Die neue EU Ökodesign-Verordnung verlangt die Bereitstellung von Informationen über Chemikalien, die in Produkten enthalten sind, in digitalen Produktpässen. Dabei sollen die genauen Datenanforderungen für die digitalen Produktpässe für jede Produktgruppe einzeln festgelegt werden. Textilien stehen ganz oben auf der Prioritätenliste der zu bearbeitenden Produktgruppen. Der Produktpass setzt voraus, dass Akteure der Lieferkette Zugang zu detaillierten Produktinformationen inkl. Materialzusammensetzungen und damit verbundenen Auswirkungen haben. Die Rückverfolgbarkeit (Traceability) von Chemikalien in Materialien ist eine wichtige Voraussetzung für kreislauffähige Produkte und Geschäftsmodelle.
Gerade im Textilsektor machen es die Volatilität, Komplexität und etablierte Strukturen der Lieferketten den Unternehmen schwer, die in ihren Produkten enthaltenen Chemikalien zu bestimmen. Hier setzt das Interreg Projekt ECHT an: Es zeigt die Chancen einer koordinierten und grenzüberschreitenden Umsetzung des digitalen Produktpasses auf. Viele Textilunternehmen sind in Nordwest-Europa ansässig, die meisten davon Mikro- (89 %) sowie kleine und mittelständige Unternehmen (KMU). ECHT unterstützt die Akteure dieser Wertschöpfungsketten dabei, die Nachverfolgbarkeit von Chemikalien zu etablieren und Netzwerke, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Um seine Reichweite zu maximieren, ist ECHT nicht an bestimmte IT-Lösungen gebunden.