In der Natur fallen Blätter, Blüten und Früchte zu Boden und verrotten, die enthaltenen Nährstoffe werden frei und stehen somit in der nächsten Saison erneut zur Verfügung. Im Hobbygarten werden Obst und Gemüse jedoch geerntet, Blumen geschnitten, der Rasen gemäht und Laub zusammengerecht, also Nährstoffe entzogen. Diesen Verlust gilt es durch Düngen wieder auszugleichen.
Der Düngebedarf ist je nach Jahreszeit und Pflanzenart zum Teil sehr unterschiedlich. Den höchsten Nährstoffbedarf haben die meisten Pflanzen im Frühjahr, wenn Blätter und Blüten neu gebildet werden müssen. Entsprechend ist im März/April ein guter Zeitpunkt zum Düngen. Kompost eignet sich dafür besonders gut, weil er seine Nährstoffe über einen längeren Zeitraum hinweg abgibt und zugleich die Bodenstruktur verbessert – also für eine gute Bodendurchlüftung sorgt und das Speichervermögen für Nährstoffe und Wasser optimiert. Wer keinen eigenen Komposter besitzt, kann das "schwarze Gold des Gärtners" oft beim Städtischen Kompostwerk erwerben – verhältnismäßig preisgünstig und zudem gütegesichert, also mit von Charge zu Charge nahezu gleichbleibenden Nährstoffwerten und frei von Krankheitserregern.
Als Faustregel gelten ungefähr zwei Liter Kompost pro Quadratmeter im Ziergarten und drei Liter für Rosen sowie auf Gemüsebeeten – verteilen Sie den Kompost gleichmäßig und arbeiten Sie ihn, soweit möglich, leicht in den Boden ein. Topfgärtner müssen meist etwas mehr düngen, da die Pflanzen ihre Wurzeln im Vergleich zu Freilandpflanzen nicht so weit ausbreiten und damit auch auf weniger Nährstoffdepots in der Erde zugreifen können. Insbesondere bei kleineren Pflanzgefäßen ist es meist schwierig, die ohnehin schon vollen Töpfe noch zusätzlich mit Kompost zu befüllen. Eine praktische Alternative ist Langzeitdünger. Es gibt ihn in Form von Granulat, das aufgestreut und möglichst etwas eingearbeitet wird, sowie als Stäbchen und Düngekegel, die zu Saisonbeginn einfach in die Erde gesteckt werden. Die Menge richtet sich stets nach der Topfgröße und ist auf der Packung angegeben. Wichtig zu wissen: Wie schnell die Nährstoffe bei Langzeitdüngern freigesetzt werden, hängt unter anderem von der Bodentemperatur und der Bodenfeuchte ab. Falls Topf- oder Kübelpflanzen kümmern und gelbe Blätter bekommen, und Sie eine Erkrankungen und Schädlingsbefall als Ursache ausschließen können, sollten Sie daher gegebenenfalls mit Flüssigdünger nachdüngen, indem Sie ihn ein- bis zweimal die Woche ins Gießwasser mischen.
Spezialdünger lohnen sich nur in wenigen Fällen: Zitruspflanzen leiden schnell unter Eisenmangel und bekommen dann hellgelbe Blätter mit grünen Blattrippen. Hier hilft ein Zitrusdünger, der eine Extra-Portion Eisen enthält. Auch für Moorbeetpflanzen wie Hortensien, Heidelbeeren und Rhododendron lohnt sich die Anschaffung eines Spezialdüngers: Diese Arten bevorzugen einen Boden mit niedrigem pH-Wert, ein entsprechender Dünger – zum Beispiel ein Rhododendrondünger, der trotz seines Namens auch für Hortensien und Heidelbeeren verwendet werden kann – trägt dazu bei, diesen niedrigen Wert zu erhalten.