Individualtourismus in der Antarktis

Eine rot-weiße Propellermaschine mit drei Kufen anstelle eines Fahrwerks mit Rädern steht auf einer weiten Schneefläche. Im Hintergrund sind Berge. Vor der Maschine stehen drei Personen. zum Vergrößern anklicken
Eine robuste Twin Otter macht Flüge innerhalb der Antarktis möglich.
Quelle: Fritz Hertel/UBA

Als Individualtouristen gelten vor allem jene Reisende, die die Antarktis nicht im Rahmen einer Kreuzfahrt oder eines Yachttrips besuchen. Besonders der Tourismus auf dem Festland zählt dazu - wie beispielsweise Abenteuer- und Sportaktivitäten oder der Besuch des Südpols per Flugzeug.

Antarktisreisen werden beliebter

Wenige hundert Touristinnen und Touristen nutzen pro Saison die Angebote einzelner Veranstalter auf dem antarktischen Festland oder den vorgelagerten Inseln – die Tendenz steigt jedoch kontinuierlich an. Reisende können zwischen vielfältigen Angeboten für das „besondere Abenteuer“ oder anderen extreme Erfahrungen wählen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Expeditionen auf dem antarktischen Festland reisen per Flugzeug oder Schiff an. Das erste Privatunternehmen begann 1985 mit der Organisation der Landemöglichkeit auf dem Südpol und von Bergtouren in den Patriot Hills.

An Land wird die Möglichkeit genutzt, auf dem Eis Ski oder Marathon zu laufen, Berge zu besteigen oder Fallschirmsprünge von Felsen zu machen. Ein fester Bestandteil vieler Expeditionen ist ein Besuch am Südpol. Seltener durchqueren Besucherinnen und Besucher die Antarktis auf Skiern, Schlitten mit Lenkdrachen oder motorisierten Fahrzeugen oder umrunden den Kontinent mit einem Segelboot. Skiwettkämpfe über kürzere Distanzen finden gelegentlich auch statt. In der Saison 2010/2011 begleitete beispielsweise ein deutsches Filmteam einen Skiwettlauf mit vier PKWs etwa 400 km über das Eis im Königin-Maud-Land.

Camping im Kühlschrank der Welt

Auf dem Festland wird die Unterkunft zumeist in Zelten angeboten. Eines der größten Camps befindet sich derzeit am Union Glacier, in dem sich in der Saison (2010/2011) über 500 Touristen aufhielten. Diese Camps sind Ausgangspunkt für zahlreiche Unternehmungen in der näheren Umgebung wie den Besuch von Kaiserpinguinkolonien, Bergbesteigungen, Ausflüge mit Kleinflugzeugen oder Drachensurfen auf dem Eis. Insgesamt stieg die Zahl der Angebote von Sport- und Abenteuertourismus im Antarktisvertragsgebiet in den letzten Jahren stetig an.

Da derzeit alle kommerziellen Veranstalter Mitglied des internationalen Verbandes der Antarktis-Reiseveranstalter (IAATO) sind, unterliegen deren Aktivitäten der Kontrolle der IAATO und sind somit zumindest teilweise reguliert. Dennoch werden sowohl die steigende Nachfrage als auch das entsprechende Angebot an landseitigen Tourismusangeboten mit Besorgnis beobachtet.

Risiken für Mensch und Natur

Touristinnen und Touristen haben die Möglichkeit, in bisher völlig unberührte Gebiete der Antarktis zu gelangen und stellen somit per se eine Gefährdung für die unangetastete Wildnis dar. Fehlverhalten einzelner Personen kann nicht nur großen Schaden an der Umwelt anrichten sondern gefährdet auch Menschenleben. Einige der individualtouristischen Aktivitäten, beispielsweise Bergsteigen in entlegenen Massiven oder Durchquerungen des Kontinents zu Fuß, sind teilweise mit hohen Risiken verbunden. Sowohl die Rettung als auch die Unfallfolgenbekämpfung ist in der Antarktis ungleich schwieriger und aufwendiger als in besiedelten Gebieten. Durch die fehlende Infrastruktur und die harschen Klimabedingungen können Hilfs- und Rettungsmaßnahmen oftmals nicht oder nicht umgehend erfolgen. 

Hinweise für ihre Reise

Planen Sie selbst einen Besuch der Antarktis im Rahmen einer Individualexpedition, finden Sie die notwendigen Antragsunterlagen auf der Seite „Antragstellung für den Antarktisbesuch″. Einzelexpeditionen wie eine Durchquerung des Kontinents erfordern in der Regel einen sehr großen Aufwand und jahrelange Planung und Vorbereitung. Setzen Sie sich in so einem Fall möglichst frühzeitig mit dem Umweltbundesamt in Verbindung.

Aber auch wenn Sie eine Reise bei einem kommerziellen Anbieter buchen, sollten Sie sich über das korrekte Verhalten vor Ort informieren, bevor Sie die Reise antreten. Hierfür stehen Ihnen folgende Dokumente zur Verfügung:

Ein weißes Transportflugzeug mit blauen Streifen an der Seite steht auf der Start- und Landebahn in der Antarktis. Eine Treppe steht vor der Tür. Im Hintergrund fährt ein Pick-up.
Eine Ilyushin II-76 wartet auf ihre Passagiere.
Quelle: Fritz Hertel/UBA
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