Kurzbezeichnung
Kiesgeprägte Ströme sind: der Rhein vom Bodensee bis Leverkusen, die Donau, die Oberläufe von Elbe und Weser, die Unterläufe von Main und der Neckar. Insgesamt werden rund 1800 km diesem Typ zugeordnet.
Im Kartendienst zum Gewässertyp des Jahres finden Sie alle Fließgewässer, Seen, Ästuare (Übergangsgewässer) und Küstengewässer. Alle Gewässerabschnitte der „kiesgeprägten Ströme“ in Deutschland und deren Bewertung des Zustands sind dort farbig hervorgehoben. Sie können sich für das Gewässer, das Sie interessiert, weitere Angaben zum Zustand der Gewässerflora und -fauna abrufen. Vielleicht gehört ja ein Flussabschnitt, den Sie kennen, zum Gewässertyp des Jahres.
Steckbrief
- Größe:
o Breite der Flüsse etwa 100 bis zu 2000 Meter (Oberrhein-Furkation (Furkation
ist eine Flussverzweigung))
o Breite der begleitende Aue bis zu 9 km (z.B. Oberrhein)
o Einzugsgebietsgröße über 10.000 Quadratkilometer
- Vertreter: Große Abschnitte des Rheins, der Donau, der Elbe, der Weser, des Neckar und des Main.
- Abflusstyp: Die Abflussdynamik der Ströme ist aufgrund der Größe ihrer Einzugsgebiete gering. Meist komplexe Abflussregime (Glaziär-Nival-Pluvial, das heißt, die Höhe des Abflusses wird durch das Abschmelzen von Gletschern (glaziär), Schneeschmelze (nival) und/oder Regenereignisse (fluvial) bestimmt). Mittlere Abflusshöhe von ca. 100 (Weser bei Hannoversch-Münden) bis zu 2.000 (Rhein bei Köln) Kubikmeter pro Sekunde.
- Strömungsbild: Sehr vielfältig, im Hauptstrom rasch und turbulent, mit zunehmender Breite gleichmäßiger strömend.
- Substrat: Schotter und Kies, nur in geringen Anteilen Sand, viel Totholz z.B. Baumstämme.
- Gewässerform: Geschwungener bis mäandrierender Längsverlauf, in Engtälern oder Sohlentälern fließend. Hohe Breiten- und Tiefenvarianz mit kiesigen Quer- und Längsbänken. Zahlreiche große Auengewässer in breiten Sohlentälern begleiten den Fluss.
- Natürlicherweise typische Habitate: Große Habitatvielfalt: Kies- und Schotterbänke, Kolke, Altarme, Inseln, Totholzansammlungen, Auengewässer.
- Lebensgemeinschaft: ursprünglich sehr arten- und individuenreiche Biozönosen, heute oft weniger artenreich und durch hohe Anteile an Neozoen charakterisiert, vorherrschender Uferbewuchs: Silberweidenwald, Röhrichte, Seggenried, Hochstaudenfluren, Pionierfluren auf Kiesbänken.
- Hauptbelastungsfaktoren: Nähr- und Schadstoffeinträge, Hochwasserschutz für Siedlungen und Landwirtschaft, Schifffahrt, Wasserkraftnutzung.