Wasserressourcen und ihre Nutzung

Deutschland ist ein wasserreiches Land. Im Jahr 2013 wurden mit rund 25 Milliarden Kubikmetern Wasserentnahme nur 13,3 Prozent des Wasserdargebots genutzt. Wasserstress ist in Deutschland nicht zu befürchten. Allerdings nutzen Produzenten und Konsumenten indirekt Wasser, das bei der Herstellung von Gütern – oft im Ausland – verbraucht wurde: Deutschlands „Wasserfußabdruck“.

Inhaltsverzeichnis

 

Wassernachfrage

Die Wasserentnahmen des verarbeitenden Gewerbes, der öffentlichen Wasserversorgung, der Wärmekraftwerke, des Bergbaus und der Landwirtschaft gehören zu den wichtigsten Wassernutzungen in Deutschland. Nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes haben diese Nutzergruppen im Jahr 2013 zusammen rund 25,1 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m³) Wasser aus den Grund- und Oberflächengewässern entnommen (siehe Abb. "Wassergewinnung der öffentlichen Wasserversorgung, Bergbau, verarbeitendes Gewerbe, der Wärmekraftwerke und der Landwirtschaft 2013“).

Deutschland benötigte 2013 rund 25,1 Milliarden Kubikmeter Wasser, davon öffentliche Wasserversorgung 20,3 %, Bergbau und verarbeitendes Gewerbe 24,3 %, Wärmekraftwerke 54,2, Landwirtschaft 1,2 %.
Wassergewinnung der öffentlichen Wasserversorgung, Bergbau, verarbeitendes Gewerbe ... 2013
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Die Wassernutzer

Die Wasserentnahmen des verarbeitenden Gewerbes, der öffentlichen Wasserversorgung sind seit dem Jahr 1991 rückläufig. Die Entnahmen der Wärmekraftwerke sanken ebenfalls im Jahr 2013 deutlich (siehe Abb. „Wassergewinnung der öffentlichen Wasserversorgung, Bergbau, verarbeitendes Gewerbe, der Wärmekraftwerke und der Landwirtschaft“). Die öffentliche Wasserversorgung entnahm 20,3 Prozent (%) der Gesamtmenge von 25,1 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m³). 78,5 % des Wassers wurde für den industriellen Bereich (Bergbau, verarbeitendes Gewerbe und Wärmekraftwerke) entnommen. Davon brauchten Wärmekraftwerke vor allem für Kühlzwecke 69 %. Das restliche knappe Drittel benötigten der Bergbau und das verarbeitende Gewerbe für ihre Produktionsprozesse. Das bedeutet in absoluten Zahlen:

  • Wärmekraftwerke entnahmen 13,6 Mrd. m³ Wasser aus der Eigenversorgung als Kühlwasser für die öffentliche Energieversorgung.
  • Als zweitgrößter Wassernutzer entnahmen Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe zirka 6,1 Mrd. m³ für industrielle Zwecke.
  • Auf die öffentliche Wasserversorgung entfielen 2013 etwa 5,05 Mrd. m³.
  • Die Wasserentnahmen der für die landwirtschaftliche Beregnung sind in Deutschland mit etwa 0,29 Mrd.m³ sehr gering.
Deutschland benötigte 2013 rund 25,1 Milliarden Kubikmeter Wasser, über 45 Prozent weniger als 1991. Bergbau und verarbeitendes Gewerbe brauchten gut 44 Prozent (%), Wärmekraftwerke gut 52 % und die öffentlichen Wasserversorgung 22 % weniger Wasser.
Wassergewinnung der öffentlichen Wasserversorgung, Bergbau, verarbeitendes Gewerbe ...
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Wasserreiches Deutschland

Der Entnahmemenge von rund 25,1 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m³) steht in Deutschland ein potentielles Dargebot von 188 Mrd. m³ Wasser (Zeitperiode 1961-1990) gegenüber. Damit ist Deutschland ein wasserreiches Land. Denn das Wasserdargebot gibt an, welche Mengen an Grund- und Oberflächenwasser potentiell genutzt werden können.

