Bäche dieses Typs haben sich in den Teilen der Mittelgebirgsregionen Deutschlands entwickelt, die in geologischen Vorzeiten von Meeren überdeckt und deshalb heute von Kalkstein geprägt sind. In engen Kerbtälern verlaufen die Bäche gestreckt. Im Extremfall können sich senkrecht stehende Talwände ausbilden, wenn massives Kalkgestein vom Bach zerschnitten wird. Erst wenn die Täler breiter werden, entwickeln sich Bögen und Windungen im Bachlauf. Die Bachsohle besteht aus groben oder plattigen Kalkschotter und einzelnen Kalkblöcken. Da Kalkstein unter unseren klimatischen Bedingungen vor allem zu sehr feinem Material verwittert, gesellen sich auch Sand und Schlamm dazu. Nach Regenfällen ist das Bachwasser daher oftmals trüb. Der Bachquerschnitt ist kastenförmig. An der Bachsohle wird kaum Geröll transportiert und der Bach schneidet sich eher in die Tiefe ein, als das er sich zur Seite verlagert.
Kalkgestein hat die Besonderheit, dass es zwar wasserundurchlässig ist, von Regenwasser jedoch gelöst wird. Aus Spalten und Klüften im Gestein entstehen daher allmählich Höhlen und ein unterirdisches Gewässersystem. Gebiete dieser Art werden Karstgebiete genannt. Für Bäche dieses Typs heißt das, dass sie urplötzlich im Untergrund in „Bachschwinden“ versickern und an anderer Stelle in „Quelltöpfen“ wiedererscheinen können. Beispiele hierfür sind die Zorge bei Nordhausen im Südharz oder der Oberlauf der Pegnitz auf der Fränkischen Alb. Weithin bekannt ist die Versickerung großer Teile des Wassers der oberen Donau, das mit der Radolfzeller Aach zum Bodensee fließt. Häufig führen Bäche dieses Typs nur nach Regenfällen oder nach der Schneeschmelze Wasser. Auf den Hochflächen der Kalksteingebirge gibt es daher auch nur sehr wenige oberirdisch fließende Gewässer. Eine weitere Besonderheit tritt dann auf, wenn das kalkreiche Wasser an die Oberfläche tritt. Durch die Erwärmung des Wassers fällt der gelöste Kalk wieder aus und es können sich Kalkkrusten auf Steinoberflächen bilden.
Bäche des Typs 7 sind in ihrem natürlichen Zustand nährstoffarm. Entsprechend treten in den schnell fließenden Gewässern des Muschelkalks und in den Karstgebieten Groppe, Bachforelle und Elritze auf. In den weniger schnell fließenden, breiteren Abschnitten gesellen sich Äsche, Bachneunauge sowie Döbel oder Dreistachliger Stichling hinzu. Das höhere Gefälle, die in den Mittelgebirgen niedrigeren Jahresmitteltemperaturen und das geringe Nährstoffniveau sorgen dafür, dass die an der Bachsohle lebenden Tiere hohe Ansprüche an die Strömung und den Sauerstoffgehalt stellen.
Die groben Kalkschotter werden von einer artenreichen Gemeinschaft aus Wirbellosen (Krebsen, Insektenlarven, Käfer, Muscheln und Würmern) besiedelt. Im Lückensystem der Sohle tummeln sich strömungsliebende Steinbesiedler wie Eintagsfliegen und in den sandig-schlammigen Ablagerungen in strömungsberuhigten Bereichen (sog. Kolke) oder Uferbereichen leben Großmuscheln und Köcherfliegen. Da die steinigen, kalkeichen Bäche von Natur aus stark durch Ufergehölze beschattet sind, ernähren sich viele der vorkommenden Arten vom Falllaub und dem Totholz des begleitenden Erlen-Auenwalds oder des charakteristischen Buchenwalds. Die Wasserpflanzengemeinschaft setzt sich aus Wassermoosen wie Gemeines Quellmoos (Fontinalis antipyretica), Bach-Kurzbüchsenmoos (Brachythetium rivulare) und der kalkliebenden Art Brunnen-Gitterzahnmoos (Cinclidotus fontinaloides) zusammen.
.