Die Nichteisenmetallindustrie in Deutschland
Nichteisenmetalle (NE-Metalle) sind unverzichtbar für die Wirtschaft hochtechnisierter Industrieländer. Sie werden vielfältig genutzt: zum Beispiel von der Elektronik- und Elektrotechnik, dem Maschinen- und Fahrzeugbau sowie im Bausektor. Die NE-Metallbranche zählt zu den energie- und rohstoffintensivsten Branchen weltweit. Die Produktion von NE-Metallen aus Erzen und Konzentraten verursacht starke negative Umweltauswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dies gilt insbesondere für die internationalen Bergbaustandorte. Neben dem hohen Wasser-, Flächen- Energieverbrauch wirkt sich auch die starke Beanspruchung der Umweltsenken Wasser, Boden und Luft negativ aus.
Bei der Produktion von Nichteisenmetallen unterscheidet man zwischen der Erzeugung aus Primärrohstoffen und der Erzeugung aus Sekundärrohstoffen. Beispiele für Primärstoffe sind Erze und Konzentrate. Zu den Sekundärstoffen gehören nichteisenmetallhaltiger Schrott, Galvanikschlämme, Filterstäube und Produktionsrücklaufmaterialien.
Derzeit werden in Deutschland drei Primärhütten zur Aluminiumherstellung, eine Primärhütte zur Kupferherstellung, eine Primärhütte zur Zinkherstellung und zwei Primärhütten zur Bleiherstellung betrieben. Insgesamt zählen in Deutschland ca. 630 Betriebe zur Nichteisenmetallindustrie. Neben den Anlagen zur Erzeugung von NE-Metallen aus primären und sekundären Rohstoffen sind dies vor allem Anlagen zur Weiterverarbeitung (z.B. Nichteisenmetallgießereien und Anlagen zur Herstellung von Halbzeugen).
Heute erzeugt die deutsche NE-Metallindustrie über 50 Prozent ihrer Gesamtproduktion aus Sekundärrohstoffen. Hauptanwendungsgebiete für NE-Metalle sind der Fahrzeugbau, das Bauwesen, die Elektrotechnik und der Maschinenbau.