Die passive Immunität
Zur passiven Immunisierung steht bei Ferkeln und neugeborenen Wiederkäuern die rechtzeitige und ausreichende Versorgung mit Kolostrum an erster Stelle, da sie vor der Geburt keine Abwehrstoffe vom Muttertier erhalten(1, 2) (siehe: Optimale Fütterung, Abschnitt: Ausgewogene Zusammensetzung des Futters fördert die Gesundheit). Die Frischgeborenen müssen so schnell wie möglich saugen, um ausreichend Kolostrum aufzunehmen. Für den Fall, dass das Muttertier erkrankt, sollte Kolostrum hoher Qualität eingefroren bevorratet werden. Gegebenenfalls kann auch durch eine rechtzeitige Muttertierimpfung(3) der Antikörpergehalt im Kolostrum erhöht werden(4, 5) (siehe: Optimale Fütterung).
Da die körpereigenen Energiereserven aller Neugeborenen nach der Geburt schnell aufgebraucht sind und sie die eigene Körpertemperatur nur eingeschränkt regulieren können, bedarf es neben ausreichenden Mengen energiereicher Milch Schutz vor Kälte und ungünstigen Witterungseinflüssen durch ein räumlich -begrenztes Kleinklima oder einer externen Wärmezufuhr. Der Abferkelstall darf deswegen nicht zu kalt und der Weg zum Ferkelnest nicht zu lang sein(6). Unter Umständen sollte nach der Geburt, möglichst entfernt von der Sau, eine Wärmelampe angebracht werden. Verdunstet das Fruchtwasser auf den neugeborenen Jungtieren, kühlen diese aus. Deswegen sollten die Ferkel trockengerieben und dann sofort an das Gesäuge der Sau angesetzt werden. Für Kälber sollte ein Iglu als Witterungsschutz mit ausreichend Einstreu zur Verfügung stehen. Auch Kälber sollten mit Stroh trockengerieben werden, speziell wenn sie direkt in Außenklimaställe gebracht werden(7, 8). Für die ersten 24 Stunden gibt es bei Kälbern Wärmeboxen und Kälberdecken, jedoch wurden die Wirkungen dieser bislang noch nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht. Eine gewissenhafte Überwachung der Geburt und der Aufnahme von Kolostrum wirkt sich sehr positiv auf die Überlebenswahrscheinlichkeiten von Ferkeln oder Kälbern und deren lebenslange Gesundheit aus. Für jedes Ferkel muss eine funktionierende Zitze mit ausreichend Milch vorhanden sein. Kälbern sollte häufig frische (Biest-)Milch angeboten werden. Behandlungsmaßnahmen oder das Versetzen von Ferkeln zu anderen Sauen sollten erst nach ausreichender Kolostrumaufnahme durchgeführt werden(9, 10) (siehe: Optimale Fütterung).
Auch Geflügel benötigt Wärme, insbesondere in den ersten 10 Tagen nach dem Schlüpfen. Ställe mit Fußbodenheizung und hierdurch erzielte Raumtemperaturen von 30 bis 34°C haben sich bewährt. Zusätzlich kann eine optimale Versorgung mit Vitaminen und Mineralien die Gesundheit der Tiere stabilisieren(11, 12).