HUE-3: Bundeszuwendungen Forschungsprojekte Klimawandelfolgen Anpassung

Das Bild zeigt einen Ausdruck verschiedener Diagramme. Auf einem A4-Blatt sind ein Tortendiagramm, ein Liniendiagramm und ein Säulendiagramm zu sehen. Auf dem Zettel liegen ein Stapel Euro-Geldscheine sowie ein Zwei-Euro-Stück. Am Bildrand ist ein Stapel weiterer Münzen zu erkennen.zum Vergrößern anklicken
Nach wie vor sind Fragen zu Klimawandelfolgen und Anpassung offen, und es braucht Forschungsmittel.
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Monitoringbericht 2023 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

HUE-3: Bundeszuwendungen für Forschungsprojekte zu Klimawandelfolgen und Anpassung

Mehrere Bundesressorts fördern die Forschung im Themenfeld Klimawandelfolgen und Anpassung über Zuwendungen für zeitlich befristete Projekte. Der Umfang dieser Zuwendungen ist ab dem Jahr 2006 deutlich angestiegen. Die Zahlen bilden aber nur einen Teil der Forschungsförderung des Bundes ab. Unter anderem die Auftragsforschung der Bundesministerien ist darin nicht berücksichtigt.

Die Linien-Grafk zeigt die Entwicklung der Bundeszuwendungen für Forschungsprojekte zu Klimawandelfolgen und Anpassung in Millionen Euro von 1990 bis 2021. Der Trend ist signifikant steigend.
HUE-3: Bundeszuwendungen für Forschungsprojekte zu Klimawandelfolgen und Anpassung

Die Linien-Grafk zeigt die Entwicklung der Bundeszuwendungen für Forschungsprojekte zu Klimawandelfolgen und Anpassung in Millionen Euro von 1990 bis 2021. Der Trend ist signifikant steigend. Bis 2005 bewegten sich die Zuwendungen auf einem sehr geringen Niveau unter 3 Millionen, danach kam es zu einem steilen Anstieg, mit einer Stagnation ab 2009, einem vorübergehenden Einbruch in 2015 und einem darauffolgenden steilen Anstieg. Im Jahr 2021 gab es rund 75 Millionen Euro Bundeszuwendungen für Forschungsvorhaben zu Klimawandelfolgen und Anpassung.

Quelle: BMBF (Förderkatalog zur Projektförderung des Bundes - eigene Auswertung)

Mehr Geld für die Forschung zu Klimafolgen und Anpassung

Bei vielen langfristig wirkenden Entscheidungen müssen das zukünftige ⁠Klima⁠ und mögliche Klimawandelfolgen mitbedacht und berücksichtigt werden. Planungen und Projekte der öffentlichen Hand sollen widerstandsfähig gegenüber den Folgen zukünftiger Klimaänderungen sein. Dies gilt für Infrastrukturprojekte wie den Aus- und Neubau von Straßen- und Schienenwegen, die Weiterentwicklung von Binnenschifffahrtsstraßen und Hochwasserschutzmaßnahmen oder den Bau neuer Stromtrassen im Zuge der Energiewende ebenso wie für neue öffentliche Gebäude oder die Ausweisung von Baugebieten auf kommunaler Ebene. Auch Unternehmen wollen langfristige Investitionen wie Gebäude oder Produktionsanlagen klimarobust gestalten und Standortentscheidungen so treffen, dass sie dauerhaft tragfähig sind. Nicht zuletzt möchten auch Privatpersonen die richtigen Entscheidungen treffen und treffen können, zum Beispiel bei der Wohnortwahl oder dem Kauf oder dem Bau einer Immobilie.

Eine wesentliche Grundlage für die Entscheidungsfindung ist zum einen eine möglichst klare Zukunftsperspektive, die belastbare Abschätzungen zu den künftigen Klimaänderungen sowie zu den bestehenden Verwundbarkeiten und etwaigen Klimawandelfolgen erlaubt. Zum anderen bedarf es strategischer, technischer oder auch instrumenteller Lösungen, die angesichts der nach wie vor bestehenden großen Bandbreite möglicher Klimaveränderungen gleichermaßen robust und flexibel sind. Es ist dem Bund daher ein wichtiges Anliegen, die für Anpassungsprozesse und -maßnahmen notwendigen Wissensgrundlagen zu schaffen und zu erweitern und diesbezügliche Forschungsaktivitäten systematisch zu fördern.

