Schutzgebiete in der Antarktis

Das Bild zeigt eine Bucht in der Antarktis. Auf dem dunklen Wasser schwimmen Eisschollen. Im Hintergrund begrenzen Berge die Bucht. zum Vergrößern anklicken
Gebiete mit außerordentlicher Bedeutung für die Antarktis können zum Schutzgebiet bestimmt werden.
Quelle: Fritz Hertel/UBA

Das Antarktisvertragssystem stellt die antarktische Umwelt unter einen besonderen Schutz. Im Rahmen des Umweltschutzprotokolls (USP) beziehungsweise des Übereinkommens zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CAMLR-Konvention) erfahren außerordentlich sensible oder schützenswerte Gebiete an Land beziehungsweise im Wasser einen speziellen Schutz.

Obwohl die Antarktis selbst durch den Antarktis-Vertrag und das Umweltschutzprotokoll (USP) unter völkerrechtlichen Schutz gestellt wurde, gibt es innerhalb des Vertragsgebietes weitere speziell ausgewiesene Schutzgebiete an Land und im Meer.

Anlage V des USP regelt im Speziellen den Schutz und die Verwaltung von Gebieten in der Antarktis. Gebiete mit außerordentlichen ökologischen, wissenschaftlichen, historischen und ästhetischen Werten – auch im Hinblick auf die Ursprünglichkeit der Antarktis – können als Schutzgebiete (Antarctic Specially Protected Area – ASPA) ausgewiesen werden. Weiterhin gibt es Areale, in denen bereits vermehrt Tätigkeiten durchgeführt werden, beispielsweise wo mehrere wissenschaftliche Stationen in vergleichsweise enger Nachbarschaft zueinander stehen. Um die Planung und Koordinierung der Aktivitäten zu unterstützen und gleichzeitig dem Schutzcharakter der Antarktis gerecht zu werden, können diese Gebiete als besonders verwaltete Gebiete (Antarctic Specially Managed Area –  ASMA) eingerichtet werden. Darüber hinaus kann Stätten und Bauwerken von besonderem historischen Wert der Status als Historische Stätten und Denkmäler (Historic Sites and Monuments - HSM) zuerkannt werden. Diese HSMs können sich innerhalb von besonders geschützten und besonders verwalteten Gebieten befinden. Weitere Informationen und einen Überblick hierzu finden Sie auf der Seite „Schutz und Verwaltung von Gebieten nach USP″.

Spezielle Meeresschutzgebiete

Meeresschutzgebiete (Marine Protected Areas, MPAs) sind weltweit ein vielfach genutztes Instrument, um ausgewählte Meeresregionen einem besonderen Schutz zu unterstellen und der zunehmenden Zerstörung von marinen Ökosystemen Einhalt zu bieten. In Meeresschutzgebieten wird unter anderem der Fischfang streng reglementiert oder untersagt.

Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) schreibt zur Ausgestaltung von Meeresschutzgebieten:
„Ein Areal von Meer, das einige herausragende oder repräsentative Ökosysteme, geologische oder physiologische Merkmale und/oder Arten besitzt, und vorrangig der wissenschaftlichen Forschung und/oder dem Umweltmonitoring zugänglich ist.“

2002 hatte sich die internationale Staatengemeinschaft im Rahmen des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg darauf verständigt, weltweit bis zum Jahr 2012 repräsentative Netzwerke von Meeresschutzgebieten einzurichten. Dieses Ziel wurde 2004 im Rahmen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) bestätigt und in das entsprechende Arbeitsprogramm der CBD integriert. Die zehnte CBD-Vertragsstaatenkonferenz 2010 in Nagoya verabschiedete den Strategic Plan for Biodiversity 2011-2020, welcher das Ziel vorsieht, bis zum Jahr 2020 mindestens 10 Prozent der Küsten- und Meeresgewässer durch ökologisch repräsentative und vernetzte Systeme von Meeresschutzgebiete zu bewahren. Derzeit sind weltweit lediglich ca. 2 Prozent der Meeresgewässer in Form von MPAs ausgewiesen.

Im Antarktisvertragsgebiet können unabhängig von ASMAs und ASPAs die auch Meeresgebiete einschließen können, weitere spezielle Meeresschutzgebiete ausgewiesen werden oder Meeresgebiete als ASPAs ausgewiesen werden. Letzteres ist nur in Zusammenarbeit mit der Kommission zum Schutz der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR) möglich, die gegenwärtig dafür zuständig ist. Ausführliche Informationen hierüber finden Sie auf der Seite „Schutzgebiete nach CCAMLR″.

Auf einem felsigen Küstenabschnitt befindet sich eine Kolonie von Adeliepinguinen. Hunderte Tiere haben sich dort versammelt.
In Schutzgebieten werden Pinguine bei der Brut und Aufzucht ihrer Jungen nicht gestört.
Quelle: Fritz Hertel/UBA