Was ist am Rauch von Waldbränden gefährlich? Welche Substanzen spielen eine Rolle, was bewirken diese?
Bei Verbrennungen gelangen unterschiedliche Schadstoffe in die Luft, wie zum Beispiel Feinstaub, Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Kohlenmonoxid.
Die wesentliche Gesundheitsgefährdung entsteht durch die Feinstaubbelastung. Besonders den sehr kleinen Partikeln (PM2,5) kommt eine hohe gesundheitliche Bedeutung zu, denn sie können in sehr tiefe Abschnitte der Lunge eindringen und dort Schäden verursachen. Diese betreffen vor allem die Lunge aber auch das Herz-Kreislaufsystem. Sehr feine Partikel können auch in das Blut übergehen und so prinzipiell alle Organe des Menschen erreichen. Auch Erkrankungen anderer Organe werden mit Feinstaubwirkungen ursächlich in Verbindung gebracht, insbesondere auch neurologische Erkrankungen (z.B. Demenz) und Diabetes Mellitus Typ II.
Die Feinstaubpartikel lösen Entzündungen und Stress in menschlichen Zellen aus. Hält dies über einen längeren Zeitraum an, kann es zu Erkrankungen führen. Eine kurzfristige (Stunden oder Tage andauernde) hohe Belastung führt zu Bluthochdruck, verminderter Herzrhythmusvariabilität sowie Krankenhaus- und Notfalleinweisungen meist aufgrund von Herz-Kreislauferkrankungen. Insgesamt führt Feinstaub zu einer erhöhten Sterblichkeit.
Bei der unvollständigen Verbrennung des organischen Materials entstehen zusätzlich Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Die Aufnahme in den menschlichen Körper erfolgt über die Nahrung, die Haut oder die Atmung. Einige chemische Komponenten der PAK sind nachweislich krebserregend, fruchtbarkeitsgefährdend und können das Erbgut menschlicher Zellen verändern. Da PAK im menschlichen Körper nur sehr schlecht eliminiert werden können, reichern sie sich mit der Zeit im Gewebe an. Die gesundheitlichen Folgen dieser zusätzlichen PAK Belastung durch Waldbrände sind schwer zu beurteilen. Sie haben jedoch auf die (exponierte) Bevölkerung bezogen eine wesentlich geringere Bedeutung als die Wirkungen des Feinstaubs.
Abhängig von den Brandbedingungen, der brennenden Umgebung (Schadstoff belastet oder nicht) und auch davon, welche anderen Strukturen (z.B. Häuser, Lagerhallen, Maschinen, Autos, Munition) noch betroffen sind, können noch eine Vielzahl weiterer Schadstoffe entstehen oder verbreitet werden. Hierzu gehören z.B. Methan, Stickstoffoxide und leichtflüchtige organische Verbindungen. Auch Dioxine und Schwermetalle (Quecksilber und Blei) können im Rauch angelagert an Feinstaubpartikel enthalten sein. Hier bedarfs es einer spezifischen Bewertung des brennenden Materials.