Viele Förderaktivitäten des Bundes für die Forschung zu ⁠Klimawandel⁠ und Anpassung werden unter dem Dach der ⁠BMBF⁠-Strategie „Forschung für Nachhaltigkeit“ FONA im Handlungsfeld „Anpassungsfähigkeit und Risikovorsorge verbessern“ gebündelt. Der Fokus liegt derzeit auf den Themen „Klimawandelbedingte Extremereignisse in Deutschland erforschen“, „Auswirkungen von Klimawandel auf Gesundheit verstehen und vorbeugen“ und „Städte und Regionen resilienter machen“. Darüber hinaus gibt es in weiteren Bundesressorts Programme, in denen zu Anpassung geforscht wird und pilothaft Anpassungsmaßnahmen erprobt werden. Im Ressortforschungsplan des BMUV ist die „Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels“ ein Schwerpunktbereich, außerdem ist ein strategisches Kernthema der „Klimawandelanpassung und ⁠Resilienz⁠ in urbanen Räumen“ gewidmet. Der strategische Rahmen der Ressortforschung des BMDV adressiert im Forschungsschwerpunkt „Resiliente Verkehrs- und Datensysteme & Verkehrssicherheit“ die Themen „Anpassung der Verkehrssysteme an die Folgen des Klimawandels“ sowie „Verlässlichkeit und Resilienz der Verkehrsinfrastruktur“. Weitere Themen sind der Schutz kritischer Infrastruktur und die Weiterentwicklung von Warnmeldesystemen. Wichtiges Element der Ressortforschung des BMDV ist das 2016 ins Leben gerufene BMDV-Expertennetzwerk, in dem sieben Ressortforschungseinrichtungen und Fachbehörden unter anderem in den Bereichen Klimawandelanpassung, Umweltschutz sowie zuverlässige Verkehrsinfrastruktur forschen.

Neben der Eigenforschung von Fachbehörden und Ressortforschungseinrichtungen werden in vielen Fällen, wie mit dem Ressortforschungsplan des BMUV, zeitlich befristete Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in wettbewerblichen Verfahren vergeben. Zudem stellt der Bund im Rahmen von Förder- und Fachprogrammen finanzielle Mittel für die Förderung von Projekten über zweckgebundene Zuwendungen für Vorhaben bereit. Bezogen auf Projekte im Bereich von Klimawandelfolgen und -risiken sowie Anpassung werden so auch große Verbundprojekte gefördert. Aus dem Bereich des BMBF gehören hierzu etwa die Maßnahmen „RegIKlim – Regionale Informationen zum Klimahandeln“, „Ökonomie des Klimawandels“, „Klimaresilienz durch Handeln in Stadt und Region“, „Stadtklima im Wandel“ und seit Ende 2021 die Sofortmaßnahme „Klimaanpassung, Hochwasser und Resilienz“ (KAHR) zur wissenschaftlichen Begleitung der Wiederaufbauprozesse nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. In den Verbundprojekten wird die Beteiligung von Partnern aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und unterschiedlichen Regionen groß geschrieben, um ganzheitliche Lösungen zu entwickeln und den Transfer in die Praxis zu fördern. Im Rahmen der BMBF-Maßnahme „Klima, Umwelt und Gesundheit“ nutzen Nachwuchsforschende innovative Ansätze und Methoden, um Gesundheitsrisiken des Klimawandels zu erforschen und zu mindern.

Eine ressortübergreifende Zusammenstellung aller Förderaktivitäten zur ⁠Anpassung an den Klimawandel⁠ und eine Übersicht über die hierfür verausgabten Mittel gibt es bislang nicht. Lediglich die über Zuwendungen vergebenen Mittel von BMBF, BMUV, BMDV, ⁠BMEL⁠ und des BMWK werden im Förderkatalog des BMBF an zentraler Stelle dokumentiert und lassen sich nach den Themen Klimawandelfolgen sowie Anpassung auswerten. Projekte mit diesen Schwerpunkten erhalten beginnend mit dem Jahr 2006 Zuwendungen in einem größeren finanziellen Umfang. Damals wurde vom BMBF der Förderschwerpunkt „klimazwei–Forschung für den ⁠Klimaschutz⁠ und Schutz vor Klimawirkungen“ ins Leben gerufen, der für den Zeitraum 2006 bis 2009 mit einem Finanzvolumen von rund 35 Mio. Euro ausgestattet war. Seither nahmen die verausgabten Mittel für die zuwendungsbasierte Finanzierung von Forschung und Entwicklung zu Klimawandelfolgen und Anpassung stark und mit signifikantem Trend zu. Den größten Anteil daran haben Maßnahmen des BMBF, weitere diesbezügliche Zuwendungen in einem kleineren Umfang leisten das BMUV, das BMWK und die weiteren oben genannten Ressorts.

Da der Förderkatalog die Auftragsforschung nicht umfasst, bilden die Zahlen allerdings nur einen begrenzten Ausschnitt aus der Finanzierung von Forschung und Entwicklung zur Anpassung an den Klimawandel ab. Diesbezügliche Aktivitäten etwa des ⁠BMG⁠, dessen geplante Aktivitäten im Rahmenplan Ressortforschung dargestellt sind, oder entsprechende Teile des Ressortforschungsplans des BMUV berücksichtigt der ⁠Indikator⁠ derzeit nicht. Auch Maßnahmen, die indirekt eine Anpassungswirkung entfalten, sind in der Zeitreihe nicht enthalten. Die Daten lassen daher keine bewertenden Aussagen im Hinblick auf Quantität und Qualität der Bundeszuwendungen zu.