Nichtöffentliche Wasserversorgung

Energieerzeuger, Industrien und Bergbauunternehmen decken ihren Wasserbedarf fast ausschließlich über eigene Gewinnungsanlagen. Im Jahr 2016 entnahmen sie 18,6 Mrd. m³ Wasser. Das waren 53 % weniger als 1991. In Deutschland wird das meiste Wasser mit 12,7 Mrd. m³ von der Energieversorgung entnommen. Für die Kühlung ihrer Anlagen nutzen die Energieversorger im Jahr 2016 ca. 12,3 Mrd. m³ Wasser.

Inhaltsverzeichnis

 

Sinkender Wasserbedarf, sinkende Wasserentnahmen

In Deutschland entnahm die Energieversorgung über 97 %, Betriebe des verarbeitenden Gewerbes etwa 76 % und Bergbauunternehmen über 98 % der benötigten Wassermengen über eigene Gewinnungsanlagen aus Oberflächengewässern oder Grundwasser. Im Jahr 2016 entnahmen sie einschließlich der Landwirtschaft insgesamt eine Wassermenge von etwa 19 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m³). Die Wasserentnahmen für die Energieversorgung waren nach einem leichten Anstieg im Jahr 2010 und einem deutlichen Rückgang 2013 weiterhin leicht rückläufig. Die Wasserentnahmen für Bergbau und verarbeitenden Gewerbe waren kontinuierlich rückläufig. Seit dem Jahr 1991 sanken die Wasserentnahmen für Energie, Bergbau und verarbeitendes Gewerbe um ca. 56 %. Allerdings stiegen im Jahr 2016 die Wasserentnahmen für das verarbeitende Gewerbe leicht um knapp 4 % im Vergleich zu 2013.

Die Betriebe verwenden nicht nur selbstgewonnenes Wasser, sondern erhalten zusätzlich einen geringen Teil - den sogenannten Fremdbezug - über die Öffentliche Wasserversorgung oder aus anderen Unternehmen. Im Jahr 2016 ergab sich insgesamt aus Eigengewinnung und Fremdbezug eine Wassermenge (das Wasseraufkommen) von knapp 20,3 Mrd. m³. Dies war die Wassermenge, die in den Betrieben als Kühl- oder Produktionswasser beziehungsweise für die Versorgung der Belegschaft genutzt wurde. Ein Teil dieser Wassermenge wurde ungenutzt abgeleitet.

 

Hoher Kühlwasserbedarf bei der Energieversorgung

Der Wasserbedarf der einzelnen Branchen ist unterschiedlich hoch. In Deutschland hat die Energieversorgung den größten Wasserbedarf. Die entnommene Wassermenge wird fast ausschließlich (zu 98,8 %) zu Kühlzwecken eingesetzt.

Für die Energiebereitstellung entnahmen die Energieversorger im Jahr 2016 fast 53 % der Gesamtentnahmen aller Nutzer von 24 Mrd. m³ - das waren ca. 12,7 Mrd. m³. Dabei deckten die Kraftwerke ihren Wasserbedarf nahezu vollständig über eigene Gewinnungsanlagen aus Oberflächengewässern. Der fremdbezogene Anteil lag bei knapp 3 %, dadurch lag das Wasseraufkommen für die Energieversorgung bei 13,1 Mrd. m³. Das Wasser wurde nach dem Gebrauch wieder in die anliegenden Oberflächengewässer eingeleitet (siehe Abb. „Wasseraufkommen für die Energieversorgung“).

Bei den Unternehmen des Bergbaus und der Verarbeitenden Gewerbe verzeichnen wir eine andere Entwicklung. Zwar nahm auch hier der Wasserbedarf kontinuierlich ab, aber seit dem Jahr 2001 stieg der Anteil der Wassermenge, die über Dritte bezogen wurde an. Zum Vergleich: Im Jahr 2001 betrug die Wassermenge aus Eigengewinnung und Fremdbezug ca. 8,65 Mrd. m³, der Anteil des Fremdbezuges betrug 10,3 %. Dagegen stieg die Fremdversorgungsquote im Jahr 2016 auf 19,3 % bei einem Wasseraufkommen von 7,23 Mrd. m³ (siehe Abb. „Wasseraufkommen im Bergbau und verarbeitenden Gewerbe“).

