Kernholz
Kernholz ist widerstandsfähiger als Splintholz. Als Kernholz bezeichnet man bei zahlreichen Baumarten die innere Zone im Stammquerschnitt, die sich meist deutlich vom äußeren, helleren Splintholz unterscheidet. Echtes Farbkernholz enthält natürliche Inhaltsstoffe, die die Zellwände tief einfärben und in der Regel die Dauerhaftigkeit des Holzes erhöhen. Auch die Holzart hat Einfluss auf die Widerstandfähigkeit der Holzprodukte gegenüber Schädlingen: Hölzer von Lärche, Eiche, Robinie und Douglasie sind erheblich widerstandsfähiger als das Holz von Fichte oder Tanne. Mit der richtigen Holzwahl kann späteren teuren und aufwendigen Schutzmaßnahmen vorgebeugt werden. Auch in Verbindung mit chemischen Holzschutzmaßnahmen ist die Wahl der Holzart eine der wichtigsten baulich konstruktiven Maßnahmen.
Technisch vorgetrocknete Hölzer und hitzebehandelte Hölzer
Der Ansiedlung holzzerstörender Pilze kann vorgebeugt werden, in dem technisch vorgetrocknetes Holz mit geringem Feuchtegehalt verbaut wird. Das Prinzip der technischen Trocknung von Bauholz zur Verbesserung der Haltbarkeit ist schon lange bekannt. Bereits vor 7000 Jahren wurde bei der Erstellung von Pfahlbauten Holz durch Hitze konserviert. Bei der sogenannten Hitze-Behandlung wird das Holz unter Sauerstoff-Ausschluss für mehrere Stunden auf 150-250°C erhitzt. Hierdurch verändert sich seine chemische Struktur derart, dass die Wasseraufnahmefähigkeit des Holzes verringert wird. Nicht nur der Befall mit feuchtigkeitsliebenden Pilzen auch die Ansiedlung von Schadinsekten kann so verhindert bzw. gehemmt werden. Pilzwachstum wird durch eine Holzfeuchte von über 20% gefördert. So genannte Trockenholzinsekten benötigen zu ihrer Entwicklung Holzfeuchten von 7-15%. Die Larven des, wegen gravierender Bauschäden besonders gefürchteten, Hausbockkäfers entwickeln sich ab einer Holzfeuchte von 8-10% wobei das Feuchteoptimum bei 30% liegt. Durch die technische Holztrocknung oder Hitzebehandlung des zu verbauenden Holzes kann das Befallsrisiko deutlich gesenkt werden.
Acetylierte Hölzer
Die Wirkung der Hitzebehandlung kann durch die gezielte Zugabe von Essigsäureanhydrid noch gesteigert werden. Bei der Acetylierung wird die Zellwand des Holzes verändert: Hier werden die im Holz befindlichen Hydroxylgruppen durch Acetylgruppen ersetzt. Acetylverbindungen kommen schon von Natur aus in geringer Anzahl in allen Holzarten vor. Durch diesen Prozess nimmt acetyliertes Holz wesentlich weniger Wasser auf als unbehandeltes Holz. Verwendung finden acetylierte Hölzer vor allem bei der Fensterkonstruktion, doch auch im Außenbereich und für tragende Konstruktionen sind die acetylierten Hölzer einsetzbar. Für den Innenbereich wird ihr Einsatz nicht empfohlen, da das Problem der Freisetzung von nicht gebundener Essigsäure oder des Essigsäureanhydrids noch nicht gelöst ist. Zu bedenken ist auch, dass der Rohstoff- und Energieeinsatz bei der Acetylierung sehr hoch ist. Durch integrierte Chemikalienrückgewinnung können die Verfahren optimiert werden und auch Energie eingespart werden. Trotz der Einschränkungen bietet die Acetylierung eine Alternative zu mit Holzschutzmitteln behandelten Hölzern.
Furfurylierte Hölzer
Ein weiteres Verfahren der chemischen Modifikation von Holz ist die Behandlung mit Furfurylalkohol. Hierbei handelt es sich um eine erneuerbare Chemikalie, die aus Pflanzenabfällen aus der Zuckerfabrikation oder anderen landwirtschaftlichen Biomasseprodukten wie Maiskolben oder Sonnenblumen abgeleitet wird. Bei der Furfurylierung wird die Holzstruktur chemisch verändert, dass es sehr fest und dauerhaft ist. Es zeichnet sich durch Pilzresistenz aus. In Deutschland ist furfuryliertes Holz noch nicht auf dem Markt erhältlich.
Konstruktiver Holzschutz
Der baulich konstruktive Holzschutz dient im Wesentlichen dem vorbeugenden Schutz von Holz vor Witterungseinflüssen, Taubildung und Bildung von Kondenswasser. Damit ist der konstruktive (bauliche) Holzschutz die Voraussetzung für einen erfolgreichen vorbeugenden Holzschutz. Auch im Falle eines eingetretenen Schädlingsbefalls ist neben bekämpfenden Verfahren die Abstellung der Schadensursachen wesentlich. Hierbei sind oft bauliche Umbauten zur Verbesserung des konstruktiven Holzschutzes sinnvoll. Pilze lieben Feuchtigkeit und auch Schadinsekten benötigen Mindestfeuchten, um sich zu vermehren. Das Abhalten von Regen- und Spritzwasser und das Vermeiden von Tau- und Kondenswasser ist daher eine wesentliche Voraussetzung, um spätere Schäden durch Pilz- und Insektenbefall zu vermeiden. Zum konstruktiven Holzschutz zählen u. a. Dachüberstände und Abdeckungen.
Beachten Sie besonders folgende Regeln
im Außenbereich:
- Das ungeschützte Holz darf nicht das Erdreich berühren, so sollten Holzverkleidungen mindestens einen Abstand von 20cm zum Erdboden haben.
- Holzstützen für Balkone oder Wintergärten sind auf Stahlschuhen zu befestigen, so dass ein Bodenabstand und ein Spritzwasserschutz von ca. 20 bis 30cm eingehalten werden.
- Der beste konstruktive Holzschutz für Holzfassaden, Holzfenster und Holzkonstruktionen gegen Schlagregen sind Überdachungen, Vordächer und große Dachüberstände. Holzabdeckungen sollten immer mit ausreichendem Gefälle angebracht sein.
im Innenbereich:
- Die Holzfeuchte der Balken für Dachstühle und Holzstützen sollte nicht mehr als 18% betragen, dies setzt eine entsprechende Bauweise und Durchlüftung voraus.
- Für Möbel, Holzböden, Wandverkleidungen und Decken sollte die Holzfeuchte nicht mehr als 12% betragen. Dies ist bei üblichem Wohnklima sichergestellt.
- Unter Dach so bauen, dass alle tragenden Elemente gut einsehbar sind oder aber Insektendicht verkleiden
- Bevorzugte Verwendung von Kernholz für tragende Konstruktionen (s. o.)
- Fliegengitter, besonders an Öffnungen, Fenstern auf dem Dachboden anbringen, um das Eindringen von Schadinsekten zu verhindern.
- Regelmäßige Kontrolle auf einen möglichen Schädlingsbefall durchführen