Der Gefurchte Dickmaulrüssler (Othiorynchus sulcatus) knabbert an diversen Pflanzen, eine besondere Vorliebe hat er jedoch für Rhododendron, Azaleen und Heidekraut, Eiben, Fichten und Wacholder sowie für Erdbeeren und anderes Beerenobst. Charakteristisch ist der sogenannte Buchtenfraß der erwachsenen Käfer: Die Blattränder sind mehr oder weniger u-förmig angefressen. Das allein verkraften die meisten Pflanzen problemlos. Gefürchtet sind vor allem die Dickmaulrüsslerlarven: Sie fressen an den Pflanzenwurzeln und können dadurch selbst größere Gehölze zum Absterben bringen.
Die gute Nachricht: Auch ein starker Befall lässt sich ganz ohne chemische Pflanzenschutzmittel gut in den Griff bekommen. Am effektivsten ist es, sowohl die Käfer als auch die Larven zu bekämpfen. Die zehn bis zwölf Millimeter großen Käfer können Sie einfach absammeln, indem Sie von Anfang Mai bis Anfang September mit Holzwolle gefüllte Dosen oder Blumentöpfe neben den befallenen Pflanzen aufstellen. Die nachtaktiven Käfer nehmen die angebotenen Verstecke gerne an und können tagsüber direkt in die Biotonne entleert werden. Achtung, bei einer sehr vollen Tonne können die Käfer durch einen etwaigen Spalt entkommen.
Eine Alternative sind fertig zu kaufende Käferfallen, die im gleichen Zeitraum Verwendung finden. Sie bestehen aus Holzbrettern, die den Käfern tagsüber ebenfalls als Versteck dienen. Die Bretter sind mit Nuten versehen, die mit einem nematodenhaltigen Gel gefüllt werden. Nematoden sind für den Menschen vollkommen harmlose Fadenwürmer. Die nützlichen Nematoden der Art Steinernema carpocapsae parasitieren den Käfer – sie nutzen ihn also als eine Art lebende Speisekammer, um sich in ihm zu vermehren. Auf diese Weise wächst die Zahl der mit bloßem Augen nicht sichtbaren Gartenhelfer sogar noch an, bis sich schließlich keine Dickmaulrüssler mehr in ihrer Reichweite befinden. Die Bretter werden mit der Gelseite nach unten ausgelegt und zwar möglichst schattig, damit das Gel nicht austrocknet. Ist es dennoch einmal ausgetrocknet, können Sie es befeuchten und dadurch reaktivieren. Eine Falle reicht für eine Fläche von rund zehn Quadratmetern, kostet um die 16 Euro und bleibt etwa sechs Wochen aktiv – wobei die Nematoden die Käfer oft schon nach zwei Wochen fast vollständig dezimiert haben. Die Fallen können Sie anschließend aufbewahren und bei Bedarf mittels Nachfüllpack erneut einsatzbereit machen.
Noch wichtiger ist die Bekämpfung der Dickmaulrüsslerlarven. Auch hierbei kommen nützliche Nematoden zum Einsatz, allerdings zwei andere Arten: Je nach Bodentemperatur können Sie zwischen den Nematoden der Art Heterorhabditis bacteriophora und der Art Steinernema kraussei wählen. Letztere macht sich schon ab Bodentemperaturen von fünf Grad Celsius auf die Suche nach Larven, während Heterorhabditis-Nematoden ab 15 Grad aktiv werden. (Oft werden von Produzentenseite aus 12 Grad Celsius als Mindesttemperatur angegeben, doch in wissenschaftlichen Versuchen waren gute Ergebnisse erst ab 15 Grad zu beobachten.) Die Nematoden werden von April bis Anfang Juni und von Ende August bis Oktober in 15 bis 20 Grad Celsius warmes Wasser eingerührt und per Gießkanne oder Spritze ausgebracht. Achtung, die Nematoden sind zwar nur einen Millimeter groß, könnten jedoch in allzu feinen Spritzdüsen hängenbleiben! Da die kleinen Helfer UV-lichtempfindlich sind, warten Sie mit der Anwendung am besten bis zum Abend; ist es bewölkt, können Sie sofort loslegen. Achtung, Nematoden reagieren sehr empfindliche auf chemische Pflanzenschutzmittel! Sie sollten daher auf den Einsatz derartiger Produkte verzichten – auch im Vorfeld.
Tipp: Nematoden helfen auch gegen viele andere Schädlinge, beispielsweise im Rasen sowie in Kernobst- und Gemüsekulturen.