Grundlagen der Schweinehaltung
An erster Stelle gesundheitsfördernder Bedingungen in der Schweinehaltung steht die Prävention der Einschleppung von Infektionserregern in die Betriebe. Dieses ist in der Regel nicht durch einzelne Maßnahmen zu erreichen, sondern erfordert immer eine Gesamtbetrachtung und ein Bündel an unterschiedlichen Maßnahmen. Die Schweinehaltungshygieneverordnung enthält Hinweise zum Schutz der Tiere(1). Die Vorschriften richten sich nach der Größe des Bestandes und dem Haltungssystem (Stall- oder Freiland), und sollen der Erregereinschleppung entgegenwirken. In der Praxis bedeuten die Vorschriften z.B. das Aufstellen von Zäunen und die Einrichtung von Schleusen und abgetrennten Räumen.
Infektionsketten unterbrechen
Im Betrieb sollte überprüft werden, ob Infektionsketten gegebenenfalls unterbrochen werden können, z. B. durch frühzeitige Absonderung kranker Tiere und getrennte Haltung der Tiere verschiedener Altersstufen. Allerdings sollte beachtet werden, dass trotz oberirdisch getrennter Abteile über ein gemeinsames Lüftungssystem oder gemeinsame Güllekeller ein Pfad für die Übertragung der Krankheitserreger bestehen bleiben kann. Geeignete Reinigungs- und Desinfektionsverfahren(2) können Krankheitserreger innerhalb der Abteile vermindern. Eine geringere Belegdichte als die gesetzlich geforderte(3) (TierSchNutztV) kann ebenfalls die Krankheitsübertragung senken (siehe: Reduktion des Keimdrucks). Eine Gruppengröße von mindestens 10 Tieren ist dennoch sinnvoll, damit die Gesamtfläche eine Trennung der Funktionsbereiche ermöglicht. Bei sehr großen Gruppen steigt u.a. das Risiko der Verletzungen durch Rangkämpfe wodurch ebenso Infektionen entstehen können. Auch die frühe Separierung von kranken oder geschwächten Tieren in eine Krankenbucht kann zu einer Unterbrechung von Krankheitsübertragungen beitragen. Dazu ist es nötig, eine Krankenbucht vorzuhalten und deren Versorgung möglichst am Ende in die Produktionsprozesse einzubinden.
Wasser, Futter, Belüftung und Temperatur optimieren
Ein Grundstein für eine gute Tiergesundheit ist die optimale Versorgung mit Luft, Frischwasser und Futter (siehe: Optimale Fütterung, Tränkwasserversorgung im Stall). Die Anordnung von Tränk- und Fütterungseinrichtungen in der Bucht möglichst weit entfernt vom Kotbereich kann Erkrankungen reduzieren. Das Stallklima ist an die jeweilige Altersgruppe anzupassen(2).
Tierwohl durch Wissen und Erfahrung
Außenklimareize, unterschiedlich strukturierte Stallbereiche, der Zugang zu ausreichendem Wühl- und Beschäftigungsmaterial sowie eine gute Einstreu können das Wohlbefinden der Tiere erhöhen. Dadurch kann die Stressbelastung reduziert und das körpereigene Abwehrsystem gestärkt werden. Allerdings kann diese Haltungsform neben der negativen Arbeitswirtschaftlichkeit auch das Auftreten von Krankheiten durch eine schlechte Strohqualität, Kontakt zu Wildtieren und erhöhten Kontakt mit Ausscheidungen fördern. Landwirte/-wirtinnen sollten alle Risiken im Blick haben und diese weitestgehend reduzieren. Wissen und Erfahrung sind die wichtigsten Komponenten.