Wirkungskomplex: Luftverunreinigungen

Rauchschwaden über einer Fabrik.zum Vergrößern anklicken
Feinstaub

Luftreinhaltung ist gleichzeitig Umwelt- und Gesundheitsschutz.

Quelle: denfran / pixabay.com

Die Kombination von heißer Witterung und lokaler Luftverschmutzung ist ein Risikofaktor für die Zunahme von Herzkreislauf- und Atemwegserkrankungen. Modellrechnungen weisen darauf hin, dass Klimawandel bedingt zukünftig in Deutschland lokal extreme Hitze kombiniert mit erhöhter Ozon- und Feinstaubbelastung auftreten, wodurch das Gesundheitsrisiko für anfällige Personen ansteigen kann.

Anthropogene Luftverunreinigungen (Ozon und Feinstaub)

Bereits eingetretene Auswirkungen

Die individuelle Empfindlichkeit der Bevölkerung in Deutschland gegenüber Ozon wird auf etwa 10-15% geschätzt. Während der extremen Hitze des Sommers 2003 überschritten die gemessenen Ozonwerte vor allem in West- und Südwestdeutschland deutlich und häufig den gesundheitsbezogenen EU-Zielwert für Ozon (120 µg/m³). Eine annähernde Situation mit ähnlicher Ausprägung trat zuletzt im ⁠Hitzesommer⁠ 2018 in Ostdeutschland auf.

Auch die ⁠PM10⁠-Feinstaubkonzentrationen überschritten während des Hitzesommers 2003 an zahlreichen städtischen Mess-Stationen in Deutschland den einzuhaltenden Tagesmittelwert von 50 µg/m3 Feinstaub in der Atemluft. Eine verstärkte natürliche Feinstaubbelastung wurde deutschlandweit während des Hitzesommers 2018 gemessen, ausgelöst durch die mehrmonatige sommerliche Trockenheit.

Zu erwartende Auswirkungen

Die Erwärmung des Klimas könnte auch dazu führen, dass die ⁠Emission⁠ natürlicher Substanzen, wie zum Beispiel Kohlenwasserstoffe aus der Vegetation, die zur bodennahen Ozonbildung beitragen, zukünftig zunehmen, wodurch die Ozonbelastung zusätzlich ansteigen kann.

Neben dem Beitrag ⁠anthropogen⁠ erzeugter Feinstaubemissionen können ⁠Klimawandel⁠ bedingte Hitzeextreme auch mit natürlichen Feinstaubemissionen zum Beispiel von Dürren und Vegetationsbränden einhergehen, wie die jüngere Vergangenheit bereits gezeigt hat.

Ausgewählte (Anpassungs-) Maßnahmen

  • Verringerung des Ausstoßes anthropogener Ozonvorläufersubstanzen, wie Stickstoffoxide und flüchtige Kohlenwasserstoffe (emittiert u.a. durch Kraftfahrzeuge)
  • Weitestgehende Reduktion des Feinstaubes aus nicht-natürlichen Emissionsquellen, z. B. von Kraftwerken und anderen Industrieanlagen. Eine Möglichkeit im privaten Bereich stellt die Nachrüstung von Kamin- und Pelletöfen mit Feinstaubfiltern und Fahrzeugen mit Rußpartikelfiltern dar.