Stickstoffdioxid, Feinstaub und Ozon zählen zu den wichtigsten Luftschadstoffen in Deutschland, da sie schon in geringen Mengen (Konzentration in der Luft) die Gesundheit beeinträchtigen können.
Stickstoffdioxid
Stickstoffdioxid (NO2) entsteht überwiegend als gasförmiges Oxidationsprodukt aus Stickstoffmonoxid bei Verbrennungsprozessen. Eine der Hauptquellen von Stickstoffoxiden ist der Straßenverkehr. Daher sind die Konzentrationen in der Luft in städtischen Gebieten und entlang von Hauptverkehrsstraßen und Autobahnen am höchsten.
Stickstoffdioxid ist ein Reizgas, das die Schleimhäute in der Nase, im Hals und in den Atemwegen schädigt. Dadurch können diese anschwellen und sich entzünden. Das kann bei hohen Konzentrationen Husten und Atemnot verursachen. In der Umwelt vorkommende Stickstoffdioxid-Konzentrationen sind vor allem für Asthmatikerinnen und Asthmatiker ein Problem, da sich die bereits vorhandene Verengung der Bronchien verschlimmern kann. Diese kann zudem durch die Wirkungen von Allergenen weiter verstärkt werden. Eine jahrzehntelange Belastung durch niedrige Konzentrationen von NO2 kann außerdem das Risiko erhöhen, an Atemwegserkrankungen zu versterben.
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Feinstaub
Unter dem Begriff Feinstaub (PM, englisch: particulate matter) wird der primär und sekundär gebildete Feinstaub zusammengefasst. Primärer Feinstaub entsteht direkt an der Quelle zum Beispiel bei Verbrennungsprozessen (Verkehr, Kraft- und Fernheizwerke, Abfallverbrennungsanlagen, private und gewerbliche Heizungsanlagen). Entstehen die Partikel durch gasförmige Vorläufersubstanzen wie Schwefel- und Stickoxide, die ebenfalls aus Verbrennungsprozessen stammen, so werden sie als sekundärer Feinstaub bezeichnet. Feinstaub besteht aus einem komplexen Gemisch fester und flüssiger Partikel und wird in unterschiedliche Größen der Partikel (Fraktionen) eingeteilt. PM10 hat einen maximalen Durchmesser von 10 µm und kann beim Menschen bis in die Nasenhöhle und die oberen Atemwege eindringen. PM2,5 hat einen maximalen Durchmesser von 2,5 µm und kann bis in die Bronchien und Lungenbläschen vordringen. Ultrafeine Partikel mit einem Durchmesser von <0,1 µm können bis in das Lungengewebe und sogar in den Blutkreislauf eindringen.
Je nach Größe und Eindringtiefe der Teilchen sind die gesundheitlichen Wirkungen von Feinstaub verschieden. Akut kann es zu Schleimhautreizungen und lokalen Entzündungen in der Luftröhre und den Bronchien kommen. Eine langfristige Feinstaubbelastung kann zu Herz-Kreislauf-, Atemwegs- und Demenzerkrankungen führen und die Entstehung von Krankheiten wie Atherosklerose, Bluthochdruck, Lungenkrebs, chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen und Typ-2-Diabetes mellitus begünstigen. Zudem erhöht eine langfristige Feinstaubbelastung die Sterbewahrscheinlichkeit durch Lungenkrebs, chronische Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauferkrankungen. Bei Schwangeren, die hohen Feinstaubkonzentrationen ausgesetzt sind, steigt das Risiko für Frühgeburten sowie für Neugeborene mit geringem Geburtsgewicht.
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Ozon
Bodennahes Ozon (O3) wird in der Luft photochemisch unter Einwirkung von Sonnenlicht aus Vorläufersubstanzen zum Beispiel aus der Reaktion von Sauerstoff mit Stickoxiden als gasförmiger, sekundärer Luftschadstoff gebildet. Sekundäre Schadstoffe sind Stoffe, die nicht direkt aus einer Quelle emittiert werden. Ozon kann nicht nur in städtischen Gebieten erhöht sein, sondern auch in ländlichen Regionen.
Ozon reizt Augen und Atemwege und kann daher zu Husten, Kopfschmerzen und einer Verminderung der Lungenfunktion führen. Bei körperlicher Anstrengung, also bei erhöhtem Atemvolumen und damit erhöhter Schadstoffaufnahme, können sich diese Auswirkungen verstärken. Empfindliche Personen mit geschädigten Atemwegen, zum Beispiel Asthmatikerinnen und Asthmatiker sind besonders anfällig und sollten bei hohen Ozonwerten körperliche Anstrengungen im Freien vermeiden. Ab einem Ozonwert von 180 µg/m3 (1h-Mittelwert) werden dazu über die Medien Verhaltensempfehlungen an die Bevölkerung gegeben.
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