Seit Anfang der 90iger, als in den Deutschen Umweltstudien zur Gesundheit neben Erwachsenen erstmals Kinder untersucht wurden, ist vor allem die Belastung mit Blei, Quecksilber, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Pentachlorphenol (PCP) gesunken. Dafür sind im KUS neue Problemstoffe - vor allem Weichmacher - sichtbar geworden und auch einige Dauerbrenner, wie die Belastung durch Passivrauchen, sind nach wie vor kritisch einzustufen:
Belastung mit Weichmachern: Im KUS fand das UBA bei einigen Kindern eine zu hohe Belastung mit Weichmachern. Die Substanzen stehen im Verdacht, ähnlich wie Hormone zu wirken und die sexuelle Entwicklung zu beeinträchtigen. Weitere Informationen im Abschnitt "Erhöhte Werte".
Allergien durch Schimmel: Im KUS wurde erstmals nachgewiesen, dass Schimmel in der Wohnung das Risiko für Allergien bei Kindern erhöht. Im Schnitt reagierten 10 von 100 der untersuchten Kinder auf mindestens einen typischen Innenraum-Schimmelpilz allergisch. Bei ihnen entdeckten die UBA-Forscherinnen und Forscher überdurchschnittlich häufig sichtbaren Schimmel im Wohn- oder Kinderzimmer. Insgesamt hatten 15 Prozent der KUS-Probandinnen und Probanden sichtbar Schimmel in der Wohnung.
Passivrauchen: Das UBA fand bei etwa der Hälfte der nichtrauchenden Kinder erhöhte Mengen des Nikotin-Abbauprodukts Cotinin im Urin. Zudem wurden in der Luft der Raucherhaushalte öfter erhöhte Werte des krebserregenden Benzols gemessen. Besonders verbreitet ist Rauchen in Anwesenheit von Kindern laut KUS bei Migranten und Familien mit niedrigem Sozialstatus, also einem niedrigeren Bildungsstand und geringerem Einkommen.
Luftqualität in Innenräumen: In knapp 55 von 100 Kinderzimmern oder anderen Räumen, in denen sich die Kinder hauptsächlich aufhielten, war die Luftqualität zu Zeiten des KUS unbedenklich. Es zeigte sich, dass sie vor allem durch Verhaltensweisen wie Rauchen oder den häufigen Einsatz von Putzmitteln beeinflusst wird. Aber auch aus Einrichtungsgegenständen, Wänden und Fußböden gelangen Schadstoffe in die Innenraumluft. 45 von 100 Familien lüfteten zudem nicht richtig.
Einfluss von Lärm auf die Gesundheit: Jedes zwölfte der 11- bis 14-jährigen Kinder fühlte sich laut Umfrage nachts durch Straßenverkehrslärm belästigt, jedes sechste tagsüber. Die KUS-Untersuchungen ergaben außerdem, dass knapp jedes achte Kind (13 Prozent) mindestens eine Tonfrequenz nicht mehr richtig wahrnimmt. Der Hörverlust betrug hier mehr als 20 Dezibel (dB). 2,4 Prozent der Kinder hatten bei einzelnen Frequenzen sogar einen Hörverlust von 30 dB. Die Ursache für die Hörschäden könnte laute Musik in Diskotheken oder über Kopfhörer sein.
Schadstoffe im Hausstaub: Inwieweit einige langlebige Gifte in der Umwelt vorkommen, zeigen unter anderem Hausstaubanalysen. Getestet wurde der Staub im KUS auf neun Pflanzenschutzmittel, die zum Teil bereits seit den 70iger oder 80iger Jahren verboten sind. Trotzdem fanden die UBA-Forscherinnen und Forscher Pentachlorphenol (PCP), Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) und Lindan nach wie vor im Hausstaub. Nahezu aus dem Staub verschwunden sind dagegen polychlorierte Biphenyle (PCB).
Schadstoffe im Trinkwasser: Im KUS hatte sich im Vergleich zur vorangegangenen 3. Erhebung 1997-1999 vor allem die Blei-, Kupfer und Nickelkonzentrationen im Stagnationswasser der neuen Bundesländer verändert: Während die Blei- und Nickelmengen gesunken sind, nahm die mittlere Kupferkonzentration zu. Zurückgeführt wird diese Veränderung darauf, dass vermehrt Blei- durch Kupferrohre ausgetauscht wurden.
Galerie: Zentrale Ergebnisse in Zahlen
In Vergleichstabellen können sich Abweichungen von den Ergebnistabellen der einzelnen Deutschen Umweltstudien zur Gesundheit ergeben, weil Daten für die Vergleiche neu berechnet oder andere Daten berücksichtigt werden mussten.