Kriterien guter Praxis der Anpassung
Die Anpassung an den Klimawandel umfasst eine große Bandbreite unterschiedlicher Aktivitäten, von der Wahl trockenheitsresistenter Getreidesorten bis zur Installation belastbarer Kühlungen in Personenzügen. Bei der Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen stehen die Umsetzenden jedoch häufig vor ähnlichen Fragen, etwa: bis zu welchen Temperaturspitzen bleibt die Maßnahme wirkungsvoll? Was tun wir, wenn sich bestimmte Klimavariablen anders entwickeln als ursprünglich gedacht? Und welche Wirkung hat die Maßnahme eigentlich auf die Umwelt?
KomPass hat zur Unterstützung von Entscheidungsträgern ein Set von Kriterien zusammengestellt, das dabei hilft, wichtige Eckpfeiler guter Anpassung im Blick zu behalten. Diese sechs Kriterien wurden im Rahmen eines Forschungsprojekts über eine Literaturanalyse und eine Befragung von Experten unterschiedlicher Fachrichtungen abgeleitet. Sie können bei der Konzeption neuer Maßnahmen helfen sowie bei der Evaluation oder Weiterentwicklung bereits umgesetzter Aktivitäten. Mit den Kriterien wird ein Balanceakt gewagt: über viele Handlungsfelder hinweg wollen wir mit sechs Schlagworten Orientierung bei der Entwicklung und Bewertung von Maßnahmen bieten. Damit sie breit anwendbar sind, müssen die Kriterien ausreichend abstrakt sein; um handlungsleitend zu wirken, bedarf es jedoch hinreichender Konkretheit.
Das Umweltbundesamt selbst verwendet die Kriterien zum Beispiel zur Qualitätssicherung bei den Inhalten der Tatenbank: Beim Eintrag neuer Maßnahmen in diese Datenbank mit guten Anpassungsbeispielen prüfen Mitarbeitende anhand der Kriterien, ob der vorgeschlagene Eintrag als vorbildliche Maßnahme gelten kann. Auch für ein Handbuch zum Thema gute Anpassungspraxis wurden die Kriterien eingesetzt, um passende Praxisbeispiele auszuwählen.
Im Folgenden stellen wir Ihnen die einzelnen Kriterien vor und illustrieren diese an umgesetzten Maßnahmen.