Entwicklung der Luftqualität

PM10-Werte - Entwicklung 1990 bis 2018zum Vergrößern anklicken
PM10-Werte - Entwicklung 1990 bis 2018
Quelle: Umweltbundesamt

Die Belastung der Luft mit Schadstoffen nahm in den vergangenen 25 Jahren deutlich ab. Mittlerweile gibt es in Deutschland keine Überschreitungen der europaweit geltenden Grenzwerte für Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Benzol und Blei mehr. Die Entwicklung von PM10 und NO2 ist zwar rückläufig, jedoch werden noch immer geltende Grenzwerte und Empfehlungen der WHO überschritten.

Inhaltsverzeichnis

 

Entwicklung der Luftqualität in Deutschland

Die Luftqualität unterliegt derzeit mehr oder weniger starken zwischenjährlichen Schwankungen. Die mittlere Immissionsbelastung in Deutschland weist sowohl bei Feinstaub (PM10) als auch bei NO2 eine ausgeprägte Abnahme von den Ballungsräumen zum Land auf. Die höchsten Belastungen treten in der Nähe ihres Entstehungsortes, in Ballungsräumen und an stark verkehrsbelasteten Orten auf. Anders bei Ozon: Die höchsten Belastungen entstehen durch chemische Reaktionen der Vorläuferstoffe des Ozons, den Stickstoffoxiden und flüchtigen Kohlenwasserstoffen bis auf Ausnahmen außerhalb der Ballungsräume in einiger Entfernung von den Quellen.

Auf der Grundlage von vorläufigen, noch nicht abschließend geprüften Daten aus den Messnetzen der Länder und des Umweltbundesamtes, stellt das UBA zu Beginn eines neuen Jahres eine erste Auswertung der Luftbelastungssituation im gerade vergangenen Jahr vor. Beurteilt wird die Belastungssituation durch die Schadstoffe Feinstaub (PM10), Stickstoffdioxid (NO2) sowie Ozon, die nach wie vor Überschreitungen der geltenden Grenz- und Zielwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit aufweisen. Neben der Belastungssituation im Beurteilungsjahr wird in der Auswertung auch ein Vergleich zu den Vorjahren gezogen.

 

Luftqualität 2018

Auch 2018 war die Luft in deutschen Städten zu stark mit Stickstoffdioxid belastet. An 42 Prozent der verkehrsnahen Messstationen wurde der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) im Jahresmittel überschritten, wobei die mittlere Belastung seit 2010 mit Stickstoffdioxid zurückgeht. Auch beim Feinstaub sind bereits deutliche Fortschritte zu verzeichnen. Der seit 2005 einzuhaltende Feinstaubgrenzwert für das Tagesmittel wurde nur an einer industrienahen Messstation überschritten, dort wurden Tagesmittelwerte über 50 μg/m³ an 36 Tagen gemessen. Überschreitungen traten in jüngster Vergangenheit noch verkehrsnah auf, seit 2012 ist keine Messstation im Hintergrund mehr von Überschreitungen betroffen. Überschreitungen des Jahresgrenzwertes (40 µg/m³) wurden zuletzt 2011 registriert.

Durch überdurchschnittlich viele Sommertagen und einem Rekord in der Sonnenschein¬dauer wurde die Ozonbildung 2018 begünstigt. An allen Stationen (=100 %) wurde der Wert von 120 μg/m³ als 8-Stunden-Mittelwert überschritten, d. h. das langfristi¬ge Ziel wurde nicht eingehalten. Für den Zielwert zum Schutz der Gesundheit wird ein 3-Jahres-Zeitraum betrachtet: Im Mittel darf nur an 25 Tagen der Wert von 120 μg/m³ im 8-Stundenmittel überschritten werden. Im letzten Mittelungszeitraum von 2016 bis 2018 überschritten 29 Prozent aller Stationen diesen Wert an mehr als 25 Tagen. Im Vergleich zu den letzten 20 Jahren ist 2018 eines der vielen Jahre, in denen keine oder wenige Überschrei¬tungen der Alarmschwelle auftraten. 

 

Kombination von Messung und Modellrechnung

Für die flächenhafte Darstellung der Luftschadstoffsituation stehen kontinuierliche Messdaten von rund 400 Stationen aus den Messnetzen der Bundesländer und des Umweltbundesamtes zur Verfügung. Die gewonnenen Daten repräsentieren die Luftqualität in der Umgebung des Messstandortes. Zur Ermittlung der flächenhaften Verteilung der Luftschadstoffe werden Interpolationsverfahren verwendet.

Die im interaktiven Kartendienst des Umweltbundesamtes zur Luftschadstoffbelastung abrufbaren Karten werden mittels Optimaler Interpolation erstellt. Die Methode der Optimalen Interpolation verknüpft stündliche Mess- und Modellergebnisse. Dabei werden in das mit einem Schadstoffausbreitungsmodell berechnete Hintergrundfeld die gemessenen Werte der Messstationen integriert. Die mit diesem Verfahren erzeugten Karten geben die Immissionssituation in Deutschland sehr gut wieder.

Der Kartendienst umfasst flächenhafte Darstellungen zur Stickstoffdioxid-, Feinstaub - und Ozonbelastung in Deutschland seit 2000. Orte hoher Feinstaub- und Stickstoffdioxidbelastungen sind als Punkte, sogenannte „Spots”, in den Kartendarstellungen kenntlich gemacht.

 

Karten der Luftbelastung seit 2000

Hunderte von Messstationen von Ländern und Bund überwachen seit mehreren Jahrzehnten die in der Luft vorkommenden Schadstoffe. Das Umweltbundesamt zeigt die Entwicklung der Luftbelastung für PM10 , Ozon und Stickstoffdioxid (NO2) aufbereitet in Kartenform. Die Karten bilden die grobe Struktur der deutschlandweiten Luftbelastungssituation ab. Aufgrund des verwendeten Interpolationsverfahrens sollte keine kleinräumige Interpretation der Karten erfolgen.

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 Entwicklung  Luftqualität  Luftschadstoff