-Vorhabens „Handbuch der Immissionsprognose") unsere Vorstellungen zu einem Konzept zusammenzufassen. Wir, das waren: Werner Klug, Paul Lühring, Rainer Stern, Robert Yamartino und ich. Kernpunkte des langfristigen Konzeptes, das 5 bis 7 Jahre in die Zukunft reichen sollte, waren unter anderem:

  • Abkehr von der Wetterstatistik, statt dessen Simulation von Einzelsituationen aus einer Zeitreihe.
  • Verzicht auf Klassierungen und Übergang zu kontinuierlichen meteorologischen Parametern (beispielsweise Monin-Obukhov-Länge).
  • Ersatz des Gauß-Modells durch ein Lagrange-Modell.
  • Berücksichtigung topographischer Effekte.
  • Modellierung der Umwandlung von NO nach NO2.
  • Bessere Modellierung der Staubausbreitung und -deposition.

Nach nunmehr 21 Jahren sind mit der neuen TA Luft, die morgen, am 1. Oktober 2002 in Kraft tritt, wesentliche Punkte des damaligen Konzeptes realisiert. Vielleicht sollte man sich wieder einmal in den Bergen treffen, um zu überlegen, wie das Ausbreitungsmodell der TA Luft in den nächsten 20 Jahren weiterentwickelt werden müßte.

30. September 2002, Lutz Janicke

Teilen:
Artikel:
Drucken Senden
Schlagworte:
 AUSTAL2000  AUSTAL2000N  AUSTAL  TA Luft  Ausbreitungsberechnung