1. Grünflächen im urbanen Raum
Grünflächen in Städten, wie Parks und Wälder oder neugestaltete und aufgewertete Brachflächen, senken die Luft- und Oberflächentemperatur im Vergleich zu versiegelten Flächen erheblich. Dadurch mildern sie den städtischen Hitzeinseleffekt.
Praxisbeispiel: Die Stadt Wien hat im Rahmen ihrer Urban Heat Island Strategy zahlreiche NbS umgesetzt, um die städtische Erwärmung zu verringern. Dazu gehören die Begrünung von Straßen und Freiflächen sowie die Umwandlung von Brachflächen in „städtische Wildnis“.
2. Pflanzung von Stadtbäumen
Das Pflanzen von Stadtbäumen und anderen Gehölzen entlang von Straßen, auf Plätzen und Parkplätzen hilft, den Regenwasserabfluss bei Starkregen zu verringern. Das Rückhaltevermögen hängt von der Anzahl, Dichte, Größe, Art und Anordnung der Bäume ab. Stadtbäume speichern zudem Kohlenstoff (u. a. abhängig von Art, Alter und offenem Boden), verbessern die Luftqualität und beeinflussen das Mikroklima positiv. Sie spenden Schatten, senken die Lufttemperatur und mindern so den Hitzeinseleffekt.
Praxisbeispiel: Die Stadt Leipzig erweitert mit ihrem Straßenbaumkonzept Leipzig 2030 den Baumbestand und macht ihn zu einem wichtigen Teil der grünen Infrastruktur.
3. NbS zur Verbesserung des städtischen Wassermanagements
NbS für ein verbessertes Wassermanagement in Städten umfassen unter anderem Flussrenaturierungen, die Wiederöffnung verrohrter Wasserläufe, Ufervegetationsstreifen, Rigolen, Feuchtgebiete und durchlässige Beläge. Diese Maßnahmen sind oft Teil von Schwammstadtkonzepten. Der Rückbau versiegelter Flächen im öffentlichen und privaten Raum ermöglicht die Umsetzung solcher Lösungen. Ziel ist es, den Oberflächenabfluss zu steuern, das Risiko von Überschwemmungen bei Starkregen zu senken und den Wasserhaushalt der Landschaft zu regulieren. Studien zeigen zudem die positiven Effekte grüner Maßnahmen, wie Ufervegetationsstreifen, auf die Wasserqualität von Oberflächengewässern und können traditionelle Lösungen oft sinnvoll ergänzen. Sie können die Verdunstung fördern und dabei helfen, den Hitzeinseleffekt in Städten zu reduzieren. Zudem bieten diese NbS Lebensraum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten.
Praxisbeispiel: Im Stadtviertel Østerbro hat die Stadt Kopenhagen unter anderem innovative Maßnahmen zur Bewältigung von Starkregenereignissen umgesetzt und setzt dabei sowohl auf naturbasierte als auch auf „graue Maßnahmen“, die sich gegenseitig ergänzen. Es wurden durchlässige Oberflächen, Gründächer und Regenwassersammelsysteme installiert, um Regenwasser nachhaltig zu managen. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, Überflutungen zu minimieren, die Grundwasserneubildung zu unterstützen und so die städtische Umgebung resilienter gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu machen.
4. Dach- und Fassadenbegrünung
Dach - und Fassadenbegrünungen können das Wasser- und Wärmemanagement in dicht besiedelten Gebieten verbessern, ohne viel Platz zu benötigen. Grüne Dächer halten Regenwasser zurück und verringern das Überschwemmungsrisiko bei Starkregen. Grüne Fassaden senken die Lufttemperatur und den Energiebedarf und verbessern die Luftqualität (EEA 2021). Eine ökologische Gestaltung von Dach- und Fassadenbegrünungen fördert gleichzeitig die Biodiversität, da sie Rückzugsorte für Vögel und Insekten in dicht bebauten Gebieten schaffen. Begrünte Dächer können zudem als „Dachgarten“ genutzt werden und den sozialen Austausch fördern.
Praxisbeispiel: Die Stadt Hamburg hat 2014 eine Gründachstrategie verabschiedet. Das Ziel es ist, mindestens 70 Prozent sowohl der Neubauten als auch der geeigneten zu sanierenden, flachen oder flach geneigten Dächer zu begrünen. Bis 2024 unterstützt die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft das Projekt mit 3,5 Mio. Euro.