Stromversorgung

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Die Stromversorgung soll klimafreundlicher werden
Quelle: CC Vision

Die Stromerzeugung verursacht rund 30 % der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Die Dekarbonisierung der Stromerzeugung ist von zentraler Bedeutung zum Erreichen der Klimaschutzziele. Die Stromversorgung muss daher im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung schnell und vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden – und dies umweltverträglich, ressourcenschonend, sicher und preisgünstig.

Inhaltsverzeichnis

 

Die Zukunft wird elektrisch sein

Die Stromerzeugung und deren umweltverträgliche Umstrukturierung nehmen eine zentrale Rolle bei der Begrenzung des Klimawandels ein. Dies gilt umso mehr, weil auch die Dekarbonisierung von Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie große Mengen treibhausgasneutralen Strom brauchen und der direktelektrische Einsatz von erneuerbarem Strom in der Regel der effizienteste Weg ist. Eine treibhausgasneutrale Stromversorgung ist umweltverträglich, ressourcenschonend, sicher und preisgünstig erreichbar, wie die RESCUE-Studie des ⁠UBA⁠ zeigt.

 

Ein Kohleausstieg bis 2030 ist erforderlich

Die Kohleverstromung verursacht aktuell rund 70 % der Emissionen der Stromerzeugung. Um die Klimaschutzziele für die Energiewirtschaft bis 2030 zu erreichen, ist deshalb der Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2030 erforderlich. Zugleich ist die Stromerzeugung aus Kohle durch zusätzliche erneuerbare Energien zu ersetzen. Bestehende junge Kohlekraftwerke sollen – gemäß dem Entschließungsantrag des Bundestages vom Juli 2020 – auf hocheffiziente und flexible Verstromung gasförmiger Brennstoffe (Grünen Wasserstoff) umgerüstet werden, aus ökologischen und Klimaschutzgründen jedoch nicht auf ⁠Biomasse⁠.

 

Die Stromversorgung ist auch mit einem Kohleausstieg bis 2030 sicher

Das letzte Kernkraftwerk in Deutschland geht 2022 vom Netz. Die Kohlekraftwerke müssen für den ⁠Klimaschutz⁠ bis 2030 stillgelegt werden. Es werden also in einem erheblichen Umfang steuerbare Kraftwerke stillgelegt und fluktuierende erneuerbare Windenergie- und Photovoltaikkraftwerke zugebaut. Vor diesem Hintergrund wird derzeit im Auftrag des ⁠UBA⁠ die Machbarkeit des Kohleausstiegs bis 2030 unter Gewährleistung der Versorgungssicherheit auf dem aktuellen, sehr hohen Niveau untersucht. Die Analysen zur Versorgungssicherheit werden mit der Methodik der BMWi-Versorgungssicherheitsstudie gemäß EU-Strommarktverordnung im Rahmen des Projektes „Klimaschutz im europäischen Binnenmarkt“ durchgeführt.

Zentrales Ergebnis der bisher durchgeführten Modellierungen ist, dass die bereits bestehenden Instrumente und das aktuelle Strommarktdesign ausreichen, um die Versorgungssicherheit während der Transformation auf eine klimafreundliche Stromerzeugung weiterhin auf einem sehr hohen Niveau zu gewährleisten. Von grundlegender Bedeutung sind hier die Ausgleichseffekte im europäischen Binnenmarkt für Strom, beispielsweise bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, den Lasten und den Kraftwerksverfügbarkeiten in den einzelnen Ländern. Daher und weil bisher im europäischen Strommarkt noch erhebliche Überkapazitäten bestehen, müssen die stillgelegten Kohlekraftwerke nicht eins zu eins ersetzt werden. Der mit dem aktuellen Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) geförderte Zubau von hocheffizienten Gas-KWK-Anlagen und der mit dem aktuellen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geförderte Zubau an Bioenergie-Anlagen führt zu einem ausreichenden Zubau an neuen Erzeugungskapazitäten.

Die Ergebnisse der Analysen zur Versorgungssicherheit zeigen: Die Stromversorgung ist auch mit einem Kohleausstieg bis 2030 sicher. Die Versorgungssicherheit bleibt auch mit dem schnelleren Kohleausstieg bis 2030 auf dem sehr hohen Niveau der BMWi-Versorgungssicherheitsstudie (⁠Szenario⁠ „Verstärkte Sektorkopplung/WEO“) gewährleistet. Werden zudem junge Kohlekraftwerke auf die flexible Verstromung gasförmiger Brennstoffe umgestellt, werden im gleichen Umfang weniger Bioenergie-Anlagen benötigt oder es sind mehr steuerbare Kapazitäten verfügbar. Zudem können mit diesem Ansatz im Rahmen von Pilotprojekten erste wichtige praktische Erfahrungen mit Erzeugung, Transport und Verstromung von grünem Wasserstoff gesammelt werden. Die Kapazitätsreserve mit 2.000 Megawatt und die Besonderen Netzbetriebsmittel mit 1.200 Megawatt sichern die Stromversorgung mit zusätzlichen Kapazitäten außerhalb des Strommarktes ab und erhöhen somit das Versorgungssicherheitsniveau zusätzlich.

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Den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen

Von zentraler Bedeutung für das Gelingen der Energiewende, insbesondere das Erreichen der deutschen Klimaschutzziele für die Energiewirtschaft bis 2030, ist ein beschleunigter Ausbau der erneuerbaren Energien. Hier besteht weiterhin ein großer Handlungsbedarf. Für die erforderliche Stromproduktion, die sowohl den Kohleausstieg als auch die verstärkte Integration von Sektorkopplungstechniken (etwa Elektromobilität und Wärmepumpen) ermöglicht, sind im Vergleich zum geltenden EEG deutlich höhere Ausbauziele der erneuerbaren Energien und große Anstrengungen zu deren Umsetzung erforderlich. Aus diesem Grund ist es zwingend notwendig, die bekannten Hemmnisse und Herausforderungen endlich zu überwinden. Darüber hinaus ist es erforderlich den Stromverbrauch durch Effizienz und Suffizienz sektorübergreifend zu senken.

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Schlagworte:
 Stromversorgung  Kohleausstieg  Versorgungssicherheit