Die Landwirtschaft hat für den Schutz der Umwelt eine hohe Bedeutung und große Verantwortung. Sie kann dazu beitragen, eine vielfältige, artenreiche und intakte Kulturlandschaft zu erhalten. Dieser Aufgabe kommt die Landwirtschaft jedoch nicht ausreichend nach. Seit Jahrzehnten wird auf Kosten der Umwelt produziert, ohne dass sich entscheidend etwas verbessert hat.
Hervorzuheben sind insbesondere der Verlust der Artenvielfalt, die intensive Düngung mit Stickstoff und Phosphor, sowie die Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft.
Der Verlust der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft wird unter anderem verursacht durch den Verlust von Lebensräumen und Nahrungsquellen, durch enge Fruchtfolgen, die Ausräumung der Landschaft und den intensiven Pflanzenschutzmitteleinsatz.
Die intensive Düngung führt dazu, dass große Mengen an Stickstoff und Phosphor in die Umwelt gelangen, die unsere Gewässer – auch das Grundwasser – belasten, die Luftqualität reduzieren und zum Klimawandel beitragen. Zur Nährstoffanreicherung in Ökosystemen und zu einer schlechten Luftqualität trägt auch Ammoniak bei, das insbesondere aus der Tierhaltung stammt.
Nicht nur die Düngung führt zu Treibhausgasemissionen. Die Landwirtschaft emittiert auch das Treibhausgas Methan, welches insbesondere von Wiederkäuern wie Rindern ausgestoßen wird. Hinzu kommen erhebliche Kohlenstofffreisetzungen durch die ackerbauliche Nutzung ehemaliger Moorstandorte.
Darüber hinaus gefährden Pflanzenschutzmittel und in den Düngemitteln enthaltene Schwermetalle, gefährliche Chemikalien und Rückstände von Arzneimitteln aus der Intensivtierhaltung terrestrische und aquatische Ökosysteme.
Eine nicht standortangepasste Bewirtschaftungsweise, wie das Befahren mit schweren Maschinen oder nicht ausreichende Bodenbedeckung mit Pflanzen können den Boden schädigen, verdichten und zur Erosion führen.
Für einige Umweltprobleme haben EU und Bundesregierung verbindliche Ziele formuliert. In der NEC-Richtlinie der EU wird beispielsweise festgelegt, dass die jährlichen Ammoniak-Emissionen ab 2020 um 5 Prozent niedriger sein müssen als 2005. Diese Ziele wurden 2021 und 2022 in Deutschland eingehalten. Auf EU-Ebene legt die NEC-Richtlinie auch fest, dass ab 2030 die jährlichen Ammoniak-Emissionen 29 Prozent niedriger gegenüber 2005 sein sollen. Dieses Ziel wurde bisher nicht erreicht. Auf nationaler Ebene ist das Minderungsziel für Ammoniak in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie enthalten (Teil des Indikators zu Luftschadstoffen).
Die Landwirtschaft in Deutschland ist mitverantwortlich, dass zahlreiche politische Umweltziele in den Bereichen Artenvielfalt, Boden-, Gewässer- und Luftqualität sowie bei den Treibhausgasemissionen erreicht werden können. Hierfür sind in den meisten Bereichen jedoch weitere Anstrengungen notwendig.
Weitere Information finden Sie hier: "Umweltbelastungen der Landwirtschaft", "Daten zur Umwelt 2018: Umwelt und Landwirtschaft" und "Umweltprobleme der Landwirtschaft - eine Bilanz".