<>
 

Effizienter Wassereinsatz durch Mehrfach- und Kreislaufnutzung

Einen geringen Teil der durch Eigengewinnung und Fremdbezug zur Verfügung stehenden Wassermenge leiten die Betriebe ungenutzt wieder ab. Auch geben Betriebe Wasser an andere Nutzer ab. Die eingesetzte Wassermenge ist deshalb geringer als das statistisch erfasste Wasseraufkommen. Im Jahr 2016 betrug das eingesetzte Frischwasser in Deutschland insgesamt 18,8 Mrd. m³. Seit 1991 ging die eingesetzte Wassermenge in Kühl- und Produktionsprozessen von 29 Mrd. m³ um etwa ein Drittel zurück. Das liegt in erster Linie an dem effizienten Umgang mit Wasser, der auch durch Mehrfach- und Kreislauftechnologien unterstützt wird. Im Jahr 2016 wurden knapp 9 % des eingesetzten Wassers über entsprechende Mehrfach- und Kreislauftechnologien geführt. Mehrfachnutzung bedeutet, dass die eingesetzte Wassermenge nacheinander für verschiedene Zwecke genutzt wurde, bei einer Kreislaufnutzung wurde das Wasser umgewälzt und für denselben Zweck wiedergenutzt.

 

Kühlwasser: Regionale Unterschiede beachten

Die Auswertung des für die Kühlung in allen Sektoren eingesetzten Wasser verdeutlicht regionale Unterschiede. So ist der Kühlwasserbedarf in der Flussgebietseinheit (FGE) Rhein leicht gesunken (2016: 8,1 Mrd. m³ / 2013: 8,2 Mrd. m³), eine deutliche Reduzierung ist in der FGE Weser von3,5 Mrd. m³ 2013 auf 2,2 Mrd. m³ 2016 erkennbar. Angestiegen ist die für Kühlzwecke eingesetzte Wassermenge hingegen in den FGE Elbe (2013: 3,4/ 2016: 4,3 Mrd. m³) und Oder (2013: 0,18 Mrd. m³/ 2016: 0,32).

 

Nutzung verschiedener Wasserquellen

Im Jahr 2016 gewannen die produzierenden und verarbeitenden Gewerbe etwa 86,3 % ihrer Wassermenge aus Oberflächengewässern, das heißt aus Flüssen, Seen oder Talsperren sowie aus Meer- und Brackwasser und z.B. Niederschlag. Weitere 10,6 % entnahmen sie aus Grund- und Quellwasser sowie etwa 3,1 % aus Uferfiltrat und angereichertem Grundwasser.

Interessant ist ein Vergleich mit der Landwirtschaft. Deren Anteil an den Gesamtwasserentnahmen beträgt weniger als 1,5 %. Im Jahr 2016 waren dies etwa 0,3 Milliarden Kubikmeter. Insbesondere für die Bewässerung versorgt sich die Landwirtschaft aus Grundwasservorkommen. Die Grundwasserentnahmen lagen im Jahr 2016 bei ca. 76,3 %, 22,4 % wurde aus Oberflächengewässern entnommen (siehe Abb. „Wassergewinnung nichtöffentlicher Betriebe 2016“).

Diagramm: Energieversorgung, Bergbau und das verarbeitende Gewerbe entnahmen 2016 rund 18,6 Mrd. m³ Wasser, davon knapp 87 % aus Oberflächengewässern. Die Landwirtschaft entnahm nur 0,3 Mrd. m³ im Jahr 2016, davon waren ca. 76 % Grundwasser.
Wassergewinnung nichtöffentlicher Betriebe 2016
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF