Gesundheitsrisiken durch Mikroorganismen unterscheiden sich grundlegend von den Risiken durch Stoffe.
Trinkwasserqualität
Die Trinkwasserqualität ist in Deutschland in fast allen an das Umweltbundesamt gemeldeten Proben meist sehr gut: dass sowohl Mikroorganismen als auch Stoffe nur sehr selten im Trinkwasser in Konzentrationen gefunden werden, die Grenzwerte überschreiten, belegen die Daten zur Trinkwasserqualität.
Inhaltsverzeichnis
Mikroorganismen
Krankheitserregende Mikroorganismen infizieren meist nicht nur diejenigen, die das Wasser getrunken hatten oder anderweitig damit in Kontakt kamen. Vielmehr kann es durch die anschließende Übertragung von Mensch zu Mensch zu Epidemien mit vielen akut Kranken und gegebenenfalls Toten kommen. Dies hat man im Zuge der Cholera um 1900 verstanden und auch zu beherrschen gelernt. Hinreichend gut gefiltertes und ggf. auch desinfiziertes Trinkwasser enthält heute nur noch selten Krankheitserreger.
Stoffe
Schadstoffe sind in Deutschland im Trinkwasser seit Jahrzehnten fast nie in Konzentrationen gefunden worden, die unmittelbar innerhalb von Stunden bis Tagen zu Erkrankungssymptomen führen würden. Vielmehr geht es um die Langzeitwirkungen von täglich in geringen Mengen aufgenommenen Stoffen, die ebenfalls zu Erkrankungen und Todesfällen führen können. Anders als bei den Krankheitserregern kann man durch Schadstoffe verursachte Gesundheitsschäden schwerer auf eine einzelne Ursache zurückführen. Man kann aber aus Tests zur Wirkung von Stoffen schätzen, unterhalb welcher Konzentration man ein Leben lang zwei Liter Trinkwasser pro Tag unbesorgt genießen kann.
Forschung
Rohwasser zur Trinkwasseraufbereitung kann in geringen Konzentrationen unter anderem auch mit Wirkstoffen aus Arzneimitteln belastet sein. Das Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) hat daher das Umweltbundesamt (UBA) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beauftragt, Handlungsmöglichkeiten zur Minimierung des Eintrages von Human-Arzneimitteln in Oberflächen- und Grundwässer zu erarbeiten, um diese Ressource für die Rohwassergewinnung zur Trinkwasseraufbereitung besser zu schützen. Der hierzu vorliegende Bericht fasst die identifizierten Möglichkeiten und die Vorschläge zur Umsetzung dieser Handlungsoptionen auf nationaler Ebene zusammen. Ferner enthält er eine Bewertung des von der Europäischen Kommission vorgelegten Konzepts zur Minimierung des Eintrages von Arzneimitteln in die Umwelt im Hinblick auf nationale Konsequenzen für Humanarzneimittel sowie eine Priorisierung der Handlungsmöglichkeiten.
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