Hinweise zum Recycling
Altreifen bzw. die hierin enthaltenen Materialien werden sowohl rohstofflich, werkstofflich als auch energetisch verwertet.
Aufgrund bestehender Qualitätsanforderungen erfolgt der Einsatz von Recyclingmaterial bei der Herstellung von Neureifen nur in geringem Umfang. Bei der Herstellung von Reifen wird das weitgehend irreversible Verfahren der Vulkanisation angewendet, um aus einer Rohkautschukmischung ein widerstandsfähiges und elastisches Produkt zu erhalten.
In der gummiverarbeitenden Industrie sowie Zementindustrie werden die Materialien von Altreifen energetisch und rohstofflich verwertet. So geht mit der Verbrennung von Altreifen in der Zementindustrie mit der Nutzung des Energieinhalts auch ein stofflicher Nutzen einher. Aufgrund der hohen Prozesstemperaturen bei der Klinkerherstellung verbrennen die Reifen fast vollständig. Neben Natur- und Synthesekautschuk oxidieren auch Ruß und die enthaltenen Stahleinlagen. Die verbleibenden Verbrennungsrückstände gehen als Zusatzstoffe in den Klinker über und werden anstelle von Primärrohstoffen Bestandteil des Zements.
Gummigranulat aus Altreifen findet auch werkstoffliche Anwendung bei der Produktion von Einstreumaterialien und Gummiformteilen für Sportanlagen wie Kunstrasenfüllung, Spielfelder, Tennisplätze und Laufbahnen, der Herstellung elastischer Gummimatten sowie von Platten zur Isolierung oder Abdichtung. Darüber hinaus werden sie als Zusatzstoff im Asphalt eingesetzt, um Verkehrsgeräusche zu mindern. Der bei der mechanischen Aufbereitung der Altreifen freigesetzte Reifendraht wird der Stahlindustrie zugeführt.