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Ameisen

mehrere schwarze Ameisen auf Erde
Schwarze Wegameise
Quelle: imageBroker/Jürgen Kosten / Getty Images

Inhaltsverzeichnis

Aussehen und Vorkommen

Ameisen haben den typischen Körperbau von Insekten – ihr Körper ist dreigeteilt und besteht aus Kopf, Brust und Hinterleib. Sie besitzen, wie auch Wespen und Bienen, eine deutliche Taille und drei Beinpaare. Geschlechtstiere sind meist geflügelt und treten häufig in großen Schwärmen auf.

Ameisen ernähren sich vielseitig. Erwachsene Tiere nehmen vor allem zuckerhaltige Nahrung, wie zum Beispiel den Honigtau von Blattläusen, auf. Die Brut wird mit proteinhaltiger Kost versorgt. Dafür werden zum Beispiel andere Insekten gejagt und ins Nest gebracht.

Eine häufig in menschlicher Nähe anzutreffende Ameisenart ist die Schwarze Wegameise (Lasius niger). Arbeiterinnen sind circa 3 bis 5 mm groß und schwarz-braun gefärbt. Die Schwarze Wegameise dringt auf der Suche nach zucker- und eiweißhaltiger Nahrung oft in Häuser ein.

Lasius brunneus (die sogenannte Mauerameise oder Braune Wegameise) und Lasius fuliginosus (Glänzenschwarze Holzameise) können als Schädlinge an Bauholz auftreten. Während Arbeiterinnen der Mauerameise 2,5 bis 4 mm groß werden, erreichen Arbeiterinnen der Glänzendschwarzen Holzameise eine Körperlänge von bis zu 5 mm. Der Körper der Glänzendschwarzen Holzameise ist schwarz glänzend. Mauerameisen sind an Kopf, Brust und den Beinen gelblich-braun, der Hinterleib ist dunkelbraun gefärbt.

In den letzten Jahren haben sich vermehrt gebietsfremde Arten in Deutschland angesiedelt, die auch als Schädlinge auftreten können. Von besonderer Relevanz ist dabei die Pharaoameise (Monomorium pharaonis), die ursprünglich in Indien beheimatet ist. Diese Art ist verhältnismäßig klein (1,2 bis 2,5 mm) und baut ihre Nester ausschließlich in Gebäuden, zum Beispiel in Heizungsschächten oder Mauerspalten.

Aktuell mehren sich auch Funde der invasiven Großen Drüsenameise (Tapinoma magnum). Ihre Verbreitung erfolgt hauptsächlich über den Transport von Topf- und Gartenpflanzen oder Erdmaterial. Typisch für einen Befall ist, dass die Arten in großer Individuenzahl auftritt, mehrspurige Straßen anlegt und der Befall sich oft auf mehrere Grundstücke ausweitet.

Weitere Informationen zu Tapinoma magnum finden Sie hier: Große Drüsenameise

Schadpotential

Ameisen übernehmen in Ökosystemen wichtige Aufgaben. Sie sind sowohl Jäger als auch Gejagte, verbreiten Pflanzensamen und sind am Durchmischen des Bodens beteiligt. Ameisen können aber auch Materialien (beispielsweise Holz) schädigen und Krankheitserreger übertragen. Im Folgenden werden Arten vorgestellt, die in Deutschland als Material- und Gesundheitsschädlinge auftreten können.

Einige Ameisenarten legen ihre Nester bevorzugt im Inneren von Gebäuden, in Holz oder Dämmmaterialen an. Auch wenn die Ameisen diese Materialien nicht fressen, werden sie dadurch beschädigt. Der Befall wird oftmals erst bemerkt, wenn geschlechtsreife, geflügelte Tiere das Nest in großer Anzahl zum sogenannten Schwarmflug verlassen. Zur Nahrungssuche begeben Arbeiterinnen sich nach draußen oder nutzen Nahrungsquellen im Haus, die sie mit Krankheitserregern kontaminiert können. 

