Hintergrund
“Algenblüten” sind deutlich sichtbare Zeichen der multiplen Belastungen unserer Binnengewässer (Nährstoffeinträge, Klimawandel, physische und biologische Strukturveränderungen) und können mit erheblichen Nutzungseinschränkungen einhergehen. Das massenhafte Fischsterben in der Oder 2022 hat eindrücklich gezeigt, welche Auswirkungen auf Ökosysteme durch das Freisetzen von Algentoxinen entstehen können. Die dafür verantwortlichen Prozesse können so schnell und so großräumig ablaufen, dass diese oft mit klassischen Monitoringstrategien nicht zu erfassen sind. Die Gewässerfernerkundung bietet die Möglichkeit, Algenblüten über die Chlorophyll-a Konzentration großflächig mittels Satellitendaten zu erheben und Informationen in Echtzeit bereitzustellen.
Eine bundesweite Überwachung von Algen in Fließ- und Standgewässern ist aufgrund des umfassenden Copernicus-Programms der EU technisch möglich und inhaltlich notwendig, um zukünftig Behörden eine Früherkennung kurzzeitig auftretender Ereignisse mit Algenmassenentwicklungen zu ermöglichen. Zudem bieten die Daten zukünftig wichtige Informationen für die Bewirtschaftung von Trinkwassertalsperren und Badegewässern.