Flächenverbrauch für Rohstoffabbau

Der Abbau von Rohstoffen im Tagebau geht mit einer unwiderruflichen Zerstörung von Böden und Landschaften einher. Wasserhaushalt und Wasserqualität können dauerhaft beeinträchtigt werden. Durch den Abbau von Rohstoffen kamen 2017 pro Tag etwa 7,5 Hektar (ha) Fläche "unter den Bagger", davon 4,2 ha für Baumineralien, 2,1 ha für Braunkohle, 1 ha für Torf und 0,3 ha für Industriemineralien.

Inhaltsverzeichnis

 

Inländische Rohstoffentnahme

Nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe wurden 2017 insgesamt 754,64 Millionen Tonnen abiotische Rohstoffe im Tagebau abgebaut. Das sind fossile Energierohstoffe wie Kohle oder Erdöl, Baumineralien wie Sande, Kiese oder Steine sowie mineralische Industrierohstoffe wie Salze oder feuerfeste Tone. Statistisch gesehen wird Torf auch zu den abiotischen Rohstoffen gerechnet (siehe Abb. „Inländische Entnahme von Rohstoffen im Tagebau“).

Zwischen den Jahren 1994 und 2009 ging die Masse der im Tagebau entnommenen Rohstoffe um über ein Viertel oder 28,8 % zurück. Seit 2009 verharrt der Abbau von Baumineralien mit kleinen Schwankungen allerdings auf nahezu gleichem Niveau.

Diagramm: In Deutschland sank die Entnahme von Rohstoffen im Tagebau zwischen 1994 und 2017 um 25,5 Prozent von 1.012 auf 754 Millionen Tonnen.
Inländische Entnahme von Rohstoffen im Tagebau
Quelle: Umweltbundesamt / Statistisches Bundesamt / BGR Diagramm als PDF
 

Neu in Anspruch genommene Fläche durch Rohstoffabbau im Tagebau

Der Abbau von Rohstoffen im Tagebau ist mit einem unwiderruflichen Eingriff in Landschaften und Böden verbunden. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA ) auf Basis aktueller Daten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und des Statistischen Bundesamtes wurde 2017 eine Fläche von 2.763 Hektar (ha) neu vom Tagebau in Anspruch genommen (siehe Abb. „Flächenverbrauch durch inländische Entnahme von Rohstoffen im Tagebau“). Das entspricht einer täglichen Flächenneuinanspruchnahme von 7,5 ha oder mehr als 10 Fußballfeldern.

Vom täglichen Flächenverbrauch durch Tagebau entfielen im Jahr 2017 pro Tag rund 4,2 ha auf den Abbau von Baumineralien, 2,1 ha auf den Abbau von Braunkohle, 1 ha auf den Abbau von Torf und unverändert 0,3 ha auf den Abbau von Industriemineralien.

Gegenüber dem Flächenverbrauch 2016 ist dies eine Abnahme um 0,06 Hektar pro Tag. 1994 betrug der tägliche Flächenverbrauch – also das Ausmaß der täglichen neu hinzu kommenden Flächenbeeinträchtigung oder Bodenzerstörung durch den Rohstoffabbau – noch rund 9,3 ha. Seitdem ging der Flächenverbrauch nach Berechnungen des UBA basierend auf Daten der BGR und des Statistischen Bundesamtes um 18,8 % zurück. Damit fällt der Rückgang bei der jährlichen Flächenneuinanspruchnahme geringer aus, als der Rückgang der Rohstoffentnahme vermuten lässt.

Diagramm: Der tägliche Flächenverbrauch durch den Abbau von Rohstoffen sank zwischen 1994 und 2017 um 18,8 Prozent von 9,3 auf 7,6 Hektar. Im Jahr 2017 waren es 4,2 Hektar für Baumineralien, 2,1 Hektar für Braunkohle, 1 Hektar für Torf und 0,3 ha für Industriemineralien.
Flächenverbrauch durch inländische Entnahme von Rohstoffen im Tagebau
Quelle: Umweltbundesamt / Statistisches Bundesamt / BGR Diagramm als PDF
 

Gesamtfläche, die durch Rohstoffabbau belegt ist

Zwischen der Neuinanspruchnahme von Flächen für den Rohstoffabbau und ihrer Aufgabe und Renaturierung oder Rekultivierung können Jahre oder Jahrzehnte vergehen. Die Fläche, die aktuell durch den Rohstoffabbau belegt und überformt ist, ist deshalb wesentlich größer als die jährlich neu in Anspruch genommene Fläche. Ausweislich der Flächenstatistik für das Jahr 2017 sind aktuell 152.775 ha (1.527,75 km²) durch Bergbaubetriebe, Steinbruch, Tagebau und Gruben belegt, also 55 Mal so viel, wie jährlich neu in Anspruch genommen wird.

 

Berechnung des Flächenverbrauchs

Der Flächenverbrauch hängt wesentlich davon ab, mit welcher Abbaumächtigkeit der jeweilige Rohstoff zur Verfügung steht. Sand- und Kiesschichten sind im Schnitt 15 Meter (m) mächtig. Natursteine werden aus 25 m dicken Schichten gebrochen. Die Mächtigkeit der Braunkohleflöze ist regional unterschiedlich. Im rheinischen Revier sind die Braunkohleflöze im Mittel 35 m dick, in der Lausitz sowie im mitteldeutschen Revier lediglich 11 m. Torfschichten hingegen sind deutlich dünner: Ihre Mächtigkeit beträgt meist nur etwa 1,5 - 2 m.

Wird zusätzlich die Dichte des jeweiligen Rohstoffs berücksichtigt, lässt sich schnell errechnen, wie viel Oberfläche zerstört wird, um von einem Rohstoff eine Tonne abzubauen: Für Sand oder Kies liegt der entsprechende Wert bei 370 Quadratzentimetern (cm²), für Natursteine bei 154 cm², für rheinische Braunkohle bei 220 cm² und für mitteldeutsche Braunkohle bei 700 cm².