Vor dem Hintergrund der bisher unzureichenden nationalen Klimabeiträge (NDCs) zur Umsetzung des Pariser Abkommens bekräftigten die Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention auf der COP24 in Kattowitz 2018, dass global mehr Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden müssen. Damit kommen auch die Landsysteme als wichtiger Baustein für die Einhaltung der 1,5 °C-Obergrenze stärker in den Fokus der Klimapolitik.
Die Botschaften dieses Sonderberichtes können dazu beitragen, die NDCs bzw. Ziele und Maßnahmen sowie langfristige Klimastrategien der Staaten den neuesten Erkenntnissen entsprechend anzupassen.
Der Sonderbericht liefert wichtige Erkenntnisse zur Bestimmung der derzeitigen und zukünftigen CO2-Senken in Landsystemen. Aufgrund der Standortabhängigkeit der Senken- und Quellenfunktion und deren negativer oder positiver Beeinflussung durch Art, Umfang und Intensität unserer Landnutzung ist die Quantifizierung der künftigen globalen Kohlenstoffsenke mit Unsicherheiten verbunden. Dennoch macht der Bericht deutlich, dass Optionen zur Nutzung des Treibhausgasminderungspotenzials für die Einhaltung der 1,5 °C-Obergrenze verfügbar sind, etwa durch die Erhaltung und Verbesserung des Zustandes von natürlichen Kohlenstoffsenken.
Im vorherigen Sonderbericht zu 1,5°C globaler Erwärmung (SR1.5) wurden Modellierungen zu CO2-Minderungspotenzialen für verschiedene sozioökonomische Entwicklungspfade vorgelegt, von denen einige auf dem großflächigen Einsatz von Kohlenstoffentzug durch Bioenergie mit CO2-Abscheidung und -speicherung (BECCS) und großflächiger Aufforstung beruhen. Ergänzend dazu zeigt dieser Sonderbericht auf sehr differenzierte Weise die Minderungspotenziale von Ansätzen der nachhaltigen Landbewirtschaftung auf, wie beispielsweise Moorschutz und -renaturierung und Walderhalt sowie nachhaltige Landbewirtschaftung, z. B. durch bodenschonende und humusmehrende Bodenbewirtschaftung, Ökolandbau und Agroforstwirtschaft. Die Wirkung dieser lokal differenziert umzusetzenden Maßnahmenbündel lassen sich nicht ohne weiteres durch flächendeckende globale Modellierungen abbilden und quantifizieren. Dieser Sonderbericht hat insofern eine besondere Bedeutung, als er das große Potenzial und die Synergieeffekte dieser lokal angepassten Maßnahmen mit weiteren Nachhaltigkeitszielen in das Bewusstsein der politischen Entscheidungsträger rückt.
Der Bericht verfeinert damit die im SR1.5 aufgezeigten Handlungsoptionen. Mit der Bezugnahme auf lokal umsetzbare integrierte Handlungsoptionen knüpft der SRCCL auch direkt an die Botschaften des Globalen Berichts zum Zustand der biologischen Vielfalt des Weltbiodiversitätsrates (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services; IPBES) vom 6. Mai 2019 an.