Steganlagen, die sich Wasserständen anpassen
Als Folge des Klimawandels können durch verringerte Sommerniederschläge und steigende Verdunstung die Dauer, Intensität und der Zeitpunkt von Niedrigwasserereignissen beeinflusst werden. Auf der anderen Seite begünstigen Veränderungen der Atmosphärenbedingungen das Entstehen von Wetterlagen, die zu Hochwasser führen können.
Diese Entwicklungen können zur Folge haben, dass an Seen und Flüssen stärkere Wasserspiegelschwankungen auftreten. Wassergebundene Infrastrukturen wie Stege können aufgrund dessen öfter überflutet oder bei niedrigen Pegelständen wegen des sich vergrößernden Abstands zwischen Steg- und Wasseroberfläche wasserseitig unzugänglich werden. Neben der Beeinträchtigung der optischen Wirkung des Gewässers (eine Umfrage unter Touristinnen und Touristen am Neusiedlersee in Österreich ergab, dass eingeschränkte Bademöglichkeiten aufgrund eines geringen Wasserstandes eher hingenommen werden, solange noch ein ansprechendes Bild des Sees vorhanden ist) stellen Wasserspiegelschwankungen so auch für das Einsetzen von Booten und Kanus ein Problem dar. Ohne entsprechende Maßnahmen kann die touristische Attraktivität eines wassergebundenen touristischen Angebots daher in Mitleidenschaft gezogen werden. Wenn Wasserspiegelschwankungen häufig auftreten und 15 cm übersteigen (Empfehlung der RiGeW (Richtlinie für die Gestaltung von Wassersportanlagen an Binnenwasserstraßen) , können Schwimmstege eine Alternative zu festen Steganlagen darstellen. Diese bieten den Vorteil, dass sie durch die Ausstattung mit einem Auftriebskörper, der je nach Modell aus Beton, Stahl, Aluminium oder Kunststoff bestehen kann, stets die gleiche Freibordhöhe (hier: Abstand zwischen Steg- und Wasseroberfläche) aufweisen. Außerdem können Schwimmstege sowohl als Badesteg oder -insel, als auch als Bootssteg genutzt werden. Weitere Vorteile bestehen in einer höheren Flexibilität, da Schwimmstege gegenüber festmontierten Stegen einfacher verlegt werden können. Eine Alternative kann der Einstieg über Stufen bieten.
Folgende Punkte sollten speziell bei Schwimmstegen beachtet werden:
- Anpassung der Freibordhöhe auf die jeweils vorgesehene Nutzung.
- Stege sollten mindestens 2,5 m breit sein, um eine ausreichende Stabilität aufweisen zu können.
- Gewicht und Form der Stege ist für eine möglichst ruhige Lage im Wasser verantwortlich.
- ein tiefliegender Schwerpunkt verhindert ein Kippen des Stegs.
- Da sich der Steg mit den schwankenden Wasserständen bewegt, ist möglicherweise eine flexible Verbindung zwischen dem Ufer und dem Steg erforderlich.
- weitere technische Anforderungen können der Richtlinie für die Gestaltung von Wassersportanlagen an Binnenwasserstraßen (RiGeW) entnommen werden.