Einige Lasius Arten nutzen morsches Totholz zum Nestbau und können daher auch in verbautem, feuchtem Holz siedeln und so als Materialschädling auftreten. Relevant sind vor allem die Braune Wegameise (Lasius brunneus), die Zweifarbige Wegameise (Lasius emarginatus), die Glänzendschwarze Holzameise (Lasius fuliginosus) und die Braunschwarze Rossameise (Camponotus ligniperda).

Weitere Information zu holzzerstörenden Ameisen finden Sie hier: Holzzerstörende Ameisen

Andere Arten, wie zum Beispiel die Schwarze Wegameise, bauen ihre Nester im Außenbereich, beispielweise auf Terrassen oder Gehwegen, aber auch im Rasen. Im Bereich der Nester können sich Steine und Gehwegplatten absenken. Zur Nahrungssuche können Arbeiterinnen auch in Häuser eindringen. Wird dabei eine geeignete Nahrungsquelle gefunden, weist eine Pheromonspur für weitere Arbeiterinnen den Weg zur Nahrungsquelle. So werden sogenannte Ameisenstraßen gebildet, die einen Befall häufig erst sichtbar machen. 

Die invasive Pharaoameise (Monomorium pharaonis) ist sowohl ein Material- als auch ein Gesundheitsschädling. Aufgrund der kleinen Größe der Tiere können sie ihre Nester zum Beispiel in Steckdosen oder technischen Geräten bauen und so zu Störungen führen. In sensiblen Bereichen, wie etwa in Großküchen, verunreinigen sie bei der Suche nach Nahrung Lebensmittel und übertragen Keime, zum Beispiel Salmonellen. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen können sie Wunden mit Krankheitserregern kontaminieren und Erreger von Harnwegsinfekten und Lungenentzündungen übertragen. Pharaoameisen überleben in unseren Breiten aber nur in ständig beheizten Gebäuden. 

Weitere Informationen finden Sie hier: Ameisen, Pharaoameise

Vorbeugen, Abwehren und Bekämpfen

Generell ist die Bekämpfung von Ameisen von vielen Faktoren, zum Beispiel von der Ameisenart und den örtlichen und baulichen Gegebenheiten, abhängig. Um ein Eindringen von Ameisen in Häuser zu verhindern, können die Eintrittswege, etwa im Fundamentbereich, verschlossen werden. Um Ameisen auf der Suche nach Nahrung nicht in Häuser zu locken, sollten Nahrungsmittel nicht frei zugänglich sein und gut verschlossen gelagert werden. Auch beim Kauf von Grünpflanzen oder beim Überwintern von Pflanzen im Haus können mit der Erde Ameisen eingeschleppt werden. Ameisen, die ihre Nester in Holz bauen, bevorzugen morsches Holz. Um dessen Entstehung vorzubeugen, sollte Nässe vermieden und Feuchtigkeitsschäden umgehend repariert werden.

Wird eine Ameisenstraße im Haus beobachtet, kann zunächst eine Köderdose mit einem insektiziden Wirkstoff verwendet werden. Die Ameisen nehmen den Wirkstoff auf und tragen ihn ins Nest. Dort geben sie ihn an andere Tiere und die Brut weiter. Es kommt so zum Absterben des Nestes.

Bei einem andauernden Befall sollte ein professionelles Schädlingsbekämpfungsunternehmen hinzugezogen werden. Dieses kann zunächst die Art bestimmen, um dann eine gezielte Bekämpfung durchzuführen. Gerade bei Pharaoameisen, holzzerstörenden Ameisenarten und bei einem Befall mit der Großen Drüsenameise, die sogenannte Superkolonien bildet, ist bei der Bekämpfung einiges zu beachten und sollte daher nicht von Laien durchgeführt werden. 

Das Umweltbundesamt hat im Juni 2025 einen Workshop für Kommunen zum Umgang mit invasiven Insektenarten, speziell der Asiatischen Hornisse und der Großen Drüsenameise, ausgerichtet. Eine Übersicht über die Themen und Ergebnisse des Workshops und einen ausführlichen Abschlussbericht finden Sie hier: Kommunen Workshop 2025: Invasive Insektenarten und ihr Management

 

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