Klimaschutz im Verkehr

ein Elektroauto tankt Strom an einer grünen Ladesäulezum Vergrößern anklicken
Deutschland droht den Anschluss bei Umweltinnovationen zu verpassen – etwa bei der Elektromobilität.
Quelle: Dan Race / Fotolia.com

Mobilität ist unverzichtbarer Teil des täglichen Lebens. Verkehr ist jedoch auch einer der größten Verursacher von Treibhausgasen in Deutschland. Um den Anforderungen des Pariser Klimaschutzabkommens gerecht zu werden, muss der Verkehr in Deutschland seine Treibhausgasemissionen schnell und drastisch mindern.

Mit den bis zum Jahr 2018 beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen wird das Ziel der Bundesregierung, die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor auf 95 bis 98 Mio. t CO2 -Äquivalente in 2030 zu reduzieren, deutlich verfehlt werden. Es bleibt in Sachen Klimaschutz eine Lücke von deutlich mehr als 50 Mio. t CO2-Äq. bestehen.

Ein UBA-Positionspapier (2019) zeigt auf, durch welche Maßnahmen die Minderungslücke bis 2030 konkret geschlossen werden kann. Der Weg dorthin ist in drei Etappen unterteilt, die ein steigendes Ambitionsniveau der Klimaschutzinstrumente widerspiegeln. Daraus abgeleitet formuliert das Papier Empfehlungen für die Politik, die zum Beispiel den Abbau umweltschädlicher Subventionen und eine gerechte Bepreisung enthalten.

Ein Analysepapier (2017), welches im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt wurde, stellt konkrete Maßnahmen vor, mit denen die Emissionen deutlich gesenkt und die Klimaschutzziele sicher erreicht werden. Es beschreibt den Handlungsbedarf der nächsten Jahre, um das Klima wirkungsvoll zu schützen und um die Entwicklung des Verkehrssektors in Deutschland mit den Anforderungen des Pariser Klimaschutzabkommens und des „Klimaschutzplans 2050“ der Bundesregierung in Einklang zu bringen. Die wichtigsten Handlungsoptionen sind:

  • strenge rechtliche Vorgaben für mehr Effizienz bei Neufahrzeugen: anspruchsvolle EU-Flottenzielwerte für CO2 für Pkw und Lkw auf Basis realitätsnaher Testzyklen fortschreiben
  • Elektromobilität deutlich stärker fördern, zum Beispiel durch verpflichtende Zulassungsquoten für E-Autos
  • eine nachhaltige Verkehrsinfrastruktur wie ÖPNV und Radwege ausbauen
  • umweltschädliche Subventionen wie das Steuer-Privileg für Dieselkraftstoff abbauen
  • eine fahrleistungsabhängige Maut für alle Straßenfahrzeuge einführen

Das Paris-Abkommen will den Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur auf deutlich unter 2°C begrenzen und langfristig nur noch „Netto-Null-Emissionen“ zulassen. Deutschland muss noch vor dem Jahr 2030 einen Großteil seiner Emissionen einsparen. Dieser Handlungsdruck spiegelt sich in den Zielen des deutschen Klimaschutzplans oder im europäischen Rahmen für die Klima- und Energiepolitik allerdings nicht wieder. Anders gesagt: Deutschland und die EU müssen ihre Anstrengungen für den Klimaschutz deutlich steigern. Dabei hat auch der Verkehr seinen Beitrag zu leisten. Die Klimaschutzziele des Paris-Abkommens sind notwendig und richtig, und die Instrumente zu ihrem Erreichen stehen bereit – sie müssen jedoch umgehend eingeführt und konsequent umgesetzt werden.

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