Die Arktis beherbergt einzigartige Lebensräume. Trotz des harschen Klimas leben dort Tiere und Pflanzen, die der eisigen Kälte und langen Dunkelheit standhalten können. Aber diese einzigartige Umwelt ist bedroht: Steigende Luft- und Wassertemperaturen lassen das Meereis, die Gletscher und den Permafrost in der Arktis schmelzen. Je wärmer und zugänglicher die Region wird, desto größer wird die Rolle, die menschliche Aktivitäten spielen: In vielen Teilen der Arktis bestimmt die Förderung von Rohstoffen die Entwicklung vor Ort. Es reisen mehr Schiffe und Touristen in die Arktis als je zuvor. Für alle Bewohner der Arktis wird es immer schwieriger, sich den raschen Veränderungen anzupassen. Dies gilt auch für die dort lebenden Menschen.
Dabei ist die Arktis nur scheinbar isoliert: Schadstoffe und Müll aus südlicheren Breitengraden gelangen zum Beispiel durch Luft- und Wasserströmungen bis in die arktische Region. Die lokalen Veränderungen im hohen Norden haben ihrerseits Einfluss auf den Rest der Welt, denn die ausgleichende Wirkung der Arktis im Klimasystem wird gestört: Durch fehlende Eisflächen verringert sich die Rückstrahlung der Sonnenwärme; der Arktische Ozean erwärmt sich noch schneller. Die tauenden Permafrostböden geben zusätzlich klimarelevante Gase wie Kohlendioxid und Methan frei. So wird der Treibhausgaseffekt zusätzlich verstärkt.
Auch wir in Deutschland hinterlassen auf diese Weise Spuren in der Arktis und sind von den Veränderungen rund um den Nordpol betroffen. Damit sind wir in der Verantwortung, uns für den Umweltschutz in der Region einzusetzen. Im Jahr 2013 verabschiedete die Bundesregierung die „Leitlinien der deutschen Arktispolitik“ und bekennt sich darin zu einer umwelt- und naturverträglichen sowie nachhaltigen Nutzung der Arktis. Sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene wird die Erarbeitung von Standards für umweltverträgliche Aktivitäten in der Arktis unterstützt. So kommen auch nationale Maßnahmen, beispielsweise zur Abfallvermeidung, zur nachhaltigen Rohstoffpolitik oder zur Emissionsminderung, letztendlich dem Erhalt der arktischen Umwelt zu Gute.
Nachfolgend wollen wir auf drei Themenkomplexe aufmerksam machen, die wir in Deutschland oder von Deutschland aus beeinflussen können.