Nichtöffentliche Wasserversorgung

Energieerzeuger, Industrien und Bergbauunternehmen decken ihren Wasserbedarf fast ausschließlich über eigene Gewinnungsanlagen. Im Jahr 2013 entnahmen sie 19,7 Milliarden m³ (Mrd. m³) Wasser. Das waren 45 % weniger als 1991. Das meiste Wasser wird in Deutschland für die Energieversorgung benötigt. Für die Kühlung ihrer Anlagen entnahmen die Wärmekraftwerke im Jahr 2013 ca. 13,6 Mrd. m³ Wasser.

Inhaltsverzeichnis

 

Sinkender Wasserbedarf, sinkende Wasserentnahmen

In Deutschland entnahmen die Wärmekraftwerke über 97 Prozent (%), Betriebe des verarbeitenden Gewerbes, Bergbauunternehmen 80 % der benötigten Wassermengen über eigene Gewinnungsanlagen aus Oberflächengewässern oder Grundwasser. Im Jahr 2013 entnahmen sie einschließlich der Landwirtschaft insgesamt eine Wassermenge von etwa 20 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m³). Die Wasserentnahmen für die Energieversorgung waren nach einem leichten Anstieg im Jahr 2010 wieder deutlich rückläufig. Die Wasserentnahmen für Bergbau und verarbeitenden Gewerbe waren kontinuierlich rückläufig. Seit dem Jahr 1991 sanken die Wasserentnahmen für Energie, Bergbau und verarbeitendes Gewerbe um 45 %.

Die Betriebe verwenden nicht nur selbstgewonnenes Wasser, sondern erhalten zusätzlich einen geringen Teil - den sogenannten Fremdbezug - über die Öffentliche Wasserversorgung oder aus anderen Unternehmen. Im Jahr 2013 ergab sich insgesamt aus Eigengewinnung und Fremdbezug ein Wasseraufkommen von 22 Mrd. m³. Dies war die Wassermenge, die in den Betrieben als Kühl- oder Produktionswasser beziehungsweise für die Versorgung der Belegschaft genutzt wurde.

 

Hoher Kühlwasserbedarf bei der Energieversorgung

Der Wasserbedarf der einzelnen Branchen ist unterschiedlich hoch. In Deutschland hat die Energieversorgung den größten Wasserbedarf. Die entnommene Wassermenge wird fast ausschließlich zu Kühlzwecken eingesetzt.

Für die Energiebereitstellung benötigten die Wärmekraftwerke im Jahr 2013 fast 55 Prozent (%) der Gesamtentnahmen - das waren ca. 13,6 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m³). Dabei deckten die Wärmekraftwerke ihren Wasserbedarf nahezu vollständig über eigene Gewinnungsanlagen aus Oberflächengewässern. Der fremdbezogene Anteil lag bei knapp 3 %, dadurch lag das Wasseraufkommen bei  13,9 Mrd. m³. Das Wasser wurde nach dem Gebrauch wieder in die anliegenden Oberflächengewässer eingeleitet (siehe Abb. „Wasseraufkommen für die Energieversorgung“).

Bei den Unternehmen des Bergbaus und der Verarbeitenden Gewerbe verzeichnen wir eine andere Entwicklung. Zwar nahm auch hier der Wasserbedarf kontinuierlich ab, aber seit dem Jahr 2001 stieg der Anteil der Wassermenge, die über Dritte bezogen wurde an. Zum Vergleich: Im Jahr 2001 betrug das Wasseraufkommen ca. 8,65 Mrd. m³, der Anteil des Fremdbezuges betrug 10,3 %. Dagegen stieg die Fremdversorgungsquote im Jahr 2013 auf 20,4 % bei einem Wasseraufkommen von 7,34 Mrd. m³ (siehe Abb. „Wasseraufkommen im Bergbau und verarbeitenden Gewerbe“).

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Effizienter Wassereinsatz durch Mehrfach- und Kreislaufnutzung

Einen geringen Teil des Wasseraufkommens leiten die Betriebe ungenutzt wieder ab. Die eingesetzte Wassermenge ist deshalb geringer als das statistisch erfasste Wasseraufkommen. Im Jahr 2013 betrug sie 19,68 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m³). Seit 1991 ging die eingesetzte Wassermenge in Kühl- und Produktionsprozessen von 29 Mrd. m³ um etwa ein Drittel zurück. Das liegt in erster Linie an dem effizienten Umgang mit Wasser, der auch durch Mehrfach- und Kreislauftechnologien unterstützt wird. Im Jahr 2013 wurden knapp 15 Prozent (%) des eingesetzten Wassers über entsprechende Mehrfach- und Kreislauftechnologien geführt. Mehrfachnutzung bedeutet, dass die eingesetzte Wassermenge nacheinander für verschiedene Zwecke genutzt wurde, bei einer Kreislaufnutzung wurde das Wasser umgewälzt und für denselben Zweck wiedergenutzt.

 

Nutzung verschiedener Wasserquellen

Im Jahr 2013 gewannen die produzierenden und verarbeitenden Gewerbe etwa 86,7 Prozent (%) ihre Wassermenge aus Oberflächengewässern, das heißt aus Flüssen, Seen oder Talsperren. Weitere 10,5 % entnahmen sie aus Grund- und Quellwasser sowie etwa 2,8 % aus Uferfiltrat und angereichertem Grundwasser.

Hier lohnt ein Vergleich mit der Landwirtschaft. Deren Anteil an den Gesamtwasserentnahmen beträgt weniger als 1,5 %. Im Jahr 2013 waren dies etwa 0,3 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m³). Insbesondere für die Bewässerung versorgt sich die Landwirtschaft aus Grundwasservorkommen. Die Grundwasserentnahmen lagen im Jahr 2013 bei ca. 85 %, weniger als 14 % wurden aus Oberflächengewässern entnommen (siehe Abb. „Wassergewinnung nichtöffentlicher Betriebe 2013“).

Energieversorgung, Bergbau und das verarbeitende Gewerbe entnahmen 2013 rund 19,7 Mrd. m³ Wasser, davon rund 87 % aus Oberflächengewässern. Die Landwirtschaft entnahm nur 0,3 Mrd. m³ im Jahr 2013, davon waren 85 % Grundwasser.
Wassergewinnung nichtöffentlicher Betriebe 2013
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF