Tierarzneimittel in der Umwelt
Dieses Portal informiert Sie darüber, wie Tierarzneimittel in die Umwelt gelangen, erläutert deren Umweltauswirkungen und zeigt Möglichkeiten auf, die Einträge zu verringern. Es richtet sich an praktizierende aber auch künftige Landwirtinnen und Landwirte sowie Tierärztinnen und Tierärzte. Entdecken Sie praxisnahe Handlungsanregungen, vielfältige Hintergrundinformationen sowie Lehrmaterialien.
414 unterschiedliche Arzneimittelrückstände wurden bisher in der Umwelt in Deutschland nachgewiesen, darunter auch Wirkstoffe, die zur Behandlung von Nutztieren verwendet werden. Einige werden bei Menschen ebenso wie bei Haus- und Nutztieren eingesetzt, weshalb nicht immer differenziert werden kann, von welcher Anwendung die in der Umwelt gefundenen Wirkstoffe stammen. Tierarzneimittel werden hauptsächlich durch den Einsatz von Wirtschaftsdünger in die Umwelt eingetragen. Der Schwerpunkt dieses Portals liegt auf dem Nutztierbereich, insbesondere auf Rind, Schwein und Geflügel.
In der Umwelt können Arzneimittelwirkstoffe oder deren Abbauprodukte Auswirkungen auf pflanzliche oder tierische Organismen hervorrufen. Ebenso wie das Wirkspektrum der Arzneimittel ist auch die Bandbreite möglicher Umweltwirkungen groß. Seit 1998 bewertet das Umweltbundesamt die Auswirkungen von Tierarzneimittelwirkstoffen auf die Umwelt. Derzeit gibt es aber noch Lücken, gerade bei vielen älteren Wirkstoffen, so dass nicht alle Risiken abschätzbar sind. Das Umweltbundesamt möchte mit diesem Portal die Problematik von Tierarzneimitteln in der Umwelt auf Basis des Vorsorgeprinzips angehen. Wenn frühzeitig aufgrund erster Anzeichen eines möglicherweise wachsenden Problems sensibilisiert wird, können gemeinsam mit allen Akteuren Lösungen diskutiert werden.
Besondere Bedeutung haben krankheitsvorbeugende Maßnahmen, denn Tierarzneimittel, die nicht verabreicht werden müssen, können auch nicht in die Umwelt gelangen. Die Rubrik Gesunde Tiere dieses Portals stellt praxisorientierte Handlungsoptionen des präventiven Gesundheitsmanagements vor, während die Rubrik Tiermedizin Möglichkeiten aufzeigt, Umweltaspekte bei der Anwendung von Tierarzneimitteln einfließen zu lassen. Vertiefende Informationen zur Reduktion von Tierarzneimitteln im landwirtschaftlichen Produktionsprozess beinhaltet die Rubrik Landwirtschaft.
Artikel
Bildungsangebote zu Tierarzneimitteln und Umwelt
Die Anwendung von Tierarzneimitteln hat Auswirkungen auf die Umwelt – diese Erkenntnis rückt erst seit wenigen Jahren verstärkt in den Fokus von Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden. Parallel zu laufenden Forschungsprojekten werden Weiterbildungskonzepte entwickelt, wie möglichst schnell neue Erkenntnisse an Zielgruppen aus Landwirtschaft und Tiermedizin weitergegeben werden können.
Lagerung und Entsorgung von Tierarzneimitteln
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung von nicht verwendeten Arzneimitteln oder von Abfallmaterialien finden sich in den Produktionformationen von Tierarzneimitteln.
Umweltwirkungen von Tierarzneimitteln
In der Umwelt können Tierarzneimittel oder deren Abbauprodukte Auswirkungen auf pflanzliche oder tierische Organismen hervorrufen. Ebenso wie das Wirkspektrum der Arzneimittel ist auch die Bandbreite möglicher Umweltwirkungen groß. Die Risiken sind bei derzeitig lückenhafter Kenntnislage schwer abschätzbar.
Eintrag und Vorkommen von Tierarzneimitteln in der Umwelt
414 unterschiedliche Arzneimittelrückstände wurden bisher in der Umwelt in Deutschland nachgewiesen. Einige werden bei Mensch und Tier eingesetzt, weshalb die Quelle nicht immer differenziert werden kann. Auch wenn Arzneimittel exakt nach der medizinischen Indikation verabreicht werden, gelangen Spuren der Wirkstoffe hauptsächlich durch die Ausbringung von Wirtschaftsdünger in die Umwelt.
Tierarzneimittelmarkt
Deutschland gehört zu den größten Tierproduzenten Europas und zu den größten Abnehmern von Antibiotika, die in der Tierproduktion eingesetzt werden. Die Abgabe von Antibiotika nimmt gegenwärtig ab. Seit 2011 hat sich der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung mehr als halbiert. Am höchsten ist die Abgabe in Regionen im Nordwesten, wo auch die höchsten Tierdichten zu finden sind.