Anpassungsoptionen sind i.d.R. in den Studien und Projekten zu Klimafolgen enthalten. Im Folgenden ist eine Auswahl wichtiger Studien dargestellt:
Handlungsfeld übergreifend:
- Pilotprojekt zur Entwicklung und Anwendung einer Systematik zur integrierten Bewertung sozial-ökologischer Wohnlagen: Im Rahmen des Projekts soll eine Systematik zur integrierten Bewertung sozial-ökologischer Lagen entwickelt und angewendet werden. Ein besonderer Fokus wird auf die Belastungen, die durch Folgen des Klimawandels entstehen, gelegt. Durch eine Identifizierung dieser Räume ist es den Kommunen möglich, Maßnahmen gezielt zuzuschneiden und zu priorisieren.
- Förderprojekt „Hitzeprävention von alleinlebenden Seniorinnen und Senioren in Recklinghausen“: Im Rahmen des Projektes soll ein Betreuungskonzept entwickelt werden, das dazu beiträgt Todesfälle oder schwere gesundheitliche Schäden infolge großer Hitze durch Temperaturschwankungen zu minimieren und Auswirkungen durch individuelle Verhaltens- und Verhältnisprävention zu reduzieren.
- Machbarkeitsstudie „Lebenswerte Straßen, Orte und Nachbarschaften“ (LesSON): Die Konzeptstudie schafft einen konzeptionellen Rahmen für den Umbau urbaner Quartiere/Nachbarschaften hin zu klimaresilienten, grünen und dekarbonisierten Begegnungsorten mit hoher Aufenthaltsqualität (Laufzeit: 2020-2021).
- Die „Arbeitshilfe kommunales Starkregenrisikomanagement – Hochwasserrisikomanagementplanung in NRW“ bietet kommunalen Fachplanern und Entscheidungsträgern praxisorientierte Hilfestellungen und ein landesweit einheitliches Vorgehen zur Risikominderung zum Thema Starkregenrisikomanagement.
- Projekt „Evolving Regions – NRW wird klimarobust“ (LIFE-Projekt): unter Berücksichtigung regionalspezifischer Vulnerabilitäten erfolgte die Entwicklung spezifischer Klimaanpassungsstrategien und –konzepte in acht Regionen (davon sieben NRW-Kreise, eine niederländische Region); gleichzeitig erfolgte eine Vernetzung der Akteure mit dem Ziel der Nutzung von regionalen und überregionalen Synergien (Laufzeit: 2019-2023).
- Pilotprojekt eea+/ European Climate Award eca: In einem zweijährigen Pilotprojekt wurde ein Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystem zur kommunalen Klimaanpassung in Anlehnung an den European Energy Award entwickelt. Die Entwicklung des Tools wurde im August 2017 abgeschlossen und das Tool wird nun unter dem Namen „European Climate Award“, kurz „eca“, geführt. Der eca hat sich im Rahmen des Modellversuches als eine passende Herangehensweise erwiesen, die es den Kommunen ermöglicht, strategisch, über alle relevanten Fachbereiche hinweg, die lokalen Auswirkungen des Klimawandels zu adressieren, passende Maßnahmen zu entwickeln und diese auch umzusetzen. Aus NRW haben 10 Kommunen am Pilotprojekt teilgenommen.
- Aufbauend auf dem oben genannten Pilotprojekt zum European Climate Award (eca) können sich Kommunen in NRW seit September 2019 über eine Förderrichtlinie die Umsetzung dieses oder anderer geeigneter Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssysteme, welche die langfristige Integration der Klimaanpassung in Verwaltungshandeln durch einen auf mehrere Jahre angelegten, extern unterstützten Prozess beinhalten, vom Umweltministerium NRW fördern lassen.
Das Umweltministerium NRW und auch das LANUV haben mehrere Studien zu den Auswirkungen des Klimawandels auf verschiedene Sektoren sowie möglichen Handlungsoptionen veröffentlicht:
Klimaanalyse NRW: Für Nordrhein-Westfalen steht seit Frühjahr 2018 eine modellgestützte Klimaanalyse zur Verfügung. Die Studie erfasst landesweit die thermische Belastung im Siedlungsraum, stellt sie möglichen Ausgleichsflächen im Freiraum gegenüber und gibt Planungshinweise für unterschiedliche Planungsebenen. Zusätzlich untersucht sie die Betroffenheit der Bevölkerung gegenüber Hitzebelastungen und schätzt die mögliche zukünftige Entwicklung ab. Die Ergebnisse wurden sowohl in einer Kurz-Broschüre (LANUV-Info 41) zusammengefasst, als auch in einem ausführlichen Bericht (LANUV-Fachbericht 86) beschrieben. Die Hauptaussagen wurden in mehreren Karten aufbereitet, die im Klimaatlas NRW des LANUV enthalten sind. Zurzeit wird die Klimaanalyse aktualisiert, bei der Überarbeitung werden die Flächennutzungsdaten aktualisiert sowie die Auflösung der Modellierung deutlich erhöht.