Berechnet wird das Wasserdargebot als langjähriges statistisches Mittel für eine in der Regel dreißigjährige Zeitperiode sowie als so genannte erneuerbare Wasserressource für Einzeljahre. Grundlage ist zum einen die gebietsbürtige (interne) Wasserressource, die sich aus der Wasserbilanz, das heißt aus der Differenz von Niederschlag und Evapotranspiration, also der Verdunstung von Boden und Pflanzendecke, ergibt (siehe Tab. „Wasserbilanz für Deutschland“). Zum anderen addieren sich die Zuflüsse aus den Nachbarländern, die aus den Abflüssen grenznaher Pegel bestimmt werden, zu der internen Wasserressource.

Die erneuerbaren Wasserressourcen unterliegen beträchtlichen jährlichen Veränderungen, die um das potentielle Dargebot schwanken. Da die Bewirtschaftung der Gewässer sowohl durch kurzfristige Maßnahmen als auch durch langfristige Planungen gesteuert wird, sind beide Größen von Bedeutung (siehe Abb. „Änderung der erneuerbaren Wasserressourcen in Deutschland“). Die ausgewiesenen jährlichen gebietsbürtigen Abflussanteile, die oberirdisch das Bundesgebiet verlassen, geben in Verbindung mit dem Zufluss von Oberliegern zusätzlich einen Hinweis auf die tatsächlich in den Gewässern abgeflossenen Wassermengen. Diese können auf Grund der jahresübergreifenden Speichereffekte in Form von Schnee, Boden- und Grundwasser höher oder niedriger ausfallen als die erneuerbaren Wasserressourcen.

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Der Wassernutzungs-Index

Um die Auswirkungen der Wasserentnahmen auf die Gewässer beurteilen zu können, wird die Wassernachfrage dem Wasserdargebot gegenübergestellt. Übersteigen die Entnahmen 20 Prozent (%) des verfügbaren Wasserdargebotes, ist dies ein Zeichen von Wasserstress. Der Wassernutzungs-Index von Deutschland liegt seit dem Jahr 2004 unter dieser kritischen Marke (siehe Abb. „Wassernutzungs-Index“). Aufgrund des Rückgangs der Wasserentnahmen durch Wärmekraftwerke 2013 ist der Wassernutzungs-Index gegenüber dem Vorjahr noch einmal deutlich auf 13,3 % gesunken.

Das Gesamtvolumen der Wasserentnahme 2013 von 25,1 Milliarden Kubikmetern (Mrd. m3) entspricht damit etwa 13,3 % des potentiellen Wasserdargebots. Mehr als 86,7 % des Wasserdargebots blieben ungenutzt. Wie sich im Jahr 2013 die Anteile der Hauptwassernutzer bezogen auf das potenzielle Dargebot verteilen, zeigt die Abbildung „Wasserdargebot und Wassernutzung 2013“.

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Deutschlands „Wasserfußabdruck“

Wer trinkt, kocht, sich oder seine Kleidung wäscht, benötigt Wasser – das ist der direkte Wasserverbrauch. Auch bei der Herstellung von Lebensmitteln, PKW oder Mobiltelefonen wird Wasser genutzt – das ist der indirekte Wasserverbrauch. Die in Produkten sozusagen versteckte Wassermenge wird häufig als virtuelles Wasser bezeichnet. Es verbindet jede Nutzerin und jeden Nutzer eines Lebensmittels oder Produktes mit der Region oder den Regionen, wo es erzeugt wird.

Wie viel an Wasser eine Person nun tatsächlich – also direkt und virtuell – benötigt, erfassen Fachleute mit dem Indikator „Wasserfußabdruck“. Es gibt ihn auch für Unternehmen oder Länder wie Deutschland (siehe Themenseite „Wasserfußabdruck“).

Die Infobox informiert über den Wasserfußabdruck Deutschlands. Der Wasserfußabdruck beträgt insgesamt 117,2 Milliarden Kubikmeter. Pro Kopf waren das 3.900 Liter täglich.
Wasserfußabdruck Deutschlands 2013
Quelle: Umweltbundesamt Infobox als PDF