Indikator: Primärenergieverbrauch

Ein Diagramm stellt den Primärenergieverbrauch (PEV) zwischen 1990 und 2019 sowie die Zielwerte für die Jahre 2020 und 2050 dar. Bis zum Jahr 2008 schwankte der Wert um 14.500 Petajoule, ist seitdem jedoch deutlich gesunken.zum Vergrößern anklicken
Entwicklung des Primärenergieverbrauchs
Quelle: Umweltbundesamt auf Basis Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Der Primärenergieverbrauch in Deutschland ist insgesamt leicht rückläufig. Er ist von 1990 bis 2019 um 14 % zurückgegangen.
  • Bis 2020 soll der Verbrauch gegenüber 2008 um 20 %, bis 2030 um 30 % und bis 2050 um 50 % reduziert werden. Seit 2008 ist der Energieverbrauch um durchschnittlich 1,0 % pro Jahr gesunken.
  • Das Ziel 2020 wird voraussichtlich deutlich verfehlt werden. Dafür müsste der Primärenergieverbrauch im Jahr 2020 um 10,2 % gegenüber dem Vorjahr sinken.
  • Um das Ziel 2030 zu erreichen, müsste der Primärenergieverbrauch ab dem Jahr 2020 um durchschnittlich 2 % pro Jahr zurückgehen.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Der Einsatz von Energie spielt für die Produktion von Gütern eine herausragende Rolle. Auch in unserem täglichen Leben benötigen wir in vielfältiger Weise Energie, beispielsweise für Mobilität, Heizung und elektrische Geräte im Haushalt.

Mit dem Einsatz und der Erzeugung von Energie sind aber auch eine Vielzahl an Umweltbelastungen verbunden: Durch den Abbau von Rohstoffen wie Kohle oder Erdöl wird Boden zerstört. Darüber hinaus werden Gewässer belastet, dies beeinträchtigt lokale Ökosysteme. Für den Transport der Rohstoffe wird Energie verbraucht, Treibhausgase und gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe werden ausgestoßen. Auch bei der Umwandlung und Bereitstellung von Energie kommt es zu Umweltbelastungen.

Die Senkung des Primärenergieverbrauchs ist daher, neben dem Umstieg auf alternative und erneuerbare Energien, ein wichtiger Baustein der Energiewende.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

2019 wurde in Deutschland 14 % weniger Primärenergie verbraucht als 1990. Noch 2006 lag der Verbrauch fast so hoch wie 1990. Seitdem ist er deutlich gesunken. 2019 war der Energieverbrauch mit 12.815 Petajoule so niedrig wie noch nie seit 1990.

Der bisherige Trend reicht nicht aus, um die Ziele der Bundesregierung zu erreichen. Diese hat sich 2010 in ihrem Energiekonzept auf eine Senkung des Primärenergieverbrauchs um 20 % bis 2020 und 50 % bis 2050 gegenüber 2008 geeinigt (BMWi, BMU 2010). Die Ziele des Energiekonzepts wurden zudem in die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung übernommen (BReg 2016). Die Energieeffizienzstrategie 2050 der Bundesregierung sieht eine Senkung des Primärenergieverbrauchs um 30 % im Jahre 2030 und um 50 % im Jahre 2050 gegenüber 2008 vor (BReg 2019).

Bis 2019 betrug der Rückgang im Vergleich zum Basisjahr 2008 aber erst 10 %. Das entspricht einem jährlichen Rückgang von durchschnittlich 1,2 %, erforderlich wären jedoch 1,8 % pro Jahr gewesen. Um das Ziel 2020 zu erreichen, muss der Primärenergieverbrauch 2020 um 10,2 % sinken. Dazu müssen die Maßnahmen des Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz konsequent umgesetzt werden (BMWi 2014).

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der Primärenergieverbrauch wird von der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) über das Wirkungsgradprinzip ermittelt. Die in Kraftwerken und anderen Feuerungsanlagen verbrannten Energieträger werden mit ihrem Heizwert multipliziert. Wird Strom aus Wind, Wasserkraft oder Photovoltaik erzeugt, so ist der Wirkungsgrad vereinbarungsgemäß 100 %. Bei der Geothermie beträgt er 10 % und bei der Kernenergie 33 %. Methodische Hinweise zur Berechnung veröffentlicht die AGEB in den Erläuterungen zu den Energiebilanzen (AGEB o.J.).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel „Primärenergieverbrauch“.