Politikrelevante Erkenntnisse aus dem IPCC-Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme (SRCCL)

abwechslungsreiche, hügelige Landschaft mit Wiese, Bäumen und Gebüschen
© Kati Mattern / UBA

Webinar des Umweltbundesamtes am 06.09.2019 mit Unterstützung eines deutschen Berichtsautors. Zielgruppe: Expertinnen und Experten aus Deutschland mit Vorwissen zu Klimaschutz und Landnutzung, die in der Information und Beratung von Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern in Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft für den Umwelt- und Klimaschutz tätig sind.

Die Folgen des Klimawandels sind bereits heute weltweit und auch in Deutschland spürbar. Beispielsweise begann Ende Mai 2019 eine Hitzewelle im Raum Indien/Pakistan, die bis in die erste Junihälfte andauerte. Der Ort Churu im indischen Bundesstaat Rajasthan verzeichnete am 1. Juni eine Höchsttemperatur von 50,8 °C. Verspäteter Monsunregen verschärft die Folgen für Wirtschaft und Bevölkerung. Die Sommer 2018 und 2019 waren und sind auch in Deutschland mit ausgesprochen lang anhaltender Hitze und intensiver Trockenheit außergewöhnlich. Negative Auswirkungen auf Wälder, Feuchtgebiete und andere Landökosysteme sind an vielen Stellen in Deutschland sichtbar.

Zukünftig wird eine Zunahme extremer Perioden mit all ihren Konsequenzen für Mensch und Umwelt erwartet. Welche vorhandenen Belastungen der Landsysteme werden durch den Klimawandel global verstärkt? Landsysteme steht für den terrestrischen Teil der Biosphäre, der sowohl natürliche Ressourcen und ökologische Prozesse als auch menschliche Siedlungen und Infrastrukturen umfasst Welche neuen Erkenntnisse gibt es über die Rolle von Landsystemen im globalen Klimawandel? Wie können wir deren Funktion, CO2 zu speichern, möglichst nachhaltig nutzen und verstärken? Welche Rahmenbedingungen müssen weltweit geschaffen werden, um Klimaschutz und Anpassung in Landsystemen nachhaltig und wirksam umzusetzen? Was müssen wir in Deutschland tun? 

Der am 08.08.2019 erschienene Sonderbericht des Weltklimarates (IPCC) zu Klimawandel und Landsystemen (SRCCL) fasst den weltweit vorhandenen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu den Flüssen von Treibhausgasen in terrestrischen Ökosystemen derzeit und unter Bedingungen des künftigen Klimawandels zusammen. Er analysiert Trends und die Rolle nachhaltiger Landbewirtschaftung in Bezug auf Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel , Desertifikation, Landdegradierung und Ernährungssicherheit. Der SRCCL zeigt integrierte Handlungsoptionen für die nachhaltige Umsetzung von Treibhausgasminderung und Anpassung auf den Landflächen der Erde auf, die Zielkonflikte mit anderen Landnutzungen minimieren. In einem gesonderten Kapitel geht der Sonderbericht auf notwendige Weichenstellungen in der Regierungsführung zur Umsetzung der Handlungsoptionen ein.

Der Sonderbericht vertieft die im Vorläuferbericht über 1,5 °C globale Erwärmung (SR1.5) erarbeiteten Analysen und beantwortet noch offene Fragen. Seine vertieften Erkenntnisse können helfen, nachhaltige Lösungsansätze zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C in Bezug auf die Landnutzung zu finden. Um wichtige Botschaften des SRCCL im klima- und umweltpolitischen Kontext darzustellen und für die Politikgestaltung verfügbar zu machen, wird das Umweltbundesamt mit Unterstützung von Florian Humpenöder, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, einem der deutschen Mitautoren des Berichtes, ausgewählte Erkenntnisse des SRCCL in einem 120-minütigen Webinar vorstellen. 

Ein ergänzendes Webinar zum SRCCL für die Zielgruppe von Multiplikatoren ohne spezielles Vorwissen zu Klimaschutz und Landnutzung ist für Januar 2020 vorgesehen.