Mengenmäßiger Zustand des Grundwassers

Guter mengenmäßiger Zustand bedeutet, dass zumindest ein Gleichgewicht zwischen der Grundwasserentnahme und der Grundwasserneubildung besteht.

Außerdem darf eine Veränderung des Grundwasserspiegels durch Wasserentnahmen nicht dazu führen, dass Oberflächengewässer oder Landökosysteme, die mit dem Grundwasser in Verbindung stehen, signifikant geschädigt werden oder dass sich Qualität von Oberflächengewässern selbst signifikant verschlechtert. Darüber hinaus darf die Wasserentnahme nicht das Einströmen von Salzwasser oder anderen Schadstoffen ins Grundwasser (Intrusionen) zur Folge haben.
Insgesamt gibt es in Deutschland nur wenige Grundwasserkörper (GWK), die Wassermengenprobleme aufweisen. Von den insgesamt 1.253 GWK verfehlten 2016 lediglich 52 (4,2%) den „guten mengenmäßigen Zustand“. Mengenmäßige Probleme treten zum Beispiel im Zusammenhang mit Bergbauaktivitäten auf, insbesondere mit Braunkohletagebauen. In diesen Regionen ist oft über viele Jahrzehnte der Grundwasserspiegel stark abgesenkt worden. Selbst nach Beendigung des Bergbaus wird es viele Jahrzehnte dauern, ehe sich der natürliche Grundwasserspiegel wieder einstellt.

Grundwasser wird über den Niederschlag gespeist. Langanhaltende Trockenheit mit fehlenden Niederschlägen, reduzierter Sickerwasserrate und ⁠Grundwasserneubildung⁠ führt zu einer veränderten Tiefenlage der Grundwasseroberfläche. So sind zum Beispiel 2018 und 2019 aufgrund der langanhaltenden Trockenheit in einigen Regionen die Grundwasserstände in den oberflächennahen Grundwasserleitern deutlich gefallen. In Verbindung mit den Wasserbedarfen einer Region und ihrer zukünftigen Entwicklung lässt sich erkennen, wo eine Konkurrenzsituation um Wasser entstehen könnte. Hierzu laufen aktuell Forschungsarbeiten.

 

Mengenmäßiger Zustand der Grundwasserkörper in Deutschland
Mengenmäßiger Zustand der Grundwasserkörper in Deutschland
Quelle: BKG / LAWA / UBA mengenmaessiger_zustand_.pdf
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 Grundwasser