Viermal Deutsche Umweltstudie zur Gesundheit auf einen Blick
Etwa 15.000 Menschen hat das Umweltbundesamt (UBA) seit 1985 in der Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit, GerES, auf Schadstoffe untersucht. Bereits mehrfach konnte es auf diese Weise Gesundheitsrisiken für den Menschen durch Umwelteinflüsse wie Chemikalien oder Lärm aufklären und so zum Schutz der Bevölkerung beitragen.
Eine Auswahl zentraler Ergebnisse aus fast 30 Jahren Deutsche Umweltstudie zur Gesundheit (ehemals Umwelt-Survey genannt):
- In der Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit von Kindern, GerES 2003-2006 (ehemals Kinder-Umwelt-Survey, KUS) konnte erstmals nachgewiesen werden, dass Schimmel in der Wohnung das Allergierisiko bei Kindern erhöht.
- Zudem darf aufgrund der Daten aus GerES 2003-2006 (ehemals KUS) der fortpflanzungsschädigende Weichmacher DEHP (Di(2-ethylhexyl)phthalat) seit 2007 in Europa nicht mehr in Babyartikeln und Kinderspielzeug verwendet werden.
- Diese GerES-Daten wurden auch genutzt, um die soziale Verteilung von Umweltbelastungen zu analysieren. Das Ergebnis: Sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen sind häufiger und stärker von Umweltproblemen betroffen.
- Aufgrund der Daten aus den Studien empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Amalgamfüllungen nicht mehr für Kinder. International bezog auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die UBA-Daten in ihre Bewertung ein.
- In der ersten Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit, GerES 1985-1986, (ehemals Umwelt-Survey von 1985 bis 1986) konnte gezeigt werden, dass Leitungswasser häufig mit Schwermetallen wie Blei oder Kupfer belastet war, die aus Wasserohren im Haus stammten. Auch deshalb wurde die Trinkwasserverordnung 1990 auf Trinkwasser aus Haushaltsrohren ausgeweitet.
Seit der ersten Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit, GerES 1985-1986 (ehemals Umwelt-Survey von 1985 bis 1986) ist die Belastung der Menschen in Deutschland mit den meisten Schadstoffen zurück gegangen. Nach wie vor sind jedoch potenziell schädliche Substanzen im Umlauf, deren zunehmende Verbreitung kritisch beobachtet werden muss oder deren Wirkung auf den Menschen und die Umwelt nicht abschließend geklärt ist. In den vergangen Jahren rückten vor allem Weichmacher, die wie Hormone wirken können, und allergieauslösende Substanzen in den Fokus. Auch Alternativen zu Weichmachern und Kosmetik-Inhaltsstoffe gewinnen an Bedeutung. Die Deutsche Umweltstudie zur Gesundheit hilft, die Relevanz neuer Stoffe für die Umwelt und den Menschen zu klären und Schadstoffquellen zu identifizieren.