Auswirkungen von antikoagulanten Rodentiziden auf die aquatische Umwelt
Zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen werden antikoagulante Rodentizide eingesetzt. Diese können bei der Anwendung in der Kanalisation oder an Uferbereichen in Gewässer gelangen. Rückstände dieser Wirkstoffe wurden
bereits vielfach in der Leber von Fischen nachgewiesen, wo sie sich anreichern. In der vorliegenden Studie wurden erstmals die Auswirkungen von Antikoagulanzien auf die Fischgesundheit im Zusammenhang mit ihrer Leberkonzentration untersucht. Störungen der Blutgerinnung in Fischen traten bereits bei umweltrelevanten Leberkonzentrationen des Wirkstoffs Brodifacoum auf. Zudem fanden die Forschenden bei der Analyse weiterer Leberproben antikoagulante Rodentizide auch in Fischottern, Kormoranen und Gänsesägern, was eine Anreicherung dieser Biozidwirkstoffe über die aquatische Nahrungskette nahelegt. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit für wirksame Maßnahmen zum Schutz der aquatischen Umwelt vor antikoagulanten Rodentiziden.
Abschlussbericht UBA Texte | 66/2025
Publikationen (in Englisch):
- "Effects of dietary bromadiolone exposure on rainbow trout (Oncorhynchus mykiss) and corresponding hepatic concentrations" (Schmieg et al., 2026)
- "Brodifacoum causes coagulopathy, hemorrhages, and mortality in rainbow trout (Oncorhynchus mykiss) at environmentally relevant hepatic residue concentrations" (Schmieg et al., 2025)
- "Indirect contamination of cockroaches by anticoagulant rodenticides" (Regnery et al., 2025)
- "First evidence of widespread anticoagulant rodenticide exposure of the Eurasian otter (Lutra lutra) in Germany" (Regnery et al., 2024)
- "Rodenticide contamination of cormorants and mergansers feeding on wild fish" (Regnery et al., 2024)
Pressemitteilung "Rattengift schädigt Fische und reichert sich in der Umwelt an" (No. 21/2025)