Gründachkataster NRW: Mit dem Gründachkataster NRW liegt ein umfangreicher Datensatz über die möglichen Gründachpotenziale für ganz NRW vor. Es liefert für fast jede Dachfläche Informationen, ob die Dachfläche für die Gründachnachrüstung geeignet ist und wenn ja, welche Vorteile damit verbunden sind und welche ungefähren Kosten eine Nachrüstung nach sich zieht.
Das Projekt „Ein Informationssystem für klimaangepasste Stadtplanung in NRW, auf Basis einer Vorstudie an der Beispielstadt Bonn“ untersucht städtebauliche Anpassungsmaßnahmen hinsichtlich ihrer Wirkung und Effektivität in unterschiedlichen Stadtstrukturen. Die Ergebnisse werden Kommunen und Planer im Bereich „Hitzeangepasste Quartiersplanung“ im FIS Klimaanpassung bereitgestellt, wo die Wirksamkeit verschiedener Anpassungsmaßahmen geprüft werden kann. Darüber hinaus ist ein Abschlussbericht zum Projekt erschienen (Projektlaufzeit: 2016-2019)
Innenentwicklung und Klimaanpassung: Die Steuerung des sparsamen und nachhaltigen Umgangs mit Flächen unter der Leitlinie der Innenentwicklung ist eine zentrale Aufgabe für Gemeinden und Regionen und ein wesentlicher Baustein der Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes und des Landes NRW. Das Forschungsfeld "Innenentwicklung und Klimaanpassung: Von städtischen Nutzungskonflikten zu stadtregionalen Synergien" zielt darauf ab, die Lücke zwischen den Themenkomplexen der Innenentwicklung und der Klimaanpassung zu schließen und diese miteinander zu verbinden. Anhand von Fallstudien und der Arbeit mit Kommunen wurde ein Handbuch für Kommunen erstellt.
Wald und Waldmanagement im Klimawandel: Anpassungsstrategie für Nordrhein-Westfalen (MKULNV, 2015): Die Entwicklung der Wälder benötigt einen sehr langen Vorlauf. Bereits heute müssen Entscheidungen getroffen werden, die unseren Nachfahren gesunde Wälder garantieren sollen. Die Anpassungsstrategie Wald umfasst sowohl Hintergrundinformationen, Beschreibungen der Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald in NRW sowie einen umfangreichen Maßnahmenkatalog zu Anpassungsmaßnahmen für verschiedene Bereiche der Waldwirtschaft. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen die vielfältigen Leistungen des Waldes in NRW auch zukünftig zu erhalten.
Leitfaden zur Integration der potenziellen Bodenkühlleistung in stadtklimatische Konzepte zur Klimaanpassung in NRW (LANUV, 2015): In diesem Bericht wird beschrieben, wie die potenzielle Bodenkühlleistung in stadtklimatischen Konzepten genutzt und der Bodenwasserspeicher in der Stadt gezielt qualitativ und quantitativ verbessert werden kann.
Die landeseigene Klimaanpassungsstrategie 2024-2029 ist die zentrale Grundlage für die Klimafolgenanpassungspolitik des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie stellt praxisorientierte Zielsetzungen und Maßnahmen der Landesregierung in 16 Handlungsfeldern dar. Diese wurden aus dem Klimaschutzplan Nordrhein-Westfalen 2015 übernommen und orientieren sich an den Handlungsfeldern der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel. Die Strategie wurde unter Einbindung aller Ressorts in Workshops zu allen 16 Handlungsfeldern entwickelt. Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr hat im Strategieprozess eine koordinierende Rolle übernommen. Die in den Workshops erarbeiteten Ziele und Maßnahmen eines Handlungsfelds beschränken sich selten auf die Zuständigkeit eines einzelnen Ressorts. Vielmehr setzen die Ministerien Maßnahmen in mehreren Handlungsfeldern der Klimaanpassung um, an vielen Stellen in gemeinsamer Verantwortung.