Indikator: Nachhaltige Forstwirtschaft

Ein Diagramm zeigt den Anteil der nach Nachhaltigkeits-Standards PEFC und FSC zertifizierten Waldfläche von 2000 bis 2016. PEFC lag 2016 bei 66,8 Prozent, FSC bei 10,5. Das Diagramm zeigt auch das Ziel für das Jahr 2010. zum Vergrößern anklicken
Anteil nach PEFC bzw. FSC zertifizierter Waldfläche
Quelle: FSC und PEFC Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Nach einem starken Anstieg zwischen 2000 und 2003 stagnierte der Anteil nach PEFC zertifizierter Flächen in den letzten Jahren.
  • Der Anteil nach FSC zertifizierter Flächen entwickelt sich seit 2000 insgesamt sehr positiv.
  • Die Bundesregierung wollte die nach hochwertigen ökologischen Standards zertifizierte Waldfläche in Deutschland auf 80 % im Jahr 2010 ausweiten.
  • Das Ziel wurde verfehlt. 2016 wurden 66,8 % der Waldfläche nach PEFC beziehungsweise 10,5 % nach FSC bewirtschaftet.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Ungefähr ein Drittel der Fläche Deutschlands ist von Wald bedeckt. Der größte Teil dieser Wälder wird forstwirtschaftlich genutzt. In der Vergangenheit stand bei der Bewirtschaftung überwiegend ein hoher Holzertrag im Vordergrund. Das Ergebnis: Es wurden vor allem Monokulturen mit schnellwachsenden Arten gepflanzt, die anfälliger sind für Sturm, Trockenheit und Schädlingsbefall. Der Boden wird durch Monokulturen und den Einsatz von Maschinen beeinträchtigt. Die Artenvielfalt der Wälder ist insgesamt geringer als in naturnahen Forsten.

Die bedeutendsten Standards für nachhaltige Forstwirtschaft, nach denen sich Forstbetriebe zertifizieren lassen können, sind PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) und FSC (Forest Stewardship Council). Die Betriebe müssen ökologische, ökonomische und soziale Kriterien erfüllen, die teilweise über den gesetzlichen Anforderungen der Wald- und Naturschutzgesetze liegen. FSC steht dabei für strengere Vorgaben als PEFC.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Die Entwicklung der PEFC-Waldflächen stagniert seit einigen Jahren auf hohem Niveau:  Der Wert schwankt seit 2006 um die 67 % mit zuletzt langsam zurückgehenden Werten. Der Anteil der FSC-zertifizierten Flächen hat sich in den letzten Jahren auf niedrigem Niveau sehr positiv entwickelt. Der Grund: In den letzten Jahren haben Landesforstbetriebe umfangreiche Flächen zertifizieren lassen, zuletzt vor allem in Rheinland-Pfalz und Hessen.

Die Bundesregierung setzte sich 2007 in der Nationalen Biodiversitätsstrategie das Ziel, den Anteil nach „hochwertigen ökologischen Standards“ zertifizierter Flächen bis 2010 auf 80 % zu erhöhen (BMU 2007). Dabei werden insbesondere die Standards PEFC und FSC berücksichtigt. Jedoch kann derzeit nicht exakt bestimmt werden, wie weit die Forstwirtschaft noch von diesem Ziel entfernt ist: Ein Teil der Waldflächen ist nach beiden Systemen zertifiziert. Klar ist jedoch: Es wird noch dauern, bis das Ziel erreicht ist. Die Politik sollte nachhaltige Forstwirtschaft daher stärker fördern.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

PEFC und FSC ermitteln den Umfang der zertifizierten Flächen im Zuge der Zertifizierungen der Forstunternehmen und veröffentlichen diese. Als Vergleichsgröße wird die Holzbodenfläche herangezogen, also die dauerhaft zur Holzerzeugung bestimmte Fläche. Diese Fläche wurde im Rahmen der zweiten und dritten Bundeswaldinventur (BWI) bestimmt. Um Sprünge beim Indikator-Wert zu vermeiden, wurde zwischen den beiden Werten der zweiten und dritten BWI linear interpoliert. Allgemeine methodische Hinweise zur BWI finden sich beim Indikator „Mischwälder“.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Nachhaltige Waldwirtschaft".